Donnerstag, 24. April 2014

19. November 2012 08:09 Uhr

Kommentar zum FCA

Die Krise kommt nicht überraschend

Die Krise beim FC Augsburg kommt nicht überraschend. Trotzdem ist die Stimmungslage heute im Umfeld explosiv. Abstiegskampf pur reicht einigen FCA-Fans und Sponsoren nicht mehr.

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Für Markus Weinzierl und den FC Augsburg wird die Lage nach dem 2:4 in Frankfurt immer schwieriger.
Foto: dpa

Eins gleich vorneweg: Auch wenn der FC Augsburg am Ende dieser Saison die Bundesliga verlassen müsste, wird im Frühsommer 2013 die SGL-Arena noch stehen. Es wird weiter darin Fußball gespielt, wenn auch nur Zweitliga-Fußball, weiter darin gelitten und gejubelt.

Dennoch hätte der Abstieg Folgen für die Region Schwaben. Die Bundesliga ist ein Anziehungsmagnet, der bis tief ins Allgäu und weit bis über die Donau hinaus wirkt. Die Lust auf die erste Liga verbindet die sonst auf ihre Eigenständigkeit bedachten Regionen. Liga zwei hat diese Strahlkraft bei Weitem nicht. Der Zuschauerschnitt würde zurückgehen, die Mitgliederzahlen wohl auch.

Die Gefahr aber, dass der FCA ins Bodenlose stürzen würde, besteht wohl nicht. FCA-Chef Walther Seinsch wird im Fall des Falles alles daransetzen, dass der Abstieg möglichst sanft abgefedert wird.

So weit ist es aber noch lange nicht. 22 Spieltage sind noch zu absolvieren. Allerdings leuchtet das Schlusslicht derzeit zu Recht in Augsburg. Mit nur sechs Punkten aus zwölf Spielen, mit dem schlechtesten Torverhältnis aller 18 Bundesligisten ist nicht mehr möglich. Die Tabelle lügt einfach nicht.

Krise kommt nicht überraschend

Der FCA, das sportliche Aushängeschild einer ganzen Region, steckt in einer Krise. Kommt sie überraschend? Nein.

Alles andere als der Kampf um den Klassenerhalt – das wäre eine Überraschung gewesen. Trotzdem ist die Stimmungslage heute im Umfeld explosiver als vor zwölf Monaten. Abstiegskampf pur reicht einigen FCA-Fans und Sponsoren in dieser Saison nicht mehr. Nach der erfolgreichen Rückrunde hatten sie gehofft, besser in die zweite Erstliga-Saison zu starten.

Aber warum läuft es beim FCA bisher nicht? Warum stehen Aufwand und Ertrag in keiner Relation?

Verletzungen, Pech, Unvermögen

Es gibt mehrere Gründe. Zum einen hat der FCA mit Verletzungspech zu kämpfen. Wenn tragende Säulen wie Ja-Cheol Koo, Paul Verhaegh, Jan-Ingwer Callsen-Bracker, Simon Jentzsch oder Sascha Mölders über Wochen oder sogar Monate ausfallen, kann dies ein Verein wie der FCA nicht ohne Leistungsabfall kompensieren. In einigen Spielen fehlte auch einfach nur Glück, dazu kommt noch eine Prise Unvermögen bei den Spielern. Auch Trainer Markus Weinzierl agiert in seiner ersten Bundesliga-Saison nicht fehlerfrei. So ist es ihm bis jetzt nicht gelungen, eine kompakte Einheit aus seiner Mannschaft zu formen.

Trainer und Manager unerfahren in den Bundesliga

Der größte Fehler wurde aber vor der Saison gemacht. FCA-Chef Walther Seinsch ging ein hohes Risiko, als er nach dem Abgang von Manager Andreas Rettig und Trainer Jos Luhukay nur auf bundesligaunerfahrenes Nachfolgepersonal setzte. Warum? Es deutet alles darauf hin, dass Seinsch selbst wieder mehr Einfluss auf das Tagesgeschäft, insbesondere auf die Transferpolitik, nehmen wollte. Die nimmt beim FCA das Dreigestirn Trainer, Manager und Seinsch einstimmig vor.

Bei Manfred Paula und Markus Weinzierl fand Seinsch nun mit seinen Vorschlägen sicherlich mehr Gehör als bei Rettig und Luhukay. Auch unter deren Ägide waren nicht alle Transfers Volltreffer, doch die Nietenquote war vergleichsweise gering. Momentan sieht es anders aus. Bisher hat keiner der Neuzugänge nur annähernd die Erwartungen erfüllen können.

Da steht nicht nur der Trainer in der Verantwortung. Dass er jetzt immer mehr in die Schusslinie gerät, liegt in der Natur der Sache. Er ist das schwächste Glied in der Kette. Ob er weitermachen darf, entscheidet Walther Seinsch. Was den Manager betrifft, hat der FCA-Chef seine Fehlentscheidung bereits korrigiert.

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