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24. Januar 2012 07:27 Uhr

Augsburger Panther

Herr und Frau O’Connor treffen

Die Augsburger Panther begeistern die Fans nicht nur mit einer starken Leistung gegen Wolfsburg sondern auch mit unterhaltsamen Einlagen.

Ihren Spaß beim Sieg der Augsburger Panther hatten auch die Spielerfrauen Brooke O’Connor (mit Schläger), Jamie Flache und Melissa Roloff (rechts) beim Torschuss-Spiel.
Foto: Siegfried Kerpf

Das gibt es nicht alle Tage zu bestaunen: ein Pärchen trifft an einem Eishockeyabend, einem höchst unterhaltsamen obendrein. Zuerst steuerte Kapitän Sean O’Connor für die Augsburger Panther das Tor zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich gegen die Grizzly Adams Wolfsburg bei. In der zweiten Pause war dann seine Frau Brooke an der Reihe. Trotz einer unorthodoxen Schlägerhaltung  zirkelte Frau O’Connor die Scheibe von der blauen Line ins Tor, wobei sich nicht nur ihre Mitspielerinnen sondern auch die Anhänger auf den Rängen köstlich amüsierten. Sean O’Connor meinte hinterher treffend: „Ich wusste gar nicht, dass meine Frau einen Schläger halten kann.“ Kann sie auch nicht, aber irgendwie bugsierte die junge Frau den Puck trotzdem ins Tor. Die Spieler-Frauen Jamie Flache sowie Melissa Roloff trafen ebenfalls bei dem von Stadionsprecher Rolf Störmann moderierten Gewinnspiel. Die herausgeschossenen Kinokarten schenkte das gut gelaunte Trio dem AEV-Nachwuchs.

Nach der Einlage blieb es auf dem Eis turbulent. Innerhalb von 27 Sekunden leiteten T. J. Trevelyan sowie Christin Chartier mit ihren Treffern zum 4:2 den 16. Heimsieg ein. „Das war eines unserer besten Drittel in dieser Saison“, lobte Larry Mitchell sein Team nach dem 5:3 gegen Wolfsburg. Vor Spielbeginn hatte der Panther-Coach um den Einsatz einiger Profis bangen müssen. „Chad Bassen war so bleich wie das Tischtuch hier“, sagte Mitchell in der Pressekonferenz und tippte mit dem Finger auf den Stoff vor ihm. Ein Magen-Darm-Virus hatte sich in der AEV-Kabine ausgebreitet. Doch seine Profis hielten fast alle durch, lediglich Steffen Tölzer musste nach dem ersten Drittel passen. Zudem steckte T. J. Trevelyan einen Stockschlag des Wolfsburgers Milley auf sein rechtes Bein weg und hielt humpelnd durch.

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Nach der Schluss-Sirene legte Sean O’Connor wie im Internet angekündigt los. Der Kapitän tanzte alleine oder bat John Zeiler zum Paarlauf. Schon die Fußballer Cristiano Ronaldo, Neymar oder auch Mario Götze und Lewis Holtby haben nach Toren ihre Hüften zu dem südamerikanischen Sound schwingen lassen. Dabei handelt es sich um den Song Ai Se Eu Te Pego! von Michel Teló. Das Lied war im vergangenen Jahr der Sommerhit in Brasilien und steht derzeit auf Platz zwei der deutschen Charts.

 

„Die Stimmung ist Klasse. Die Fans gehen mit, auch wenn es nicht so läuft“. kommentiert der ehemalige AEV-Stürmer Georg Hetmann den begeisternden Eishockey-Abend und fügt an: „Das war zu unserer Zeit nicht immer so.“ Der frühere Außenstürmer weiß, wovon er spricht. Schließlich bestritt Hetmann zwischen 1977 und 1991 über 600 Spiele für den Augsburger EV und erzielte von der ersten bis zur dritten Liga insgesamt 188 Tore und gab 255 Vorlagen. „Anders als im Vorjahr spielt die Mannschaft mit Herz. Es kommt was rüber, da verzeiht man auch eine Niederlage“, meint der 53-jährige Zahntechniker, um sich gleich zu korrigieren: „Obwohl: Oft verlieren sie ja nicht.“

Die Serie von sieben Heimsiegen in Folge soll auch am Freitag halten, wenn die Kölner Haie ins Curt-Frenzel-Stadion kommen. Mal sehen, wer dann die Tore schießt – und ob wieder Michel Telo in einer Endlos-Schleife wie am Sonntag aus der Panther-Kabine dröhnt.

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