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30. Januar 2012 22:55 Uhr

ERC Ingolstadt

Schimpfende Gewinner

Beim 3:2-Sieg gegen Hamburg machte es der ERC Ingolstadt am Ende selbst nochmal spannend – was bei einigen für Unmut sorgte

Nach sieben torlosen Spielen wieder einmal erfolgreich: Joe Motzko
Foto: Xaver Habermeier

Seit neun Heimspielen ist der ERC Ingolstadt nun schon zu Hause ungeschlagen und liegt in der Deutschen Eishockey-Liga weiter auf dem zweiten Tabellenplatz. Also alles in Ordnung bei den Panthern, könnte man meinen. Doch wer am Sonntagabend das Spiel der Ingolstädter gegen die Hamburg Freezers verfolgte, hätte gut auch zu einem anderen Fazit kommen können.

Denn trotz des 3:2-Sieges kochten bei den Oberbayern am Ende der Partie noch einmal die Emotionen hoch. Während bei Trainer Rich Chernomaz das Taktiktafel dran glauben musste und nach einem kurzen Wutausbruch des Kanadiers das Zeitliche segnete, war es bei Stürmer Thomas Greilinger der Schläger, der den Unmut seines Besitzers über sich ergehen lassen musste. Nachdem dieser nicht zu Bruch gehen wollte, stapfte Greilinger nach der Schlusssirene stinksauer in die Kabine und ließ die obligatorische Ehrenrunde der Sieger durch die Saturn-Arena sausen.

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Hintergrund für die beiden Aufreger war die letzte Minute des eher mäßigen Spiels gegen die Freezers. 3:2 lagen die Panther in Front, als Hamburgs Trainer Benoit Laporte seinen Torhüter John Curry zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis holte und auf den Ausgleich drängte. Dieser Schachzug ging aber beinahe nach hinten los, denn ein ums andere Mal erkämpften sich die Ingolstädter daraufhin den Puck und nahmen das verwaiste Tor ins Visier – jedoch ohne Erfolg. Einmal scheiterte Luciano Aquino am Pfosten, einmal schob er die Scheibe knapp neben das Gehäuse und als dann Michel Périard aus der Entfernung doch noch traf, raubte die kurz zuvor ertönte Schlusssirene dem Treffer die Gültigkeit.

„Wenn Du am Ende solche Möglichkeiten hast, musst du einfach cleverer spielen und vielleicht auch deinen freien Nebenmann im Blick haben “, schimpfte Greilinger. „In anderen Spielen kassierst du in so einer Phase noch ein Gegentor und dann schaust du ganz schön dumm aus der Wäsche.“ Er verließ nach der Partie als einer der ersten die Katakomben der Saturn-Arena, während sich seine Teamkollegen noch ein Sieger-Bier genehmigten.

Bei Trainer Rich Chernomaz war der Ärger über die verpassten Möglichkeiten am Ende deutlich schneller verraucht. Schon in der abschließenden Pressekonferenz war er wieder zu Scherzen aufgelegt: „Wir haben bereits für das Spiel am Freitag ein neues Taktikbrett bestellt.“ Insgesamt sah er das effektivere Überzahlspiel der Panther mit den beiden Toren von Périard und Hahn als Schlüssel zum Erfolg gegen Hamburg. Außerdem lobte er die beiden Torhüter Markus Janka und Ian Gordon, die am Wochenende maßgeblichen Anteil an den vier Punkten (am Freitag hatte der ERC erst im Penaltyschießen in München verloren) gehabt hätten.

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