Donnerstag, 21. August 2014

02. Februar 2013 17:29 Uhr

FCA

Da war mehr drin: Augsburg spielt in Wolfsburg 1:1

Der FC Augsburg entführt aus Wolfsburg einen Punkt. Es hätten auch drei sein können.

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Fußball Bundesliga, 20. Spieltag, VfL Wolfsburg - FC Augsburg am 02.02.2013 in der Volkswagen-Arena in Wolfsburg (Niedersachsen). Augsburgs Ragnar Klavan hebt die Arme.
Foto: dpa, Peter Steffen

Der FC Augsburg zählt weiter zu den Überraschungen der Rückrunde. Zwar rutscht der FCA nach dem 1:1 (1:1)-Unentschieden beim VfL Wolfsburg wieder auf einem Abstiegsplatz zurück, da Hoffenheim zu Hause gegen Freiburg mit 2:1 gewann. Doch blieb der FCA auch im dritten Spiel nach der Winterpause ohne Niederlage. Und die Art und Weise macht weiter Mut. Denn der FCA agierte keineswegs wie ein Abstiegskandidat in Niedersachsen. Ganz im Gegenteil.

FC Augsburg mit viel Selbstvertrauen gegen VfL

In Wolfsburg ließ Trainer Markus Weinzierl seine Elf zum dritten Mal in Folge unverändert. Die kleine Mini-Serie (3:2 gegen Düsseldorf und 0:0 gegen Schalke) hatte ihn bestärkt, auch gegen die offensivstarken Wolfsburger seinem 4-1-4-1-System treu zu bleiben. Mutig erklärte er vor dem Anpfiff: "Wir sind zuversichtlich, wollen es weiter laufen lassen und den Druck auf die anderen Mannschaften aufbauen."

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Wolfsburgs Neu-Trainer Dieter Hecking, in einer Blitzaktion in der Winterpause von Nürnberg losgeeist, hatte den FCA in Düsseldorf beobachtet. Er warnte seine Spieler davor, die abstiegsbedrohten Schwaben zu unterschätzen "Die Mannschaft hat den Abstiegskampf angenommen. Sie wird mit Selbstvertrauen nach Wolfsburg kommen", erklärte der VfL-Coach. Hecking sollte recht behalten. Allerdings hielt auch seine Serie: Als Trainer hatte er bisher nie gegen Augsburg verloren.

Wolfsburg in erster Hälfte besser

Dabei begann Wolfsburg dominant. Schon nach zwei Minuten prüfte Naldo FCA-Torhüter Alexander Manninger mit einem 25-Meter-Freistoß. Und das Duell Manninger gegen den VfL sollte weiter gehen. In der 12. Minute parierte der Österreicher mit einem tollen Reflex gegen Diego und fünf Minuten später blieb er wieder Sieger im Duell mit dem Brasilianer.

In der 23. Minute war Manninger allerdings machtlos. Diego zirkelte eine Ecke von rechts genau auf Naldo. Weder Dong-Won Ji noch Sascha Mölders konnten Naldo stoppen und so schlug dessen Kopfball zur 1:0-Führung für die Gastgeber ein.

Die war verdient, denn der VfL, bei dem der 7-Millionen-Euro-Einkauf Ivan Perisic sein Heimspieldebut gab, bestimmte das Spiel. Der Abstand im Gehaltsgefüge schien sich auch auf dem Spielfeld zu zeigen.

Naldo mit dem 1:1, Moravek gleicht aus

Doch der FC Augsburg antwortete nur zwei Minuten später. Matthias Ostrzolek wechselte mit viel Übersicht die Seiten, Ja-Cheol Koo spielte den Ball dann überlegt in den freien Raum zu Jan Moravek und der überwand VfL-Torhüter Diego Begnalio überlegt zum 1:1. Es war das erste Tor für den Tschechen im FCA-Dress. Ein Ausgleich fast aus dem Nichts, doch danach kam der FCA etwas besser ins Spiel.

Dominanter waren dennoch bis zur Halbzeit die Gastgeber. Sie gewannen 62 Prozent der Zweikämpfe in der ersten Hälfte.

