Politiker-Duell vor dem Bayern-Duell: Miriam Gruß (FDP) fordert Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zum Umdenken auf, weil er dem 1. FC Nürnberg die Daumen drücken will. Sie liefert ihm auch ein paar Gründe.

Fußball bewegt die Menschen - und auch die Politiker. Vor dem ersten Relegationsspiel des FC Augsburg gegen den 1. FC Nürnberg hat die Bundestagsabgeordnete Miriam Gruß (Augsburg) einen dringenden Brief an Ministerpräsident Horst Seehofer geschrieben. Inhalt: Umdenken, denn der CSU-Mann soll sich als Anhänger des 1. FC Nürnberg bekannt haben.
Gruß hat den Landesvater im Fernsehen gehört. Dort sagte Seehofer, dass er im Relegations-Duell FC Augsburg gegen 1. FC Nürnberg aufgrund von Kindheitserinnerungen zu den Franken halten würde. Daher schreibt sie: "Nichtsdestotrotz bitte ich Sie an dieser Stelle, Ihre Haltung zu überdenken und dem FC Augsburg die Daumen zu drücken."
Aber warum? Die Augsburger Abgeordnete verweist auf die ausgeprägte Ab- und Aufstiegsfähigkeiten der Nürnberger (bislang sieben Abstiege und Aufstiege): Mit dieser Erfahrung im Rücken könne der FCN "das Kunststück des direkten Wiederaufstiegs (...) nächste Saison wiederholen". Anders der FC Augsburg: "Für den FCA wäre es dagegen das erste Mal, dass der Verein in der ersten Liga spielen würde. Für die ganze Region würde ein Traum wahr werden."
Außerdem verweist sie auf die schwäbische Sparsamkeit mit Geldern des Freistaats. Während der FCA seine Impuls-Arena weitgehend selbst bezahlt und vom Land nur fünf Millionen Euro bekommen habe, seien 27 Millionen in die Heimat des "Clubs" geflossen.
Zum Schluss erinnert Gruß den Ministerpräsidenten an ein kleines persönliches "Versagen": "Im Eishockey konnten Sie bei den Panthern Ihre Fähigkeiten als Glücksbringer im Finale nicht unter Beweis stellen. Ein Grund mehr, nun wenigstens beim Fußball die Daumen zu drücken."
Ob das wirkt? In gelb-schwarzer Koalitionsfreundschaft bietet die Augsburger Bundestagsabgeordnete noch einen Kompromiss an: "Als Ministerpräsident von ganz Bayern sollten Sie sich zumindest neutral zeigen und sich nicht auf eine Seite schlagen." (mb)
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