Mittwoch, 23. August 2017

ERC Ingolstadt

12. Juni 2017 21:05 Uhr

ERC Ingolstadt

Tempo-Eishockey mit den Panthern

Im Interview verrät Neuzugang Darin Olver, wie er seinen Wechsel von den Eisbären Berlin zu den Schanzern erlebte, welche Rolle dabei Sportdirektor Larry Mitchell spielte und welche Ziele er sich vornimmt

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Zuletzt ein Eisbär, ab sofort ein Panther: Center Darin Olver (rechts) wechselt ihm Tausch für den Ex-Ingolstädter Thomas Oppenheimer aus Berlin nach Oberbayern.
Foto: imago

Er hat in der Deutschen Eishockey-Liga zweifelsohne für Aufsehen gesorgt: Der Spielertausch zwischen den Eisbären Berlin und dem ERC Ingolstadt. Während Thomas Oppenheimer künftig für den Hauptstadt-Klub auf Torjagd geht, schloss sich Darin Olver den Panthern an. Wir haben mit dem 32-jährigen gebürtigen Kanadier, der zudem einen deutschen Pass besitzt, und auf der Center-Position beheimatet ist, gesprochen.

Darin, seit knapp einer Woche ist es nun offiziell, dass Sie ab der kommenden DEL-Saison für den ERC Ingolstadt stürmen werden. Wie haben Sie die letzten Tage, bis es zur Vertragsunterschrift bei den Schanzern gekommen ist, erlebt?

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Olver: Nun, das Ganze ist wirklich unglaublich schnell vonstatten gegangen. Als ich von der Möglichkeit, nach Ingolstadt zu wechseln, gehört hatte, habe ich mich natürlich zuvor über den ERCI, seinen Kader und seine Spielweise informiert. Für mich war es vor allem wichtig, zu einem Team zu kommen, dass von seiner Spielausrichtung her ähnlich wie die Eisbären Berlin agiert – und zwar mit hohem Tempo und dementsprechend viel Raum nach vorne. Mit dieser Spielweise kann ich mich am besten identifizieren. Und wie ich gehört habe, ist es auch genau das, was die Panther spielen wollen. Mit Brandon Buck oder John Laliberte, um nur einige Jungs zu nennen, verfügen sie über schnelle und technisch starke Akteure. In meinen Augen ist das die Grundvoraussetzung dafür, um als Mannschaft ein echter ’Contender’ zu sein.

Sie hatten bekanntlich noch einen laufenden Vertrag bei den Eisbären Berlin bis 2018. Als Sie zum ersten Mal von einem möglichen Tausch „Oppenheimer/Olver“ gehört haben: Waren Sie überrascht beziehungsweise wie war Ihre erste Reaktion?

Olver: Was die Vereine da jetzt untereinander genau ausgehandelt beziehungsweise wie und wann diese Gespräche und Verhandlungen stattgefunden haben, kann ich Ihnen leider nicht sagen. Ich denke, dass das letztlich die Aufgabe der Vereine ist, diesen Vorgang entsprechend zu kommunizieren. Von dem her bitte ich auch um Verständnis, dass ich mich dazu eigentlich gar nicht groß äußern möchte. Fakt ist, dass ich einen Vertrag beim ERC Ingolstadt unterschrieben habe – und auf diese neue Aufgabe freue ich mich riesig.

Während Ihrer Zeit in Augsburg (2009 bis 2011) haben Sie unter dem damaligen AEV-Headcoach und jetzigen Sportdirektor des ERC Ingolstadt, Larry Mitchell, gespielt. Welchen Einfluss hatte Mitchell auf Ihre jetzige Entscheidung?

Olver: Ich denke, dass es für einen Spieler bei einem Vereinswechsel immer extrem wichtig ist, wenn man eine der dort verantwortlichen Personen bereits hervorragend kennt. Es gibt einem einfach ein sehr gutes Gefühl, dass dich – in diesem Fall der Sportmanager – unbedingt zu seinem Klub holen möchte, weil er von dir überzeugt ist. Auf der anderen Seite vertraue aber auch ich Larry, dass er erneut in der Lage ist, eine starke Truppe zusammenzustellen, die das Potenzial hat, vorne mitzuspielen. Dass er das kann, hat er – vor allem bei Klubs mit geringem Budget – mehrfach bewiesen.

