Der 3:0-Sieg des FC Augsburg gegen Paderborn hat zwei Väter: Simon Jentzsch und Nando Rafael. Momentan ist es aber unwahrscheinlich, dass sie auch in der kommenden Saison zusammenspielen werden. Von Robert Götz



Der Arbeitstag von Nando Rafael (26) und Simon Jentzsch (33) war nach 90 Minuten noch lange nicht beendet. Immer wieder mussten die beiden FCA-Spieler vor den Fernsehkameras der diversen TV-Sender nach dem 3:0 (0:0)-Heimsieg gegen den SC Paderborn Rede und Antwort stehen.
Dass der Torhüter des Zweitligisten und der Stürmer im Fokus des Interesses standen, verwundert nicht. Waren beide doch die Sieggaranten für den Tabellenzweiten in einem Spiel, das viel enger war, als es das Endergebnis vermuten ließ. Denn bevor Nando Rafael (62. und 70.) mit einem Doppelschlag für die Entscheidung sorgte, war es Simon Jentzsch, der den FCA im Spiel hielt. "Simon war für mich der Matchwinner, als er kurz nach der Halbzeit zwei Mal einen Rückstand verhinderte. Wäre da das 0:1 gefallen, wäre es verdammt schwer geworden", verteilte FCA-Trainer Jos Luhukay Sonderlob für seine Nummer eins.
Jentzsch überzeugt auch die kritischen Fans
Es war knapp eine Stunde gespielt, als Jentzsch zuerst gegen Mahir Saglik und wenige Augenblicke später dann gegen Daniel Brückner Kopf und Kragen riskieren musste, um einen Rückstand zu vermeiden. Seit Wochen spielt der ehemalige Bundesligatorhüter auf hohem Niveau und überzeugt damit auch immer mehr diejenigen FCA-Fans, die dem Neuzugang zu Beginn der Saison kritisch gegenüberstanden.
Doch den Trubel um seine Person sieht Jentzsch gar nicht so gerne. Er gibt das Lob lieber an seine Teamkollegen weiter: "Wir stehen jetzt als Mannschaft viel kompakter, das beginnt schon im Sturm, und wir gehen jetzt auch in die Zweikämpfe rigoroser." Dass Jentzsch nach dem 3:0 gegen Paderborn nun schon 486 Minuten ohne Gegentor ist und damit einen neuen FCA-Rekord in der Zweiten Liga aufgestellt hat, interessierte ihn gestern nicht: "Das bedeutet mir nix, Hauptsache wir haben die drei Punkte geholt."
Es war der siebte Heimsieg in Folge und ein Garant dafür war auch Nando Rafael. Zweimal stand er dort, wo ein Torjäger stehen muss, und ebnete mit seinen Treffern drei und vier den Weg zum Sieg. "Es ist das Gefühl, das man als Stürmer hat", erklärte Rafael seinen Torriecher. Erst in der Winterpause vom dänischen Erstligisten Aarhus GF ausgeliehen, entwickelt sich der ehemalige Bundesliga-Profi immer mehr zu einem Glücksgriff.
85.000 Euro, so hört man, soll die Leihgebühr betragen haben. Eine gute Investition, doch derzeit sieht es danach aus, dass Rafael im Sommer wieder nach Dänemark zurückkehren wird: "Ich habe einen Vertrag in Aarhus und gehe derzeit davon aus, dass ich wieder zurückgehe", erklärte Rafael gestern.
Trainer Jos Luhukay würde den Stürmer gerne in Augsburg halten: "Wir haben ihn jetzt für sechs Monate geholt. Natürlich würden wir ihn gerne länger behalten, da müssen wir aber erst mit Aarhus in Verhandlungen treten und schauen, was machbar ist."
Doch dies ist alles noch Zukunftsmusik. Die Gegenwart sieht rosig aus. Vier Punkte beträgt jetzt der Vorsprung auf den Dritten St. Pauli, nur noch vier Punkte der Rückstand auf Tabellenführer 1. FC Kaiserslautern. Ein Grund für den Höhenflug sind Spieler wie Jentzsch und Rafael, die individuelle Qualität und unbedingten Siegeswillen haben. So sieht es auch Paderborns Trainer Andre Schubert. "Ich lege mich fest, der FCA steigt auf." Robert Götz
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