Donnerstag, 19. Januar 2017

09. Januar 2017 18:11 Uhr

FC Augsburg

Callsen-Bracker: "Ich will 2016 endgültig abhaken"

Seit über einem Jahr kämpft Jan-Ingwer Callsen-Bracker um die Rückkehr ins Mannschaftstraining des FC Augsburg. Wie der Profi mit seiner Verletzung umgeht

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Zackig zurück: Jan-Ingwer Callsen-Bracker beim FCA-Training in Marbella.
Foto: Klaus Rainer Krieger

Herr Callsen-Bracker, Sie machen einen entspannten Eindruck ...

Jan-Ingwer Callsen-Bracker: Mir geht es auch gut. Vor allem freue ich mich, im Trainingslager dabei zu sein.

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Dem FCA fehlen Sie jetzt aufgrund Ihrer Verletzung seit über einem Jahr. Hier im Trainingslager arbeiten Sie zusammen mit Athletik-Trainer Andreas Bäumler. Der Fortschritt ist deutlich sichtbar ...

Callsen-Bracker: Wir machen hier ein sehr gutes Rekonvaleszenz-Programm, das mich ans Mannschaftstraining heranführt.

Können Sie das vergangene Jahr kurz Revue passieren lassen?

Callsen-Bracker: Eigentlich möchte ich gar nicht mehr zurückblicken, ich will 2016 endgültig abhaken. Vor mehr als einem Jahr wurde ich schwer gefoult (Europa-League-Spiel in Belgrad, Anm. d. Red.), aber ich hatte mit dem Tag meiner Operation immer ein klares Ziel vor Augen. Natürlich wusste ich, dass ich einen schweren Weg vor mir habe, aber ich habe immer an mein Comeback geglaubt, weil ich ein positiv denkender Mensch bin.

Wie war die Resonanz nach Ihrer Verletzung im Fan- und im Mannschaftskreis?

Callsen-Bracker: Vor allem am Anfang war die Anteilnahme groß. Ich wurde oft von Fans nach meinem Befinden gefragt und bekam viele Genesungswünsche. Sehr gefreut hat mich, wie sich der Verein und die Mannschaft verhalten haben. Man hat sich immer nach mir erkundigt, und ich hatte immer das Gefühl, auch in dieser Zeit nah dran zu sein.

Vor rund einem halben Jahr wähnten Sie sich ganz nah dran. Dann erlitten Sie gesundheitlich einen Rückschlag.

Callsen-Bracker: Ich habe das damals gar nicht so sehr als Rückschlag empfunden. Die Heilung des Knochenödems ging nur nicht so schnell, wie ich mir das erhofft hatte. Alle anderen Bereiche hatten sich sehr gut entwickelt.

Kann es sein, dass Sie noch in Marbella ins Mannschaftstraining einsteigen?

Callsen-Bracker: Nein. Das Mannschaftstraining ist erst möglich, wenn ich hundertprozentig fit bin und auch wieder Zweikämpfe bestreiten kann. Wir haben einen sehr guten Plan erstellt, und wenn ich weiter so trainiere wie bisher, kann ich bald wieder angreifen.

Hatten Sie gedacht, dass Sie im Trainingslager mit dabei sind?

Callsen-Bracker: Es hat sich angebahnt. Ich habe in letzter Zeit individuelles Lauf- und Balltraining absolviert. Dem Trainer war wichtig, dass ich mitfahre, und jetzt bin ich froh, dabei zu sein.

Was halten Sie eigentlich von Manuel Baum?

Callsen-Bracker: Wir kennen uns schon länger. Er ist ein moderner Trainer, der dies mit erfolgreicher Arbeit im Nachwuchsbereich des FCA bewiesen hat. Ich habe mich gefreut, als ich erfahren habe, dass der FCA längerfristig mit ihm als Cheftrainer plant.

Unabhängig von Ihrer Verletzung – was erwarten Sie sich sportlich mit dem FCA?

Callsen-Bracker: Dass wir unsere Ziele erreichen. Vorrangig ist das natürlich der Klassenerhalt. Das ist wichtig für die weitere Entwicklung des Vereins.

Im Sommer dieses Jahres läuft beim FCA Ihr Vertrag aus. Haben Sie Zukunftsängste?

Callsen-Bracker: Natürlich denke ich an die Zukunft, aber sie macht mir keine Angst. Wie schon gesagt, ich bin ein positiv denkender Mensch.

Würden Sie gerne beim FCA bleiben?

Callsen-Bracker: Ich fühle mich sehr wohl in Augsburg und würde auch gerne weiter für den FCA spielen. Aber das Wichtigste ist, dass ich wieder hundertprozentig fit werde. Dann werden wir uns sicherlich zusammensetzen und miteinander sprechen.

Sie sind dafür bekannt, dass Sie Sprachen lieben und den Ehrgeiz haben, sich mit Ihren Mannschaftskameraden in deren Sprache zu unterhalten. Sie sollen auch ein bisschen koreanisch und japanisch sprechen.

Callsen-Bracker: (lacht) Das wäre jetzt doch etwas übertrieben. Ich versuche ein paar Wörter zu lernen. Das klappt ganz gut. Das macht mir Spaß und den Jungs in der Mannschaft auch.

Jan-Ingwer Callsen-Bracker hat seit über einem Jahr nicht mehr für den FC Augsburg gespielt. Bei einem Foul im Europa-League-Rückspiel in Belgrad erlitt der 32-Jährige eine schwere Sprunggelenksverletzung. Der Vertrag des Abwehrspielers beim FCA läuft noch bis zum Saisonende.

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Ein Artikel von
Wolfgang Langner

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


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Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Dirk Schuster. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

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