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NHL exklusiv: NHL-Star Olaf Kölzig: Ein Neuanfang mit 38 Jahren

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NHL-Star Olaf Kölzig: Ein Neuanfang mit 38 Jahren

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    Sportredakteur Dirk Sing im Gespräch mit Olaf Kölzig
    Sportredakteur Dirk Sing im Gespräch mit Olaf Kölzig

    Seit der Saison 1989/1990 war Olaf Kölzig ununterbrochen für den NHL-Klub Washington Capitals tätig. Erstmals in seiner Karriere wechselte der 38-jährige ehemalige deutsche Nationaltorhüter vor Beginn dieser Spielzeit nun den Verein und heuerte bei den Tampa Bay Lightning an.

    Unser Redakteur Dirk Sing traf Kölzig am Rande des Derbys bei den Florida Panthers und unterhielt sich mit "Olie the Goalie" ausführlich über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

    Zwei Tage vor dem Duell mit den Florida Panthers ging es für Sie mit Ihrer neuen Mannschaft aus Tampa Bay erstmals zu dem Team zurück, bei dem Sie bislang Ihre komplette Karriere in der National Hockey-League verbracht hatten. Am Ende stand eine 2:4-Niederlage zu Buche. Hand aufs Herz: War diese Rückkehr ein Match wie jedes andere?

    Kölzig: Nein, ganz sicherlich nicht! Ich muss wirklich zugeben, dass es für mich nicht nur eine sehr harte und emotionale Partie, sondern auch eine unglaubliche Erfahrung war. Seit 1989 war ich in der Organisation der Capitals - und nun komme ich zurück und sitze auf einmal in der Gäste-Kabine. Das alleine war schon ein seltsames Gefühl.

    Natürlich unterhält man sich vor und nach dem Spiel auch mit vielen ehemaligen Mitspielern sowie Betreuern und Freunden. Am meisten haben mich jedoch die Reaktionen der Capitals-Fans berührt. Als wir bereits mit 0:2 zurücklagen, lief während einer Werbepause auf dem Videowürfel in der Halle ein kurzer Zusammenschnitt meiner erfolgreichen Jahre in Washington.

    Auch wenn ich mich an diesem Abend sehr auf meine Leistung und das Match fokusiert habe, so etwas bekommst du einfach mit und es geht dir auch sehr nahe. Dass wir am Ende mit 2:4 unterlagen, war natürlich sehr schade. Dennoch werde ich diese Begegnung mit Sicherheit nicht vergessen.

    Nach knapp 19 Jahren bei den Washington Capitals: Wie schwer ist Ihnen der Wechsel beziehungsweise die Umstellung nach Tampa Bay gefallen?

    Kölzig: Nun, eigentlich wollte ich nach dieser langen Zeit meine Karriere in Washington beenden. Doch gerade zum Ende der vergangenen Saison hin habe ich einfach nicht mehr das Vertrauen der Caps-Verantwortlichen gespürt, dass du als Torhüter einfach brauchst, um gute Leistungen abzuliefern.

    Oder anders gesagt: Ich saß die meiste Zeit auf der Bank! Als dann das Angebot aus Tampa kam und auch die Perspektive bei den Lightning eigentlich passte, habe ich mich für einen Wechsel entschieden. Ich sah dabei schlichtweg auch die größeren Chancen, regelmäßig zu spielen. Denn auf der Ersatzbank wollte ich meine lange Karriere als Eishockey-Profi in der NHL nicht beenden.

    Ihrer Familie dürfte der Schritt von Washington ins sonnige Florida nach Tampa doch sicherlich auch gefallen haben...

    Kölzig: (lacht) Oh ja, definitiv! Meine Kinder kommen von der Schule nach Hause, springen sofort in unserer Schwimmbad und können auch sonst - aufgrund der tollen Witterung - viele Dinge im Freien machen. Sie genießen jedenfalls diesen neuen "Way of life".Wir waren natürlich auch schon im Disneyland in Orlando, das nicht sonderlich weit von unserer neuen Heimat entfernt ist. Wir fühlen uns jedenfalls pudelwohl.

    Bleiben wir dennoch beim Sportlichen: Wenn Sie Ihre letztjährige Truppe aus Washington und das diesjährige Team aus Tampa Bay miteinander vergleichen: In welchem steckt mehr Potenzial?

    Kölzig: Hmm, das ist eine sehr schwere Frage! Grundsätzlich würde ich sagen, dass es sich um zwei völlig unterschiedliche Mannschaften mit anderen Voraussetzungen handelt. Wenn man die Capitals betrachtet, so wurde diese Mannschaft innerhalb der letzten drei, vier Jahre, insbesondere auch durch die Draftpicks, ganz gezielt zusammengestellt und jetzt nur noch punktuell verstärkt.

    Ich denke, dass das mit Sicherheit ein großer Vorteil ist, zumal sich das Team nun bestens kennt und hervorragend aufeinander eingespielt ist. Was diesen Aspekt betrifft, hat Washington wohl derzeit die Nase etwas vorne. Was unsere Mannschaft betrifft, so gab es doch einen ziemlich großen Umbruch mit zahlreichen Zu- und Abgängen. Dass es nun etwas dauert, bis sich das Team beziehungsweise die einzelnen Reihen gefunden haben, ist völlig normal. Ich denke aber schon, dass wir von unserer indivuellen Klasse her allemal in der Lage sein dürften, mit den Capitals mindestens gleichzuziehen.

    Kommen wir auf Ihre Situation in Tampa Bay zu sprechen: Sie müssen sich momentan mit der Rolle des "Back up"' hinter Mike Smith begnügen. Wie kommen Sie mit diesem Umstand zurecht?

    Kölzig: Als ich vor einigen Monaten meinen Vertrag in Tampa unterzeichnet habe, wusste ich, dass die Lightning mit Smith einen hervorragenden Schlussmann in ihren Reihen haben, mit dem ich um den Platz zwischen den Pfosten kämpfte. Mike hat dann sehr gute Leistungen im Trainingscamp abgeliefert und diese auch in seinen bisherigen Einsätze in der diesjährigen NHL-Saison bestätigt.

    Natürlich würde ich gerne jedes Spiel absolvieren. Aber auf der anderen Seite kann ich natürlich auch die Organisation der Tampa Bay Lightning verstehen. Mike ist gerade einmal 26 Jahre alt und hat seine besten Jahre als Torhüter noch vor sich. Sie wollen ihn als starke Nummer eins für die nächsten fünf oder zehn Spielzeiten aufbauen - das muss ich schlichtweg akzeptieren. Ich kann daher nicht mehr tun, als in jedem Training weiter hart zu arbeiten und dann topfit zu sein, wenn ich das Vertrauen unseres Coaches bekomme.

    Lesen Sie hier Teil II des Interviews mit Olaf Kölzig.

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