Auch im siebten Spiel nach dem Bundesliga-Aufstieg reichte es nicht zum ersehnten Sieg für den FC Augsburg. Mutig trat der Neuling gegen Hannover 96 auf, mit voller Einsatz.

Doch im Spiel gegen Hannover 96 hatten die Schwaben auch viel Dusel. Trotz des Engagements - auch von den Rängen, qualitativ lag doch wieder einiges im Argen. So ist der FCA mit dem Relegationsrang 16 nach sieben Spielen noch gut bedient. «Wir müssen die Naivität abstellen, schnörkelloser und einfacher spielen, um so wieder mehr Sicherheit zu finden. Nur so geht's. Sonst haben wir keine Chance», sagte Kapitän Uwe Möhrle, auch wenn Luhukay beteuerte: «Die Mannschaft ist an ihre Grenzen gegangen.» In seiner Not erinnerte er an neun verletzte «potenzielle erste Elf»-Spieler. Zuletzt war in Jan-Ingwer Callsen-Bracker im Abschlusstraining eine Stammkraft ausgefallen.
Nach dem Abpfiff demonstrierten die Vereinschefs wieder mit aller Hartnäckigkeit ihre Zufriedenheit über die Leistung, nur der Blick auf die Punktausbeute trübt weiterhin die Laune beim FC Augsburg. Auch im siebten Spiel nach dem Bundesliga-Aufstieg reichte es nicht zum ersehnten Sieg, stattdessen verdeutlichte das torlose Remis der Schwaben gegen Hannover 96 einmal mehr die qualitativen Defizite des Neulings. «Wir hatten endlich auch mal das Glück auf unserer Seite, nachdem das in den letzten Spielen nicht so war. Wir können mit dem Punkt leben», sagte Trainer Jos Luhukay, der bei vier Hannoveraner Großchancen im zweiten Durchgang die Luft anhalten musste - und nach den Schrecksekunden jedesmal wieder entspannt durchatmen durfte.
Nach ersten 45 Minuten ohne Höhepunkte zog 96 das Tempo am Samstag an und kam mehrmals gefährlich vors Augsburger Tor. Beim FCA verhinderte weniger die eigene Defensive als vielmehr Dusel in Extremform so manches Gegentor. So hatten Pfostentreffer von Didier Ya Konan (62./66. Minute) und Fehlversuche von Lars Stindl (66./85.) zwar keine Auswirkung aufs Resultat, die eindeutige Chancenverteilung unterstrich aber die Unterschiede zwischen den Kontrahenten. Denn das, was die Schwaben gegen den Europa-League-Starter aufs Feld brachten, war erneut ein bisschen mau für die Fußball-Beletage.
Luhukay hatte viel versucht und sogar vom 4-2-3-1 auf ein offensiveres 4-4-2-System umgestellt. «Wir haben alles gemacht, was wir konnten», bilanzierte der wiedergenesene Stürmer Nando Rafael. Mit Einzelaktionen war er mit Ausnahme der Chance von Sascha Mölders (75.) der einzige Augsburger, der hier und da für so etwas wie Gefahr sorgte. Nach seinen überstandenen Achillessehnenbeschwerden könnte der Zweitliga-Torjäger, in der Vorsaison 14-mal erfolgreich, in den kommenden Monaten zum neuen Hoffnungsträger avancieren.
«Er braucht jetzt dringend Spielpraxis», urteilte Manager Andreas Rettig vor der kommenden Aufgabe bei Meister Borussia Dortmund. «Wir sind froh, dass wir in der Bundesliga sind. Und wir fahren auch nach Dortmund, um dort etwas zu holen», sagte Rettig. Den rechten Ausweg aus dem Punkte-Dilemma hat aber auch der gebürtige Angolaner Rafael noch nicht gefunden. Gegen wen denn Augsburg endlich den ersten Bundesligasieg seiner Geschichte einfahren könne, wurde er gefragt. Rafaels ehrliche Antwort: «Ich weiß es nicht.» dpa/AZ
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