Sonntag, 19. November 2017

05. November 2017 13:00 Uhr

FC Augsburg

Ein nicht gegebener Elfmeter erregt die Gemüter

Beim 1:1 des FC Augsburg gegen Bayer Leverkusen ärgert sich die Heimelf über einen nicht gegebenen Handelfmeter. Referee Christian Dingert rechtfertigt sich.

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Schiedsrichter Christian Dingert stand im Blickpunkt der Partie. Die FCA-Spieler Jeffrey Gouweleeuw, Daniel Baier, Rani Khedira und Michael Gregoritsch (v. l.) fordern einen Elfer.
Foto: Ulrich Wagner.

Dass sich ein Schiedsrichter nach einem Bundesligaspiel den Journalisten stellt, ist ungewöhnlich. Christian Dingert hatte den Mut dazu und schließlich gab es auch Redebedarf. Der 37-jährige Referee aus Lebecksmühle (Rheinland-Pfalz) war auch nicht unschuldig, dass es rund um das 1:1 des FC Augsburg gegen Bayer Leverkusen aufgeregte Diskussionen gab.

In der 42. Minute gab es im Strafraum einen Zweikampf zwischen FCA-Stürmer Michael Gregoritsch und dem Leverkusener Retsos. Dabei erwischte der Grieche den Ball mit dem ausgestreckten Arm und veränderte auch dessen Flugrichtung. Schiedsrichter Dingert deutete auf den Elfmeterpunkt. So sah es zumindest die FCA-Trainerbank und wohl auch der größte Teil der 26133 Zuschauer. Anschließend hatte Dingert Kontakt mit seinem Video-Assistenten Tobias Welz in Köln und wenig später entschied Dingert auf Abstoß.

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Dingert räumt ein: Seine Handbewegung habe für "Irritationen gesorgt"

Dingert räumte später ein, dass seine Handbewegung Richtung Elfmeterpunkt womöglich für „Irritationen gesorgt“ hätte, aber für ihn war sofort klar, dass es kein absichtliches Handspiel war. „Der Ball fällt ihm auf die Hand. Ich habe dann nur noch auf die Bestätigung aus Köln gewartet“, meinte Dingert. Stefan Reuter war nach der Partie reichlich angefressen: „Die Schiedsrichter drehen es sich Woche für Woche so hin, wie sie es brauchen. So kann das nicht weitergehen. Es wird Zeit, darüber einmal an einem runden Tisch zu sprechen.

Manager Reuter und Trainer Baum haderten mit der Situation

Es sind doch alle unzufrieden mit der Situation.“ Reuter stellt sich auch die Frage: „Warum schaut sich der Schiedsrichter die Szene nicht noch einmal auf dem Bildschirm an?“ Dingert beantwortet dies den Journalisten: „Weil für mich die Situation klar war.“ Auch Manuel Baum war stocksauer: „Wir haben bald jede Woche die gleichen Diskussionen. Auch für ihn war es ein klares Handspiel. Baum wüsste auch die Lösung, das Problem abzustellen: „Hand ist Hand. Dann käme niemand mehr in Schwulitäten.“

Ansonsten sahen die Zuschauer ein flottes Spiel, allerdings fand der FCA in den ersten 25 Minuten kaum Zugriff. Leverkusen dominierte in dieser Phase und hatte über 70 Prozent Ballbesitz. Als nach einem Foul von Ja-Cheol Koo der Leverkusener Sven Bender mit Verdacht auf Rippenbruch ausgewechselt werden musste, kam der FCA besser ins Spiel und erarbeitete sich durch Rani Khedira oder Michael Gregoritsch gute Möglichkeiten. Nach dem Wechsel kam Leverkusen erneut besser in die Partie und es folgten zwei Minuten, in denen Kevin Danso in den Blickpunkt rückte. Bei einem Abwehrversuch rutschte der 19-Jährige unglücklich aus und musste Kevin Volland den Ball überlassen.

Dansos "grandioses Zeichen"

Der nutzte schließlich das Missgeschick zum 0:1. Doch kurz darauf ließ Danso den FCA jubeln, als er auf der anderen Seite zum 1:1 einköpfte. „Dass Danso da ausgerutscht ist, war für uns bitter. Umso schöner, dass er den Ausgleich erzielt hat“, freute sich Baum für den Torschützen. Auch für Reuter war der Treffer ein Höhepunkt. „Man hat gesehen, wie die Mannschaft Danso nach dem Gegentor getröstet hat. Das war ein grandioses Zeichen. Dass ausgerechnet er zum 1:1 trifft, ist an Emotionalität nicht zu überbieten. Das freut mich für Kevin.“ Irgendwann beendete Reuter auch das Thema Handelfmeter und verabschiedete sich: „Trotz allem, es war ein tolles Spiel.“ Leverkusens Trainer Heiko Herrlich war ohnehin mit dem Unentschieden zufrieden: „Mit diesem 1:1 können wir leben. Hier haben schon andere Teams Federn gelassen.“

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Ein Artikel von
Wolfgang Langner

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


FCA-Trainer
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Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

Der Spielplan des FC Augsburg 2017/16

Die Torschützenkönige der Bundesliga