Exakt 59.38 Minuten zeigte die Stadionuhr in der Saturn-Arena, als Jimmy Waite auf seinem Bauch lag und ungläubig mit dem Kopf schüttelte. Der Panther-Schlussmann hatte in seinem 329 DEL-Match für die Schanzer zuvor wieder einmal das gezeigt, wofür ihn die Anhänger während seines sechsjährigen Engagements beim ERCI in ihr Herz geschlossen hatten. Von Dirk Sing


Von Dirk Sing
Ingolstadt - Exakt 59.38 Minuten zeigte die Stadionuhr in der Saturn-Arena, als Jimmy Waite auf seinem Bauch lag und ungläubig mit dem Kopf schüttelte. Der Panther-Schlussmann hatte in seinem 329 DEL-Match für die Schanzer zuvor wieder einmal das gezeigt, wofür ihn die Anhänger während seines sechsjährigen Engagements beim ERCI in ihr Herz geschlossen hatten:
Jede Menge unglaublicher und spektakulärer Paraden sowie tolle Reaktionen. Kurzum: "The Wall", wie der bald 40-Jährige auch ehrenvoll genannt wird, machte seinem Ruf bei seinem letzten Einsatz für Ingolstadt erneut all Ehre.
"Ich wollte diese Ära unbedingt mit einem Sieg abschließen. Das war mir ungemein wichtig", berichtete Waite, der sich 22 Sekunden vor der Schlusssirene durch Haie-Stürmer Marcel Müller zum 3:3-Ausgleich doch noch einmal bezwingen lassen musste. "Klar war ich in dieser Situation etwas enttäuscht - aber zugleich auch sehr müde", sagte der Panther-Schlussmann, für den seine Teamkollegen dann aber das passende Abschiedsgeschenk in Form des 4:3-Siegtreffers durch Duncan Milroy doch parat hatten.
Was folgte, war eine zweifelsohne emotionsgeladene und auch tränenreiche Verabschiedung des "besten Torhüters, mit dem ich in meiner Karriere zusammengespielt habe" (Jakub Ficenec). Nachdem die ebenfalls scheidenden Jean-Francois Boucher, Matt Keith, Sasa Martinovic, Yves Sarault, Sebastian Vogl, Yannic Seidenberg, Jason Holland, Martin Hinterstocker, Tobias Draxinger, Matt Higgins und Co-Trainer Tobias Abstreiter mit Geschenkkörben offiziell verabschiedet wurden, kam der emotionsgeladenste Moment an diesem Tag: Die Zuschauer (nahezu keiner hatte seinen Platz in der Arena verlassen), Mitspieler, Vereinsverantwortlichen und Journalisten verneigten sich vor einem "großartigen Sportsmann und ganz feinen Menschen" (Kapitän Glen Goodall): Jimmy Waite! Mit Tränen in den Augen nahm der Publikumsliebling zahlreiche Abschiedsgeschenke entgegen und fuhr gemeinsam mit seiner Ehefrau Nancy ("Wir haben uns in Ingolstadt sechs Jahre wohlgefühlt und werden diese Zeit für immer in unserem Herzen tragen") sowie den Söhnen Brandon und Matthew noch eine überaus ergreifende Ehrenrunde, bei der es keinen Zuschauer mehr auf seinen Sitzen hielt.
Als verdienter Lohn für seine großartigen Leistungen in den vergangenen sechs Jahren wurde zu guter Letzt noch sein Trikot mit der Nummer 29 unter die Hallendecke der Saturn-Arena gehievt und wird auch künftig - zu Ehren Jimmy Waites - nicht mehr vergeben! "Diese Tatsache macht mich natürlich wahnsinnig stolz. Ich kann mich nur bei allen Fans und den Verantwortlichen dafür riesig bedanken", flüsterte Waite sichtlich gerührt. Doch damit stand der Frankokanadier an diesem Tag wahrlich nicht alleine da.
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