ERC-Verteidiger Prestin Ryan hat Besuch von seinen Eltern, konzentriert sich aber voll und ganz auf das Spiel gegen die Straubing Tigers Von Michael Böhm

Prestin Ryan steht bei den Ingolstädter Panthern in diesen Tagen unter besonderer Beobachtung. Seine Eltern sind für drei Wochen zu Besuch in Ingolstadt und vor allem Vater Barrie interessiert sich sehr dafür, wie sich Sohnemann Prestin als Verteidiger des ERCI so schlägt.
Nur wenige Stunden nach der Ankunft am Sonntag verfolgte der Kanadier schon das Spiel der Panther gegen die Nürnberg Ice Tigers. Unter der Woche stattete er nun regelmäßig dem Training einen Besuch ab und wurde gestern sogar kurzfristig zum „Co-Co-Trainer“ ernannt. „Ich habe Rick Nasheim gefragt, ob ich ihm auf dem Eis ein bisschen helfen kann, die Pucks einzusammeln und solche Dinge. Er hat ja gesagt“, erzählte Barrie Ryan, der früher selbst viel Eishockey gespielt hat und seinem Sohn die ersten Dinge auf dem Eis beigebracht hat. „Er genießt es, auf dem Eis zu sein und für mich ist es natürlich auch schön, meinen Vater um mich zu haben“, sagte Prestin Ryan, der sich gestern dennoch mehr auf die Vorbereitung auf das nächste Spiel, als auf seinen Vater konzentrierte.
Denn heute Abend treten er und die Ingolstädter auswärts bei den Straubing Tigers an. „Ein schweres Spiel“, wie Prestin Ryan meint. Nicht umsonst stünden die Niederbayern aktuell auf dem sechsten Platz, nur sechs Zähler hinter den Panthern (3.). „Sie sind sehr schnell und werden auch sehr körperlich spielen. Unsere Aufgabe wird es sein, ihnen unser Spiel aufzuzwingen“, sagte Trainer Rich Chernomaz gestern.
Zweimal standen sich beide Teams in dieser Saison schon gegenüber. Beim ersten Aufeinandertreffen am Straubinger Pulverturm gingen die Ingolstädter als Verlierer vom Eis (1:2), beim Rückspiel vor gut einem Monat zerlegten sie die Tigers dafür in einem recht kuriosen Spiel mit 7:4. Viele Strafzeiten – insbesondere auf Straubinger Seite – sorgten damals für den klaren Erfolg des ERC. Zudem mussten die Tigers auf ihren Stammtorhüter Barry Brust verzichten, der heute Abend aber wohl mit von der Partie sein dürfte. Zuletzt war er nach Angaben des Vereins wegen einer Knieverletzung ausgefallen – Gerüchten zufolge soll er sich allerdings eine persönliche Auszeit genommen haben – diese Woche trainierte er aber wieder mit der Mannschaft.
„Er ist ein echter Charakter in dieser Liga, der sich allerdings auch recht leicht und häufig aus der Ruhe bringen lässt“, analysierte Chernomaz gestern mit einem Augenzwinkern den gegnerischen Goalie. Die – für einen Torhüter nicht übliche – Statistik spricht für sich: Brust kassierte in der laufenden Saison bereits 109 Strafminuten und liegt damit auf dem zweiten Platz hinter Augsburgs „Bad Boy“ Sean O’Connor.
Zu viele Gedanken an Brust wollen die Ingolstädter vor der Partie aber gar nicht verschwenden. „Wir müssen uns auf uns konzentrieren“, sagte Verteidiger Prestin Ryan. Im Angriff wird Luciano Aquino als überzähliger Ausländer auf der Tribüne sitzen, im Tor steht Ian Gordon. Wieder zum Einsatz kommen wird Christoph Gawlik. „Wir hatten diese Woche ein gutes Gespräch. Jetzt muss er den Worten Taten folgen lassen“, erklärte Chernomaz, nachdem er den Stürmer am Sonntag im Spiel gegen Nürnberg kurzzeitig in die Kabine verbannt hatte.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: