Dienstag, 21. Mai 2013

07. Mai 2012 08:34 Uhr

Jos Luhukays trauriger Abgang

Den Schnauzer voll

In der Stunde seines größten Triumphes tritt Jos Luhukay zurück. Wie es nun weitergeht beim FC Augsburg? Und mit wem? Sicher ist nur das: Es herrscht Unsicherheit.

Zeichen der Solidarität: Während des Spiels gegen den Hamburger SV beweisen die Fans ihre Verbundenheit zu Jos Luhukay. Als FCA-Chef Walther Seinsch später die Trennung vom Trainer verkündet, sind Pfiffe nicht zu überhören.
Foto: Ulrich Wagner

Die Zukunft des FC Augsburg nach der Ära Andreas Rettig und Jos Luhukay beginnt mit dicken Wolken und Regenschauern über der SGL-Arena. Es herrscht Schmuddel-Wetter, als Torhüter Mohamed Amsif, 23, und Edmond Kapllani, 29, als Letzte aus dem Mannschaftskader um 10.57 Uhr vorfahren – und beinahe die wohl wichtigste Team-Besprechung der letzten Jahre verpassen.

Dass sie das werden würde, eben das dachten die FCA-Profis vor dieser letzten Mannschaftssitzung, bevor es anschließend in den Urlaub ging. Sie wollten Hintergründe erfahren über das, was sich am Samstag um kurz vor 18 Uhr ereignet hatte. Während draußen die Fans den Klassenerhalt feierten, trat Trainer Jos Luhukay in der Stunde seines größten Triumphes zurück.

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„Es tut verdammt weh“, sagte der Niederländer und wirkte dabei menschlich enttäuscht von seinem Chef Walther Seinsch, der am anderen Ende des Podiums saß und Luhukay kaum eines Blickes würdigte. Luhukay sagte, er sei durch die Vordertür gekommen und er gehe auch durch die Vordertüre wieder. Dabei wäre sein Vertrag bis 2013 gültig gewesen. Vereinschef Seinsch hatte vorher erklärt, dass man diesen Schritt akzeptiere. „Ich bedaure diesen Schritt außerordentlich. Dies ist meine ehrliche Meinung, umso größer ist die Enttäuschung und der Frust, dass es so ist. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.“ Fragen nach den Gründen waren nicht erlaubt.

Seinsch hinterlässt ratlose Spieler

Antworten hatten sich die Spieler am Sonntag erhofft. Sie wurden enttäuscht. Um genau 11.05 Uhr verließ FCA-Chef Walther Seinsch schon wieder das Stadion und hinterließ seine Arbeitnehmer relativ ratlos. Die Ansprache hatte nicht einmal zehn Minuten gedauert.

„Herr Seinsch hat nur gesagt, dass der Name des neuen Trainers irgendwann in diesen Tagen bekannt gegeben wird und wir es dann auch erfahren. Er hat ihn als Teamplayer charakterisiert“, erklärte einer der Spieler, dem es lieber ist, dass sein Name nicht genannt wird. Es herrscht Unsicherheit in diesen Tagen des Wandels. Wenigstens teilte der neue Manager Sport, Manfred Paula, den Spielern noch mit, wann sie wieder zum Training erscheinen müssen. Am 24. Juni beginnt der FCA mit der Vorbereitung auf die zweite Saison in der Bundesliga. Die startet aufgrund der Europameisterschaft erst am 24. August.

Dann wird wohl Markus Weinzierl, 37, das Sagen am Spielfeldrand haben. Der Fußball-Lehrer steht aber noch in Diensten des Drittligisten SSV Jahn Regensburg, der in der kommenden Woche in der Relegation gegen den Karlsruher SC um den letzten freien Platz in der 2. Bundesliga kämpft. Darum wohl auch die Geheimniskrämerei. Doch warum kam es zu diesem Zerwürfnis in der so heil wirkenden FCA-Familie? Die, die es aufklären hätten können, schweigen sich dazu aus oder reden um den heißen Brei herum.

Die große Frage: Warum?

War es das Zögern Luhukays, sich weiter zum Verein zu bekennen, das Seinsch veranlasste, sich anderweitig umzuschauen, mit Paula einen neuen Manager zu installieren, ohne Luhukay in seine Pläne einzuweihen, und auch nach einem neuen Trainer zu suchen? Wurden darum die Verträge der Co-Trainer nicht verlängert?

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