Sonntag, 21. Januar 2018

Augsburger Panther

19. Dezember 2017 06:53 Uhr

Eishockey

In Mannheim wartet auf die Augsburger Panther ein Härtetest

Das Match in Mannheim am Dienstag ist für die Panther das dritte Spiel in fünf Tagen. Kretschmann soll in den Kader zurückkehren. Dem Adler-Trainer eilt ein donnernder Ruf voraus.

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Die Augsburger Panther treffen nach den Spielen gegen Düsseldorf und Köln am Dienstag in Mannheim auf die Adler und deren neuen Trainer Bill Stewart.
Foto: Siegfried Kerpf (Archivbild)

Bus, Hotel, Eishalle – so sieht der Alltag der Augsburger Panther in diesen Tagen vor Weihnachten aus. Nach dem 3:6 am Sonntag in Köln blieb die Mannschaft über Nacht in der Domstadt. Danach reisten die Profis nach Mannheim, wo sie am Montagabend in der SAP-Arena trainierten und am Dienstag (19.30 Uhr) gegen die Adler antreten. Es bleibt wenig Zeit zum Durchschnaufen und insbesondere die zehn verbliebenen Stürmer wurden stark beansprucht, da bisher Christian Kretschmann (krank) sowie die verletzten Aleksander Polaczek und Michael Davies ausfielen.

Panther - Adler: Mittelstürmer Kretschmann ist zurück

Sportmanager Duanne Moeser sieht die Situation entspannt: „Wir haben früher auch mit drei Reihen gespielt. Es ist noch jeder morgens aus dem Bett gekommen“, sagt der ehemalige AEV-Kapitän. Härte zeigen, gegenüber sich und dem Gegner, zählt im Eishockey zum guten Ton. Außerdem könnte sich heute die personelle Situation entspannen. Mittelstürmer Kretschmann ist nach überstandener Grippe wieder einsatzbereit und rückt voraussichtlich in den Kader. Auch Michael Davies kann wieder spielen. Sollte jedoch der Kanadier Olivier Roy das Tor hüten, dann muss ein Ausländer auf der Tribüne Platz nehmen. Diese Entscheidungen fällt Trainer Mike Stewart am Spieltag.

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Die Panther treffen auf einen Gegner, der turbulente Wochen hinter sich hat. Nach einer sportlichen Durststrecke entließ Gesellschafter Daniel Hopp „zum Wohle des Vereins“ in einem Handstreich gleich die komplette sportliche Führung. Neben Trainer Sean Simpson mussten Anfang Dezember auch sein Assistent Colin Muller und Sportdirektor Teal Fowler gehen. Die Verpflichtung von Bill Stewart, der zuvor wegen Erfolglosigkeit beim DEL-Schlusslicht Straubing gefeuert worden war, sorgte für Aufsehen. Stewart hatte die Adler 2001 zur deutschen Meisterschaft geführt. Dem Kanadier geht ein Ruf wie Donnerhall voraus. Seine wenig schmeichelhaften Spitznamen: „Kill Bill“ oder „Psycho Bill“. William Donald Stewart hatte sich seine Beinamen redlich verdient. Kurz vor seinem Wechsel nach Europa hatte er versucht, einen ukrainischen Spieler ohne gültige Ausweispapiere im Kofferraum in die USA zu schmuggeln. Mit dem damaligen Berliner Co-Trainer Pavel Gross prügelte sich Stewart an der Bande. Ein anderes Mal täuschte er einen Schwächeanfall vor, bis seinem Topspieler die Schlittschuhe wieder gerichtet waren oder er schleuderte vor Wut eine Bierflasche durch die Scheibe eines Busses.

 

Eishockey: Stewart alias "Kill Bill" soll ruhiger geworden sein

„Ich habe absolut daraus gelernt. Ich bin jetzt zurück und kann es besser machen“, sagte der 60-Jährige bei seiner Vorstellung in Mannheim. Sportlich ist allerdings noch wenig Entwicklung zu sehen. Das 7:0 am Freitag gegen Krefeld war bislang der einzige Sieg in vier Stewart-Spielen. Am Sonntag unterlag die Mannschaft mit 1:2 in Düsseldorf. Mit dem gleichen Ergebnis nach Penaltyschießen hatten die Panther die DEG am Freitag besiegt. Experten sagen, „Kill Bill“ sei ruhiger geworden, einigen ist er zu ruhig. Als es in Straubing bergab ging, habe der Ex-NHL-Verteidiger kaum reagiert. Mit Bill Stewart wollen die Mannheimer eine durchwachsene Saison retten.

Torwart Dennis Endras steht nach einer überstandenen Krankheit ebenso wieder im Kader wie Nationalstürmer Marcel Goc nach einer langen Verletzungspause. Gegen Augsburg könnte auch Stürmer David Wolf sein Comeback geben. Die Panther treffen wieder einmal auf große Namen und konzentrieren sich nur auf sich selbst: Der Augsburger Stewart baut auch in Mannheim auf frühes Forechecking.

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