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19. März 2010 19:28 Uhr

2. Bundesliga

FC Augsburg: Der steinige Weg auf die große Fußball-Bühne

Mit Heimsieg über Schlusslicht Ahlen will der FC Augsburg die Aufstiegs-Chancen wahren. Am Dienstag wartet bereits das Pokalhalbfinale in Bremen. Von Robert Götz

Fans des FC Augsburg.

Es war ein unfreundlicher, nasskalter Novemberabend 2002, als der FC Augsburg wohl den Tiefpunkt seiner mit viel Pech und Pleiten gespickten Pokalgeschichte erreichte.

Mit 0:2 verlor der damalige Regionalligist unter Trainer Ernst Middendorp das schwäbische Pokalhalbfinale beim Bayernligisten TSV Aindling. Steffen Adomeit und Cosmin Uilacan hatten für den Dorfverein aus dem Landkreis Aichach-Friedberg getroffen und dafür gesorgt, dass Hohn und Spott kübelweise über Spieler wie Jörg Reeb, Marco Löring, Vladimir Manislavic oder den jetzigen FCA-Torwarttrainer Zdenko Miletic ausgegossen wurden. Als der TSV Aindling dann sogar noch die erste Hauptrunde des DFB-Pokals erreichte und mit Schalke 04 das große Los zog, war der Katzenjammer noch größer. Nur etwas mehr als sieben Jahre ist dies her, doch klingt es wie eine Anekdote aus grauer Vorzeit. Denn am kommenden Dienstag (20.30 Uhr) spielt der FCA im Pokalhalbfinale beim Bundesligisten Werder Bremen im ausverkauften Weserstadion. Rund 3000 FCA-Fans werden ihren Klub in den hohen Norden begleiten.

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"Für uns ist das ein Quantensprung", sagt FCA-Aufsichtsratsvorsitzender Peter Bircks. Dies ist keine Übertreibung. Zu bester Fernsehzeit gastieren die FCA-Kicker in den deutschen Wohnzimmern. Und das nicht im Bezahlfernsehen, sondern vor einem Millionenpublikum ab 20.15 Uhr im ZDF. Bircks, der früher mit Filmrechten handelte, weiß nur zu gut, welchen Imagegewinn, aber auch werbestrategischen Wert dies hat. Und er weiß auch, welch steiniger Weg hinter dem FCA liegt.

Er selbst führte den Verein jahrelang als Präsident, doch gelang es ihm trotz aller Anstrengungen nicht, den FCA weiter als in Liga drei zu bringen. Erst mit dem Einstieg von Walther Seinsch 2000 begann der Aufstieg. Von ganz unten gelang es Seinsch und seinen Mitstreitern nach dem Beinahe-Bankrott, mit viel Arbeit, viel Geld, großem Durchhaltevermögen, aber auch mit einem großen Spieler- und Trainerverschleiß den FCA gesellschaftsfähig zu machen.

Jetzt steht der FCA nur noch einen Pokalsieg von der Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb entfernt. Fantasterei? Wohl schon. Der FCA ist in Bremen nur krasser Außenseiter ("Unsere Chance ist vielleicht zehn Prozent", sagt Seinsch), aber schon alleine die kleine Träumerei zeigt die neue Fußballwelt, in welche der FCA in dieser Saison einen Fuß gesetzt hat.

Doch viel wichtiger als ein Pokalerfolg in Bremen wäre der Aufstieg in die Bundesliga. Dass wissen auch die FCA-Verantwortlichen. Deshalb waren bei der Pressekonferenz vor dem Heimspiel am Samstag (13 Uhr) gegen den Tabellenletzten RW Ahlen Fragen zum Pokalspiel verboten. Nichts sollte die Konzentration stören. Dass für alle FCA-Fans ein Sieg gegen das Schlusslicht Pflicht ist, weiß Trainer Jos Luhukay nur zu gut, doch er warnt zu Recht: "Ahlen hat von den letzten sieben Auswärtsspielen nur eins verloren. Wir brauchen Geduld."

Aber auch die drei Punkte. Deshalb überlässt man beim FCA nichts dem Zufall. So wurde in dieser Woche der Rasen in der Impuls-Arena ausgewechselt, um den Vorteil für die spielerisch überlegenen FCA-Kicker gegen die Fußballarbeiter aus dem Westen nicht durch ein paar fehlende Grashalme zu gefährden. Die 100 000 Euro sind sicherlich eine sinnvolle Ausgabe, wenn man sich vor Augen hält, was ein Aufstieg in die Millionärsklasse für den FCA bedeuten würde.

Dazu reicht ein Blick in die Hauptstadt, um die die Bundesliga in der kommenden Saison wohl einen weiten Bogen machen wird. Gerd Nowakowski kommentiert im Tagesspiegel den wohl kaum mehr vermeidbaren Abstieg von Hertha: "... der Abstieg wäre eine Tragödie für ganz Berlin ... Wenn Hertha nicht mehr erstklassig ist, dann wird sich auch die Stadt zweitrangig anfühlen: noch unfertiger, noch schmutziger, noch ärmer." Im Umkehrschluss würde ein Aufstieg des FCA für die Stadt und ihre Bewohner wie ein Sechser im Lotto mit Superzahl sein. Mindestens. Von Robert Götz

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Die Saison in Bildern

Spieler der Saison

Spieltag/Tabelle
1. Bundesliga
Pl.VereinSp.Pkte.Diff.
1Borussia Dortmund348155
2FC Bayern München347355
3FC Schalke 04346430
4Borussia Mönchengladbach346025
5Bayer Leverkusen34548
6VfB Stuttgart345317
7Hannover 963448-4
8VfL Wolfsburg3444-13
9Werder Bremen3442-9
101. FC Nürnberg3442-11
111899 Hoffenheim3441-6
12SC Freiburg3440-16
131. FSV Mainz 053439-4
14FC Augsburg3438-13
15Hamburger SV3436-22
16Hertha BSC Berlin3431-26
171. FC Köln3430-36
181. FC Kaiserslautern3423-30
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