Samstag, 22. Juli 2017

14. Juli 2017 12:08 Uhr

FC Augsburg

Daniel Baier lebt den FC Augsburg

Mit der Augsburger Mannschaft geht Daniel Baier in seine zehnte Saison. Wie er über die jüngere Konkurrenz im Team denkt und was er zu Altintops Abschied sagt.

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Weiterhin für den FCA am Ball: Daniel Baier geht mit den Augsburgern in seine zehnte Saison.
Foto: Klaus Rainer Krieger

Man könnte eigentlich darauf wetten, dass Daniel Baier dem Verein nach seiner Karriere in irgendeiner Funktion erhalten bleibt. Dabei entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet ein früherer Spieler des in Augsburg unbeliebten Rivalen TSV 1860 München zum Gesicht des FC Augsburg wurde. Doch der mittlerweile 33-jährige Mittelfeldspieler lebt den FCA. Er geht jetzt zusammen mit dem Verein in seine zehnte Saison. Für einen Fußballprofi ist das eine halbe Ewigkeit.

Seine Wanderjahre sind überschaubar. Der gebürtige Kölner entwickelte sich bei den Junioren der Löwen zu einem guten Kicker, der sofort in den Bundesligakader übernommen wurde. Im Jahr 2007 wechselte er nach Wolfsburg. Die "Wölfe" liehen Baier im Jahr 2008 für ein Jahr nach Augsburg aus. Nach der Ausleihzeit musste er noch kurz zurück, ehe ihn Augsburg unter Vertrag nahm. Seitdem ist er ein "Augschburger". Einer, der sich mit dem Verein voll und ganz identifiziert und der schon zum Inventar zählt. Zum x-ten Male ist er jetzt mit dem FCA im Trainingslager.

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Man sollte meinen, dass mit zunehmenden Alter diese Strapazen immer beschwerlicher werden. Bei Baier trifft das nicht zu: "Ich tue mich viel leichter als in den vergangenen Jahren. Ich kenne meinen Körper und weiß, wann ich Pausen brauche." Doch auch für ihn gibt es immer wieder Neues. Ein Trainingslager mit sage und schreibe 41 Spielern hat auch Baier noch nie erlebt. "Nee, wirklich nicht. Aber ich finde, wir machen das ganz gut. Zwei Plätze wären für die Trainingsarbeit natürlich besser, aber insgesamt läuft das hier sehr gut organisiert ab."

Daniel Baier strahlt Ruhe aus

Baier wirkt entspannt und strahlt Ruhe aus. Er ist mit seinen 33 Jahren Realist und weiß, dass sein Karriereende immer näher rückt: "Ich bin ja nicht blauäugig. Aber ich will spielen, solange es geht und solange es Sinn macht. Ich bin ja in meiner Laufbahn von großen Verletzungen verschont geblieben." Baier weist da Ähnlichkeiten mit Halil Altintop auf, der jetzt im Alter von 34 Jahren den Verein verlassen hat und sein Glück bei Slavia Prag versucht. "Halil hat klare Vorstellungen. Er wollte mindestens noch zwei Jahre auf hohem Niveau Fußball spielen." Dass Altintop den Klub verlassen hat, ist für Baier immer noch etwas schmerzlich: "Ich habe mit Halil noch sehr viel Kontakt. Uns tut das weh. Der ist bei uns immer vorneweg marschiert und außerdem ist er ein überragender Typ."

Vom Alter lässt sich Baier jedenfalls nicht abschrecken. Er hat auch kein Problem, dass die Konkurrenz logischerweise immer jünger wird. In Mals hat der FCA einen ganzen Stall an talentierten Nachwuchsspielern mit an Bord. Spürt er da nicht den Druck der stürmischen Jugend? Baier schüttelt den Kopf: "Konkurrenz gab es schon immer und wenn einer zur Mannschaft passt und sich aufdrängt, dann soll er auch spielen. Damit habe ich kein Problem."

Sein Vertrag läuft im Jahr 2018 aus. Es könnte also seine letzte Saison beim FCA sein. Darüber macht sich Baier keinen Kopf: "Es gab immer wieder mal Gespräche, aber wir haben ja noch viel Zeit. Es hat aber nichts mit dem Alter zu tun, ob ich dann weiterspiele oder nicht."

Baier macht noch immer einen topfiten Eindruck. Und derzeit sieht es nicht so aus, dass es seine letzte Saison beim FCA werden könnte. Auf die anstehende Bundesliga-Saison freut er sich noch genauso wie damals auf seine erste bei den Löwen: "Von mir aus könnte es morgen schon losgehen."

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Ein Artikel von
Wolfgang Langner

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


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Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

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