Donnerstag, 18. Januar 2018

04. Januar 2018 10:35 Uhr

FC Augsburg

Daniel Baier erwartet eine schwierigere Rückrunde für den FCA

FCA-Kapitän Daniel Baier lobt die hervorragenden Bedingungen im Trainingslager. Mit Blick auf die Rückrunde warnt er davor, dass es für den FC Augsburg schwieriger werden könnte.

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Über 20 Mal war Daniel Baier bisher schon im Trainingslager. Derzeit macht er sich mit dem FCA fit für die Rückrunde.
Foto: Klaus Rainer Krieger

Entspannt sitzt Daniel Baier im bequemen Sessel in der Lobby des Grand-Hotels Costa Adeje. Als Fußballprofi ist er es gewohnt, gehoben zu nächtigen. Seiner Arbeit geht der 33-Jährige mitunter an Orten nach, an denen Touristen Urlaub machen. Derzeit hält er sich mit dem Bundesligisten FC Augsburg auf Teneriffa auf, einer der Kanarischen Inseln. Die Sonne scheint, sie glitzert auf dem Meer, eine leichte Brise lässt Palmenblätter wackeln. Dennoch gesteht Baier: Ginge es nach ihm, er wäre lieber zu Hause bei seiner Familie. Bei seinen Kindern Louisa und Zoé Elea und seiner Frau Joelle.

„Ich würde das Trainingslager jetzt nicht brauchen“, betont er. Einen großen Vorteil sieht Baier allerdings im Aufenthalt auf Teneriffa: die hervorragenden Bedingungen, die er und seine Mannschaft vorfinden. Während in der Heimat zuletzt ein Sturm tobte, bereiten sich die Augsburger ungestört auf der gepflegten „Tenerife Top Training“-Anlage im Südwesten der Insel auf die Rückserie vor.

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Andere Klubs tun es dem FCA gleich, sie stimmen sich ebenso in wärmeren Gefilden auf die Restsaison ein. Die Trainer heben stets die Bedeutung eines Trainingslagers hervor, die über die Trainingseinheiten hinausgeht. FCA-Trainer Manuel Baum schätzt vor allem die permanente Nähe zu den Spielern, die beiläufige Gespräche zulässt – fernab von Mannschaftsbesprechungen und Gegneranalyse. Baier hat das alles so, oder so ähnlich, schon oft erlebt.

Vor fünf Jahren hatte kaum einer noch an den FCA geglaubt

Kein anderer Spieler gehört dem Kader des FCA länger an, rund 20 Trainingslager hat er mitgemacht, verweilte zu diesem Zweck in Südtirol, Österreich, Spanien oder England. Bei Baier nimmt ein Trainingslager im Sommer einen höheren Stellenwert ein als im Winter. Neuzugänge werden in die Mannschaft integriert, es entwickeln sich Hierarchien und ein Mannschaftsgefüge, das auch Misserfolg standhalten soll.

„Sich im Sommer besser kennenzulernen ist wichtig“, sagt Baier daher. Nach einer guten Vorrunde mit 24 Punkten haben die Augsburger die Voraussetzungen für den Klassenerhalt geschaffen. Entsprechend gut gelaunt wirken Spieler, Trainer und Verantwortliche dieser Tage am Fuße des Teide, des höchsten Berges Spaniens. Baier hat es schon anders erlebt. Vor fünf Jahren. In der ersten Saison unter Trainer Markus Weinzierl überwinterte der FCA in der Tabelle mit neun Punkten auf dem vorletzten Platz.

Kaum einer glaubte noch, Augsburg könnte die restlichen Begegnungen nutzen, um die Liga zu halten. Baier erinnert sich, spricht von einer „ganz schweren Situation“. Er fügt aber auch hinzu: „Wir waren immer davon überzeugt, dass wir das noch schaffen können.“ Die Augsburger reisten im Winter ins türkische Belek, dort legten sie die physischen und psychischen Grundlagen für den späteren Klassenerhalt. Manch einer vermutete dahinter den „Geist von Belek“. Ebenso entschieden sich die Augsburger gegen Ende der vergangenen Saison für ein Kurztrainingslager. In Bad Aibling schworen sie sich auf die heiße Phase im Kampf gegen den Abstieg ein. Letztlich mit Erfolg. Auf Teneriffa verspürt noch niemand einen gewissen „Geist“. Baier vermittelt den Eindruck, dieser sei diesmal auch nicht unbedingt nötig. Warum sollte es schließlich in der Rückrunde schlechter laufen?

Seit Dienstag bereitet sich der FC Augsburg auf der Insel Teneriffa auf die Bundesligarückserie vor. Für die Augsburger Allgemeine vor Ort ist Sportredakteur Johannes Graf. Er schildert vor Ort seine ersten Eindrücke.

Posted by FCA kompakt - Alle FC Augsburg News on Mittwoch, 3. Januar 2018

 

Die anderen Mannschaften werden den FCA "auf dem Schirm haben"

Doch Baier gibt den Mahner, noch hätte man sein Saisonziel schließlich nicht erreicht. Der Routinier im Augsburger Trikot rechnet damit, dass die anderen Mannschaften den FCA nach der starken Vorrunde noch ernster nehmen als bisher. Baier begründet: „Sie werden uns auf dem Schirm haben und nehmen unsere Stärken wahr.“ Der 33-Jährige hält nichts davon, das Saisonziel anzupassen, ehe nicht der Klassenerhalt geschafft ist. Die Vorrunde habe gezeigt, jedes Spiel sei umkämpft und könne schnell in die eine oder andere Richtung laufen. „Das ist eine Warnung für uns.“

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Ein Artikel von
Johannes Graf

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


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Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Präsident des FC Augsburg ist Klaus Hofmann, kaufmännischer Vorstand ist Jakob Geyer. Der Aufsichtsratvorsitzende des FCA ist Peter Bircks. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Robert Schraml (Marketing), Michael Ströll (Finanzen) und Stefan Reuter (Sport). Der FCA trägt seine Heimspiele in der 30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

Der Spielplan des FC Augsburg 2017/16

Die Torschützenkönige der Bundesliga