Axel Bellinghausen zittert. Kaum zu glauben, zumal „Bello“ während der vergangenen Saison unerschrocken in jeden Zweikampf ging und nie am Klassenerhalt des FC Augsburg zweifelte. Doch in diesem Fall ist es halt ein bisschen anders. Bellinghausen kann seinem künftigen Verein Fortuna Düsseldorf in der Aufstiegsrelegation zur Bundesliga nicht selbst helfen. Deshalb war er beim Hinspiel zwischen Hertha BSC Berlin und der Fortuna (1:2) auch nicht vor Ort.
„Erstens wollte ich meine Nerven schonen und zweitens hatte ich einen wichtigen Zahnarzt-Termin“, sagt Bellinghausen. Deshalb konnte er das Spiel lediglich vom Bildschirm weg analysieren: „Die Partie hat mich irgendwie an unser Spiel in der Vorrunde bei Hertha BSC erinnert. Nur das wir damals beim 2:2 das erste Tor geschossen haben. Das 1:0 für Berlin ist Düsseldorf lange in den Kleidern gesteckt, aber dann hat Hertha das Heft des Handelns aus der Hand gegeben.“ Vorfreude keimt beim Mittelfeldspieler aber noch keine auf: „Natürlich hat die Fortuna eine komfortable Ausgangsposition, aber es ist noch gar nichts passiert. Auch Berlin ist durchaus in der Lage in Düsseldorf zwei Tore zu schießen.“
Bellos Bootstour ohne Chuck
Ansonsten lässt es Bellinghausen erstmals entspannt angehen. Er wohnt auch zusammen mit seiner Freundin noch in Diedorf (Landkreis Augsburg) und wird in Kürze seinen wohlverdienten Urlaub antreten. „Wir machen eine zweiwöchige Mittelmeer-Kreuzfahrt“, verrät Bellinghausen. Ohne seinen geliebten Rottweiler „Chuck“, der dann in einer Hundepension logiert.
Man gewinnt den Eindruck, dass es Bellinghausen unangenehm ist, über die letzten turbulenten Tage beim FCA zu sprechen: „Ich habe eigentlich nichts gelesen und auch gar nichts gesehen.“ Eigentlich? „Natürlich wird man überall darauf angesprochen und es tut mir auch leid, dass Trainer Jos Luhukay gegangen ist. Eigentlich könnte es mir egal sein, aber ich hänge ja noch an dem Verein.“ Zumindest hat Bellinghausen einen Wunsch, bevor er Augsburg verlässt: „Ich wünsche mir, dass der FC Augsburg den eingeschlagenen Weg, denn man jetzt lange Zeit gegangen ist, nicht wieder verlässt.“
Brinkmann: Hatte drei schöne Jahre
Selbiges hört man auch von Daniel Brinkmann (15 Saisoneinsätze). DerMittelfeldspieler hat seinen noch bis 30. Juni 2013 datierten Arbeitsvertrag in Augsburg Anfang der Woche auf eigenen Wunsch aufgelöst. Über die Ablösemodalitäten haben beide Vereine Stillschweigen vereinbart, Brinkmann erhält in der Lausitz einen Vertrag bis 2015. „Ich hatte drei sehr schöne Jahre beim FC Augsburg und bin froh, Teil der Entwicklung in diesem Verein gewesen zu sein. Ich habe mich in Augsburg sehr wohl gefühlt, suche jetzt aber eine neue sportliche Herausforderung“, erklärt Daniel Brinkmann seinen Schritt. Wohl auch deshalb, weil er in der Rückrunde in den sportlichen Planungen des Vereins kaum noch eine Rolle spielte. Im Saisonendspurt musste der Mittelfeldspieler zudem wegen einer hartnäckigen Adduktorenverletzung pausieren.
In den vergangenen Tagen war er in Cottbus um nach einer neuen Bleibe Ausschau zu halten. „Ein Haus im Grünen“, suchen er und seine Frau, die in Augsburg noch im Stadteil Hammerschmiede wohnen. Jetzt geht es für Brinkmann allerdings mit der Familie auf die Seychellen. Auf den Inseln im indischen Ozean treffen die Brinkmanns mit Torsten Oehrl einen ehemaligen und mit Uwe Möhrle einen künftigen Teamkollegen.