Welche Erinnerungen haben Sie konkret an Ihre Zusammenarbeit bei den Augsburger Panthern?

Olver: Ich habe meine Zeit in Augsburg geliebt! Zum einen ist mir dort der Durchbruch in der DEL gelungen. Zum anderen haben wir gleich in meinem ersten Jahr den Einzug ins Finale geschafft, wo wir dann den Hannover Scorpions unterlegen waren. Zuvor hatten wir nacheinander Mannheim, Berlin und Wolfsburg eliminiert. Das war schon ein unglaublicher Siegeszug. Na ja, und die Saison danach haben wir dann als Letzter abgeschlossen. Kurioserweise war das – individuell betrachtet – mein bislang bestes Jahr in der DEL (48 Partien, 70 Punkte). Insgesamt betrachtet hatte ich also unter Larry eine sehr erfolgreiche Zeit.

Beim ERCI arbeitet Mitchell „nur“ als Sportdirektor. Waren Sie überrascht, als Sie zum ersten Mal davon gehört haben, dass er quasi weg vom Eis und hin an den Schreibtisch wechselt?

Olver: (lacht) Ja und nein. Wenn man auf die vergangenen Jahre zurückblickt, dann hat Larry bei seinen bisherigen Stationen in Augsburg und Straubing schon immer die Teams zusammengestellt und dabei ein sehr gutes Händchen bewiesen. Der große Vorteil für ihn ist jetzt sicherlich, dass er sich nun voll und ganz auf diese Aufgabe konzentrieren kann. Man darf nicht vergessen, dass die Position des Trainers eigentlich ohnehin schon ein ’Fulltime-Job’ ist. Ich bin überzeugt, dass er für sich persönlich die beste Entscheidung getroffen hat.

Nach den beiden Spielzeiten in Augsburg sind Sie zu den Eisbären Berlin gewechselt und haben dort die vergangenen sechs Jahre verbracht (2001 bis 2017). Wie würden Sie Ihre Zeit bei den Eisbären beschreiben?

Olver: Ich muss ehrlich zugeben, dass ich während dieser Zeit das schönste Eishockey mit dem größten Spaßfaktor gespielt habe. Viele Profis haben gar nicht erst die Möglichkeit, sechs Jahre bei dem gleichen Verein zu sein. Ich hatte dagegen das große Glück, ein längerer Teil der Eisbären-Geschichte zu sein. Gleich in meinen ersten beiden Spielzeiten konnte ich mit dem Team die Meisterschaft feiern – das war einfach unglaublich! Natürlich gab es in diesem langen Zeitraum auch immer wieder Höhen und Tiefen. Dennoch war es für mich der bislang schönste Abschnitt in meiner Karriere.

Lassen Sie uns abschließend noch einen kurzen Blick vorauswerfen: Welche Ziele haben Sie sich sowohl persönlich als auch mit dem ERCI gesteckt?

Olver: Nun, nachdem ich sehr ambitioniert bin, sollte unser gemeinsames Ziel mit dem Team eine „Top-Vier“-Platzierung sein. In meinen Augen ist das auch durchaus realistisch – zumal das im Hinblick auf die Playoffs ein großer Vorteil wäre. Was wir indes auf alle Fälle vermeiden sollten, wäre die Teilnahme in den Pre-Playoffs. Nicht zuletzt bei den Panthern hat man dort ja in den vergangene beiden Jahren schlechte Erfahrungen gemacht. Was mich selbst betrifft: Mein Anspruch ist es, immer um die Meisterschaft zu spielen. Dementsprechend erwarte ich von mir, dass ich meine Mannschaft dabei bestmöglich unterstütze – als Stürmer natürlich vor allem durch möglichst viele Tore und Assists.

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