Mit Kees Kwakman ist mittlerweile der vierte Spieler aus dem Beneluxland beim FC Augsburg beschäftigt. Von Robert Götz

Am Ende zogen sich die Formalitäten noch ein wenig. Doch gestern am späten Nachmittag war es dann so weit: Der FC Augsburg vermeldete die Verpflichtung von Kees Kwakman (27). Der Mittelfeldspieler kommt vom Ehrendivisionär NAC Breda und unterschrieb einen Zwei-Jahres-Vertrag beim Zweitligisten bis zum 30. Juni 2012.
Damit reagierte der FCA auf die schwere Verletzung von Lukas Sinkiewicz, der nach einer Knie-OP mehrere Monate ausfallen wird, und auf den Wechsel von Goran Sukalo zum MSV Duisburg. Der Niederländer soll nun diese Lücke besonders im defensiven Mittelfeld schließen. Kwakman genießt in den Niederlanden ein hohes Ansehen. Seine Spielweise wird dort mit der von Bayern-Kapitän Mark van Bommel verglichen. Körperlich präsent, kopfballstark und zweikampfstark. Am Wochenende stand er noch für seinen alten Verein auf dem Platz. Beim 2:0-Heimsieg gegen den VVV Venlo wurde er sogar zum Spieler des Tages gewählt. Er absolvierte in zwei Jahren 69 Begegnungen für Breda und erzielte neun Tore.
Schon lange ganz oben auf der Wunschliste
Kwakman stand auf der Wunschliste von Trainer Jos Luhukay schon lin der vergangenen Saison ganz oben. Noch vor wenigen Wochen schien der Mittelfeldspieler unbezahlbar. Im Juli, so spekulierten niederländische Medien, soll Breda die Ablösesumme auf 2,5 Millionen Euro festgelegt haben. Das war dem FCA zu viel. Manager Andreas Rettig, der nach eigenen Aussagen "allergisch" gegen Ablösesummen ist, lehnte ab. Doch jetzt musste er angesichts der dünnen Spielerdicke über seinen Schatten springen und richtig in die Vereinskasse greifen. Wie viel es ist, darüber schwiegen sich beide Vereine, wie in der Branche nicht unüblich, aus. So kann nur spekuliert werden. Rund 1,5 Millionen Euro stehen im Raum. Ob Sparfuchs Rettig wirklich so viel Geld in die Hand genommen hat?
Fakt ist, die meisten der niederländischen Klubs, bis auf wenige Ausnahmen wie Ajax Amsterdam oder PSV Eindhoven, sind chronisch unterfinanziert und leben von der Hand in den Mund. Ob Kwakman seinen Preis wert ist, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.
Trainer Jos Luhukay ist auf jeden Fall hochzufrieden. "Wir freuen uns, dass der Wechsel von Kees Kwakman noch geklappt hat, denn mit ihm bekommen wir eine weitere Alternative für den Defensivbereich kurz vor Ende der Wechselfrist."
Die endet am heutigen Dienstag um 24 Uhr. Danach geht nichts mehr und erst dann wird sicher sein, ob Kwakman der letzte Transfer des FC Augsburg war. Von Robert Götz
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: