Freitag, 29. August 2014

06. April 2013 11:30 Uhr

FC Augsburg

BVB-Scouts sind vom FCA stark beeindruckt

Heiner Schuhmann und sein Sohn Christoph suchen nach neuen Talenten für den BVB und beobachten die nächsten Borussen-Gegner. Der FCA nötigt ihnen Respekt ab.

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Donnerstag früh ist Heiner Schuhmann nach London geflogen. Am Abend hat er Chelsea gegen Rubin Kasan beobachtet. Morgen sitzt er beim Spiel Westbromwich Albion – FC Arsenal auf den Rängen, und für eine Premiere League-Partie wartet er noch auf Order aus Dortmund. Dort sitzen seine obersten Chefs. Jürgen Klopp, Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke. Trainer, Manager und Geschäftsführer des FCA-Gegners an diesem Bundesliga-Spieltag, Borussia Dortmund.

Seit zehn Jahren ist Schuhmann für den deutschen Fußball-Meister als Scout unterwegs. Früher, als der ehemalige Lehrer noch im Dienst war, etwas weniger. Seit der 64-Jährige pensioniert ist, deutlich mehr. 120 bis 150 Spiele beobachtet er im Jahr für die Dortmunder. Die meisten in Süddeutschland, Frankreich, Österreich oder der Schweiz. Wenn es sein muss, aber auch am anderen Ende der Welt.

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Borussia Dortmund - FC Augsburg

Schuhmanns Auftrag lautet, junge Talente zu finden. Er sucht nach den neuen Götzes und Hummels. Das ist seine Spezialität. „Klopp möchte Spieler, die er noch formen kann, keine fertigen Stars, die schwer zu integrieren sind“, beschreibt der in Stätzling lebende BVB-Scout seine Zielgruppe.

Wahrscheinlich gibt es nicht viele, die für diese Aufgabe so geschaffen sind, wie der ehemalige Amateur-Nationalspieler, der früher die Trikots von Schwaben Augsburg, vom FC Augsburg und von 1860 München getragen hat. Schuhmann war später einer der erfolgreichsten deutschen Jugendtrainer, vierfacher DFB-Pokalsieger und deutscher Meister mit den A-Junioren des FCA. Unter ihm entwickelten sich Talente wie Bernd Schuster, Karl-Heinz Riedle, Dieter Frey oder Armin Veh zu Top-Spielern.

Fast jeden Akteur, der zum aktuellen Dortmunder Kader gehört, hat Schuhmann vorher mit beobachtet. Dabei ist es meist ein langer Weg, der einen Spieler zum BVB führt. Manche werden über Jahre immer wieder unter die Lupe genommen – und das nicht nur von einem Scout. Die Späher füttern den Trainerstab wöchentlich mit aktuellen Informationen. Darüber, wie sich ein Spieler entwickelt hat, über Technik, Schnelligkeit, charakterliches Verhalten – all’ das wandert in eine Datenbank. Der direkte Kontakt mit dem Trainerstab bleibt die Ausnahme.

Dortmund beschäftigt acht solcher Scouts. Seit vier Jahren gehört auch Schuhmanns Sohn Christoph hauptberuflich zur Truppe. Der 31-Jährige beobachtet vor allem die nächsten Gegner des BVB. Das hat ihn vor dem Dortmund 0:0 am Mittwoch in der Champions League nach Malaga geführt.

Am vergangenen Dienstag saß er beim 2:0-Sieg des FC Bayern gegen Juve in der Allianz Arena, nächste Woche besichtigt er den FC Barcelona und Paris St. Germain – alles mögliche BVB-Gegner in der Königsklasse.

Hoffenheim im Nacken

Am heutigen Samstag kreuzt der FC Augsburg in Dortmund auf. Schuhmann junior, früher Jugendtrainer beim FCA, hat die Augsburger vergangene Woche bei der 0:2-Niederlage gegen Hannover 96 beobachtet – und war beeindruckt. „Die Mannschaft ist taktisch gut eingestellt, funktioniert als Team, hat einen klaren Plan und war Hannover in allen Belangen überlegen“, fasst er zusammen, was er dem Dortmunder Trainerstab im Detail übermittelt. Nichts also, was Götze & Co Anlass bieten könnte, die Partie entspannter anzugehen.

Darüber hinaus bearbeitet er Videomaterial, das seine Beobachtungen bei Spielformationen, Standards oder Defensivverhalten dokumentiert. Schuhmann, der in Augsburg lebt, hat den FCA in dieser Saison schon ein halbes Dutzend Mal gesehen.

Die Entwicklung der Mannschaft verdiene Respekt, sagt der 31-Jährige. Was ihr im Moment vor allem fehle, sei Glück. Genau davon allerdings dürfte der FCA beim Tabellenzweiten eine besonders große Portion nötig haben.

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Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der neugegründete FC Augsburg in der drittklassigen Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf. Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand. Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga.

Präsident des FC Augsburg ist Walther Seinsch. Die Mannschaft wird trainiert von Markus Weinzierl. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden SGL-Arena aus.

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Wo landet der FCA in der Saison 2014/15?

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Anton Schwankhart

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


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FC Bayern München (24 Meisterschafteten); 1. FC Nürnberg (9); Borussia Dortmund (8); FC Schalke 04 (7); Hamburger SV (6); VfB Stuttgart (5), Borussia Mönchengladbach (5); 1. FC Kaiserslautern (4); Werder Bremen (4);VfB Leipzig;(3); SpVgg Fürth (3); 1. FC Köln (3); Berliner TuFC Viktoria 1889 (2); Hertha BSC (2); Hannover 96 (2); Dresdner SC (2); Berliner TuFC Union 1892; Freiburger FC; FC Phönix Karlsruhe; Karlsruher FV; Holstein Kiel; Fortuna Düsseldorf; Rapid Wien; VfR Mannheim; Rot-Weiss Essen; Eintracht Frankfurt; TSV 1860 München; Eintracht Braunschweig; VfL Wolfsburg (je 1)

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