Vor dem Spiel in Cottbus dominiert in Augsburg die Sorge, den Aufstieg noch zu verspielen. Dafür gibt es keinen Grund: Alles spricht für einen Augsburger Sieg. Von Tilmann Mehl
Der FCA klopft heftig an die Tür zur Ersten Bundesliga. Sollten die Augsburger die Partie heute in Cottbus gewinnen, hätten sie wieder fünf Punkte Vorsprung auf den ärgsten Verfolger aus Bochum. Doch in der öffentlichen Wahrnehmung dominiert die Angst. Angst, den schon sicher geglaubten Aufstieg noch aus der Hand zu geben. Der Druck sei so groß, Cottbus eine gute Mannschaft, bei der es auch noch um was geht und Jos Luhukay mache zu viele Fehler. Einiges davon ist richtig, vieles falsch. Das wichtigste ist aber: Der FC Augsburg ist in einer komfortablen Ausgangssituation.
Dem FCA würde ein Unentschieden in Cottbus genügen. Man hätte dann immer noch drei Punkte Vorsprung auf Bochum und könnte den Aufstieg kommenden Sonntag mit einem Heimsieg gegen Frankfurt eintüten. Die Cottbuser hingegen müssen zwingend gewinnen, wenn sie ihre Minimalchance auf Platz zwei wahren wollen. Mit einem Unentschieden wären sie raus aus dem Rennen.
Das führt dazu, dass die Spielanlage von Energie Cottbus dem FC Augsburg entgegenkommt. Die Mannschaft aus der Lausitz versteht sich als spielstarke Mannschaft, die den Gegner gerne dominiert. Allein das dürfte Jos Luhukay schon gut ins Konzept passen, tut sich seine Mannschaft doch immer leichter wenn sich der Gegner nicht nur stur hinten reinstellt. Die Cottbuser werden im Wissen der letzten Chance möglicherweise noch ein wenig offensiver eingestellt sein. Das dürfte vor allem Ibrahima Traoré entgegenkommen, der so den benötigten Platz für seine Sololäufe erhalten wird.
Energie Cottbus hat zwar mit 59 Treffern die zweitbeste Offensive der Liga, allerdings mit 46 Gegentreffern eine überaus löchrige Defensive. Zudem ist man im Sturm häufig von Nils Petersen abhängig, der mit 24 Treffern die Torschützenliste anführt. In der Hinrunde bewiesen Uwe Möhrle und Gibril Sankoh ihre Klasse, als sie beim 4:0 Petersen bis zu seiner Auswechslung nach einer Stunde komplett aus dem Spiel nahmen. Und in der Offensive verfügt Luhukay über außerordentliches Personal. Einer aus dem Quartett Hain/Thurk/Rafael/Oehrl sticht fast immer.
Zusammengefasst bedeutet das: Energie Cottbus hat den größeren Druck. Die Spielanlage der Cottbuser kommt dem FC Augsburg entgegen. Augsburgs Defensive ist stärker als Cottbus' Offensive und Augsburgs Sturm besser als Cottbus' Abwehr.
Der FC Augsburg hat gute Chancen, das Spiel heute zu gewinnen. Nervosität: ja. Angst: nein. Vorfreude: auf jeden Fall.
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