Darum reagierte FCA-Trainer Markus Weinzierl auch in der Pause. Er nahm Tobias Werner vom Feld und brachte mit Kevin Vogt einen zusätzlichen defensiven Mittelfeldspieler ins Spiel, der Daniel Baier in der Zentrale mit entlasten sollte. Für Werner rückte Ji auf die linke Außenbahn. Und der taktische Wechsel zeigte Wirkung. Das Spiel drehte fast komplett. Der FCA stand nun kompakter und verlagerte das Spiel immer öfters in die Wolfsburger Hälfte. Baier und Moravek scheiterten mit Weitschüssen an Bengalio. Nach knapp 60 Minuten begannen die Wolfsburger Zuschauer langsam zu pfeifen, denn der FCA wurde immer frecher.

Elfer bleibt dem FC Augsburg verwehrt

Große Aufregung dann in der 63. Minute im Wolfsburger Strafraum. Naldo brachte den einschussbereiten Koo im Strafraum aus dem Gleichgewicht und nicht nur die FCA-Fans unter den rund 22.300 Zuschauern warteten auf den Elfmeterpfiff. Doch Schiedsrichter Marco Fritz (Korb) ließ zu Unrecht weiter spielen.

Es wäre der erste Elfmeter in dieser Saison gewiesen. Doch der FCA ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und blieb gegen die nun völlig überraschte Heimelf am Drücker.

Die VfL-Fans murrten, denn nicht ihre mit vielen Millionen Euro zusammen gestellte Mannschaft zeigte die reifere Anlage, sondern das Kellerkind aus Augsburg. Erst in der Schlussminute noch einmal Aufregung. Doch Manninger rettete den hochverdienten Punkt für den FCA.

Augsburg - Wolfsburg: Die Reaktionen der Trainer

Markus Weinzierl: "Wir haben heute zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen. Wir waren in der ersten Hälfte viel zu schläfrig und nicht so gut im Spiel. Wir haben in den ersten 25 Minuten zwei hundertprozentige Chancen gegen uns. Da hält unser Torhüter sehr gut. Das 0:1 gegen uns ist danach folgerichtig. Die Ecke verschulden wir selbst und dann ist Naldo einfach unheimlich schwer zu verteidigen. Gut war dann aber die Reaktion meiner Mannschaft mit dem 1:1.

In der Halbzeit haben wir zwei, drei Dinge verändert. Wir sind dann aggressiver und mutiger gewesen, waren besser auf den Gegner eingestellt und haben es in der zweiten Halbzeit dann auch gut gemacht. Wir haben von der 50. bis zur 75., 80. Minute ein ganz klares Übergewicht. Da müssen wir einfach den Führungstreffer erzielen. Ich denke da an Sascha Mölders, der einfach das Herz in die Hand nehmen muss, aber auch an die Situation, als Koo schießen kann, aber einfach zurückgezogen wird. Das war ein Elfmeter. Da muss der Schiedsrichter einfach pfeifen."

Dieter Hecking: "Wir haben das Spiel bis zur 25. Minute kontrolliert. Da haben wir vieles richtig gemacht. Aber nach dem 1:0 müssen wir aufmerksamer sein. Diese Phase müssen wir überstehen, da musst du konzentriert sein. Nach dem Ausgleich passiert dann genau das, was ich gedachte habe, dass  es so krass nicht passiert, dass wir komplett den Faden verlieren. Dann waren plötzlich zwei Spielideen in meiner Mannschaft. Die einen wollen nach vorne, die andere bleiben hinten. Dadurch werden die Räume viel zu groß. Dann hat der FC Augsburg viel mehr vom Spiel und wir können letztendlich froh sein, dass wir noch 1:1 spielen."

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Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der neugegründete FC Augsburg in der drittklassigen Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf. Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand. Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga.

Präsident des FC Augsburg ist Walther Seinsch. Die Mannschaft wird trainiert von Markus Weinzierl. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden SGL-Arena aus.

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Robert Götz

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Ressort: Sport


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