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Vor Ahlen-Partie: FC Augsburg: Das Schweigen der Männer

Vor Ahlen-Partie

FC Augsburg: Das Schweigen der Männer

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    Sandor Torghelle, Stürmer des FC Augsburg.
    Sandor Torghelle, Stürmer des FC Augsburg. Foto: Schöllhorn

    Als der FC Augburg am vergangenen Samstag beim Karlsruher SC gut zwanzig Minuten vor Schluss 0:1 zurücklag, schritt Trainer Jos Luhukay zur Tat und wechselte kurz hintereinander drei Mal aus. Dabei hätten sich viele der rund 1500 mitgereisten FCA-Fans einen Einsatz von Sandor Torghelle gewünscht.

    Der kantige Ungar, mit sieben Toren immerhin zweitbester Torschütze nach Michael Thurk, ist der Typus Spieler, den man gemeinhin als Brecher bezeichnet. Also ein Mann, den man bei einem knappen Rückstand bringen kann, um des Gegners Abwehrbeton mit roher Gewalt knacken zu können. Dabei werden seine technischen Fertigkeiten, die bei seinen Toren durchaus aufblitzen, oft verkannt. Torghelle steht für Kopfballspiel, körperliche Präsenz. Doch der 28-Jährige stand gar nicht im Kader.

    Warum, darüber schwiegen sich beide, Trainer und Spieler, aus. Es war zwar zu hören, dass die Ursache für die Verbannung nicht so schlimm gewesen sei, was genau, dies blieb ein Geheimnis. "Der Spieler weiß es, und das ist gut so. Es ist ein Prinzip von mir, dass das zwischen Spieler und Trainer besprochen wird und nichts für die Medien ist", erklärte Trainer Luhukay Anfang der Woche. Ein Standpunkt, für den man Verständnis haben kann.

    Auch Sandor Torghelle wollte nicht groß darüber reden: "Natürlich war ich überrascht, als ich erfahren habe, dass ich nicht im Kader war. Ich habe mit dem Trainer gesprochen und ich habe seine Begründung akzeptiert. Mehr gibt es nicht zu sagen."

    Auch für Jos Luhukay ist das Thema erledigt. Zudem sieht er in der Frage nach den Spielern, die nicht dabei sind, eine Grundsatzdebatte, die er eigentlich gar nicht führen will: "Ich werde jetzt nicht jede Woche über einzelne Spieler diskutieren. Nach einem Robert Strauß oder einen Stephan Hain frägt ja auch niemand."

    Nun macht es aber durchaus einen Unterschied, ob es einen ungarischen Nationalspieler oder einen Bundesligaspieler wie Daniel Baier vor gar nicht allzu langer Zeit erwischt oder einen Nachwuchsmann. Könnte man denken. Doch so denkt Luhukay nicht.

    Für ihn zählt nur das Kollektiv, der Erfolg der Mannschaft. Und den will er mit seinen Mitteln erreichen. "Ich will nicht mit der Brechstange arbeiten, wenn wir mal im Rückstand sind, das ist nicht meine Philosophie. Wir müssen lernen, solche Situationen mit spielerischen Mitteln zu lösen. Dazu brauchen wir Geduld bis zum Schluss."

    Ob in dieser Spielauffassung noch Platz für Sandor Torghelle ist, ist noch nicht geklärt. Fakt ist, sein Vertrag läuft am Ende der Saison aus. "Ich weiß nicht, was passiert", sagt Torghelle. "Aber dass bisher nichts passiert ist, ist auch ein Signal." Torghelle will sich darüber aber noch keinen Kopf machen: "Wenn ich keinen Vertrag bekomme, werde ich woanders Fußball spielen. Ich habe keine Angst, denn ich kenne meine Qualitäten."

    Ob die auch am heutigen Samstag (13 Uhr) beim Spiel gegen RW Ahlen gefragt sind?

    Trainer Jos Luhukay blieb sich auch diesmal treu. "Das erfahren die Spieler erst nach dem Abschlusstraining." Von Robert Götz

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