Im Spiel zwischen dem FC Augsburg und dem 1. FC Nürnberg steht auch Schiedsrichter Wolfgang Stark im Mittelpunkt. Wegen seiner Herkunft - und den letzten Leistungen. Von Tilmann Mehl

Wolfgang Stark gilt als einer der besten deutschen Schiedsrichter. Der 42-Jährige pfiff in diesem Jahr das Europa-League-Endspiel zwischen Atlético Madrid und Athletic Bilbao.
Außerdem war er als einziger deutscher Unparteiischer bei der EM in Polen und in der Ukraine dabei.
Doch seitdem sieht sich Stark immer wieder großer Kritik ausgesetzt. So verwehrte er den Kroaten im abschließenden Gruppenspiel gegen Spanien einen eindeutigen Elfmeter und übersah ein Handspiel Iniestas vor dem Siegtreffer zum 1:0. Während die Spanien am Ende Europameister wurden, schieden die Kroaten in der Vorrunde aus.
Vor rund einem Monat zog sich Stark zudem die Wut türkischer Fans zu. Im Champions-League-Spiel zwischen Manchester United und Galatasaray Istanbul verwehrte er den Türken nach nicht einmal einer Minute einen klaren Foulelfmeter. Sogar "Verursacher" Nemanja Vidic räumte anschließend ein, dass er sich bei einem Pfiff Starks nicht hätte beschweren dürfen. Weil Stark den Briten in der zweiten Hälfte dann einen zumindest zweifelhaften Strafstoß zusprach, Galatasaray aber wenige Minuten vor dem Ende abermals einen verweigerte, wurde er nach der 0:1-Niederlage der Türken in den Medien hart angegangen.
Die Zeitung fotomac nannte Stark "blinder Teufel", während Today's Zaman ihn der "Nachtblindheit" bezichtigte.
In Deutschland machte Stark zuletzt in der zweiten Bundesliga von sich reden. Am neunten Spieltag leitete er das Spiel zwischen Braunschweig und Bochum. Beim Treffer zum 1:0 der Braunschweiger gingen gleich zwei Spieler Bochums Keeper Andreas Luthe an. Stark sah es nicht gab den Treffer und hatte so seinen Anteil am 3:0-Erfolg der Braunschweiger.
Für ein wenig Aufsehen vor dem Spiel des FC Augsburg beim 1. FC Nürnberg sorgt auch die Herkunft von Wolfgang Stark.
Der ist gebürtiger Landshuter und pfeift für den bayerischen Verein DJK Altdorf. Normalerweise dürfen die Unparteiischen nicht aus dem gleichen Landesverband wie einer der beiden Vereine kommen. Bisher hat auch noch nie ein Schiedsrichter eines Landesverband die Partie geleitet, wenn gleich beide Vereine aus dem gleichen Landesverband kommen. Diesmal jedoch hat der DFB von dieser Richtlinie Abstand genommen und Stark für die Partie zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Augsburg (heute, 15.30 Uhr) eingeteilt.
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