Über 18 Jahre lang ging Olaf Kölzig in der NordamerikanischenEishockey-Liga NHL für die Washington Capitals aufs Eis. Im Alter von38 Jahren wagte er zu dieser Saison einen Neuanfang. Dirk Sing sprach mit dem ehemaligen deutschen Nationaltorhüter.

Über 18 Jahre lang ging Olaf Kölzig in der NordamerikanischenEishockey-Liga NHL für die Washington Capitals aufs Eis. Im Alter von38 Jahren wagte er zu dieser Saison einen Neuanfang. Dirk Sing sprach mit dem ehemaligen deutschen Nationaltorhüter. Lesen Sie Teil II des Interviews.
In den amerikanischen Medien wird bereits über einen möglichen Trade von Ihnen spekuliert. Haben Sie sich damit auch schon befasst?
Kölzig: Das sind Gerüchte. Ich denke, es ist fast zwangsläufig, dass mein Name in diesem Zusammenhang fällt. Auf der einen Seite gibt es einige Vereine, die mit ihren Torhütern momentan nicht recht zufrieden sind - und wenn man dann gleichzeitig sieht, dass ich bislang noch nicht so viel gespielt habe, dann ergeben sich derartige Spekulationen von selbst. Derzeit konzentriere ich mich voll und ganz auf meine Aufgabe in Tampa. Doch gänzlich ausschließen kann man so etwas in der NHL sicherlich nie.
Mit ihren 38 Jahren sind Sie eigentlich im besten "Torhüter-Alter". Haben Sie sich schon Gedanken darüber gemacht, wie lange Sie diesen Job noch ausüben möchten?
Kölzig: (lacht) Vielen Dank für das Kompliment! Naja, ich muss schon ganz ehrlich sagen, dass einem der ganze Stress und auch die anschließende Regeneration nach dem Training und den Spielen von Jahr zu Jahr schwerer fällt. Ich muss jetzt einfach mal abwarten, wie sich die diesjährige Saison weiter entwickelt.
Wenn ich merke, dass ich meinem Team auf dem Eis immer noch helfen kann, wäre es durchaus möglich, nochmals ein Jahr - dann allerdings mit Sicherheit das letzte - dranzuhängen. Doch das werde ich in aller Ruhe entscheiden.
Zahlreiche Akteure aus der NHL haben sich in diesem Jahr für das "russische Abenteuer KHL" entschieden. Würde Sie ein solcher Schritt zum Ende Ihrer Karriere nicht auch reizen?
Kölzig: Nein, auf keinen Fall! Ich weiß zwar, dass man dort sehr gutes Geld verdienen kann. Doch alleine wegen der Kohle habe ich noch nie einen Vertrag unterschrieben und werde es auch jetzt nicht machen. Mein größter Traum war und ist es immer noch, den Stanley Cup zu gewinnen. Leider hat es bisher nicht geklappt. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf (lacht).
Im Jahr 2010 stehen zwei Eishockey-Großereignisse auf dem Programm: Einerseits die Olympischen Spiele in Vancouver, andererseits die Weltmeisterschaft in Deutschland. Würden Sie diese Ereignisse zum Karrierenende hin nicht nocheinmal reizen?
Kölzig: Klar sind solche Events immer etwas ganz Besonderes. Doch wenn ich meine Laufbahn spätestens nach der Saison 2009/2010 beende, dann sollte es damit auch genug sein. Außerdem hat Bundestrainer Uwe Krupp sehr gute und vor allem jüngere Torhüter in seinen Reihen, für die derartige Erfahrungen unbezahlbar sind. Ich möchte allerdings betonen, dass ich immer sehr gerne für das DEB-Team gespielt habe und es mir mit den Jungs stets enormen Spaß bereitet hat.
Stichwort Deutschland: Sie pflegen eine besondere Beziehung nach Augsburg beziehungsweise Eurasburg. Dort lebt Ihre Großmutter Elfriede, die sie vor einiger Zeit schon einmal besucht haben...
Kölzig: ...das stimmt, ja! Neben meiner Oma leben auch mein Onkel Ralf und meine Tante Petra dort. Zudem habe ich noch einen weiteren Onkel in Ulm, den Volker! Nachdem mein Vater jedoch vor einigen Jahren gestorben ist, ist der Kontakt zu meinen Verwandten in Deutschland leider nicht mehr so regelmäßig, wie er eigentlich sein sollte - was sicherlich auch an der großen räumlichen Distanz liegt.
Nichtsdestotrotz haben wir uns bereits vorgenommen, einen ausführlichen Trip nach Deutschland zu unternehmen, wenn ich meine Eishockey-Karriere beendet habe. Und darauf freue ich mich mit meiner Familie schon jetzt riesig.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: