Mittwoch, 24. Mai 2017

18. März 2017 11:49 Uhr

FC Augsburg-Gegner

Christian Streich: Freiburgs kauziger Trainer ist Kult

Mit Christian Streich ist der Sport-Club ab- und wieder aufgestiegen. Er äußert sich nicht nur zum Fußball.

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Mit Christian Streich ist der Sport-Club ab- und wieder aufgestiegen.
Foto: Patrick Seeger (dpa)

Wie schnelllebig der Profifußball geworden ist, verdeutlicht Christian Streich. Weil er seit über fünf Jahren die Fußballprofis des SC Freibug befehligt, ist er der dienstälteste Trainer in der Bundesliga. Einmal mehr steht der Klub aus dem Südwesten Deutschlands für Konstanz auf dieser Position. Selbst in einem Abstieg sahen die Macher des SC keinen Grund, sich von ihrem charismatischen Coach zu trennen. Unaufgeregt reagierten sie nach dem Niedergang im Sommer 2015.

Streich denkt vor Spiel beim FC Augsburg defensiv

Die Entwicklung in der laufenden Spielzeit bestätigt Sportvorstand Jochen Saier. Freiburg zählt zu den positiven Überraschungen der Saison, bereichert die Liga mit erfrischendem Fußball und liegt nach 24 Spieltagen lediglich einen Punkt hinter einem Startplatz für die Europa League. Streich, 51, indes denkt vor dem Auswärtsspiel beim FC Augsburg defensiv, beschäftigt sich nicht mit der oberen, sondern mit der unteren Tabellenregion. „Wir sind noch längst nicht gesichert“, betont Streich. Die Freiburger bleiben bescheiden. Wie sie das in der Vergangenheit stets waren. Parallelen zum heutigen Gegner lassen sich erkennen. Vordergründig geben die Verantwortlichen den Ligaverbleib aus, Ausreißer nach oben werden wohlwollend vernommen, jedoch nicht als Regelfall betrachtet.

Am Samstag spielt der FC Augsburg in der WWK Arena gegen den SC Freiburg. Trainer Manuel Baum hofft auf große Unterstützung durch die Fans - so wie auch im Heimspiel gegen Leipzig.

Einmal mehr ist es dem Klub aus dem Breisgau gelungen, einen homogenen Kader zusammenzustellen. Vincenzo Grifo, Florian Niederlechner oder Maximilian Philipp fühlen sich wohl im System mit aggressivem Pressing und schnellem Umschaltspiel. Nils Petersen, der schon beim FC Bayern spielte, reiht sich ein in dieses Gefüge.

Jonathan Schmid: "Fußballverrückter Typ"

Statt öffentlich seine Rolle als Edeljoker zu kritisieren, lobte er in der Winterpause den Horizont seines Trainers. Streich beschränke sich nicht auf den Fußball, merkte Petersen an, sondern nutze seine Bekanntheit und Reichweite für andere Themen. Streich positioniert sich politisch, äußert seine Meinung. Freiburgs Ex-Spieler Jonathan Schmid, jetzt für den FCA aktiv, beschreibt ihn als „fußballverrückten Typen“. Der Trainer ist Kauz und Kult, mit seiner direkten, authentischen Art ein Gegenentwurf zu den sonst weichgespülten Nichtssagern.

Streich wirkt emotional auf seine Spieler ein, die Oberflächlichkeit des Profigeschäfts, etwa die Gebaren in sozialen Netzwerken, sind ihm zuwider. Als im vergangenen Jahr die Meisterschaft perfekt war, und die Spieler ihm feiernd auf der Pressekonferenz eine Bierdusche verpassten, entwickelte Streich Empathie für den geschlagenen Gegner SC Paderborn. „Haut ab, die spielen noch gegen den Abstieg“, befahl Streich den Spielern.

Ungeachtet seiner Meinungsfreude abseits des Rasens zählt der Charismatiker zu den Fußballfachmännern. Zuletzt gegen Hoffenheim bewies er taktische Variabilität, ließ abwechselnd mit Vierer- und Dreierkette agieren. Zupass kommt Streich seine Personalsituation. Gegen Augsburg steht ihm nahezu der komplette Kader zur Verfügung.

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Ein Artikel von
Johannes Graf

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


FCA-Trainer
Ist Manuel Baum der Richtige?


Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

Die Torschützenkönige der Bundesliga