Ibrahima Traoré, Mittelfeldspieler des FCA, will endlich wieder auf dem Platz stehen. Er muss sich in Geduld üben. Über seine Zukunft schweigt er sich indes aus.

Am Sonntag gibt Ibrahima Traoré (22) bei der Premiere des Fußball-Films „Der ganz große Traum“ im Cinemaxx eine Autogrammstunde (14 bis 15 Uhr). Der Film erzählt die Geschichte, wie der Fußball 1874 nach Deutschland kam. Und auch der Fußball-Profi des FC Augsburg hat einen Traum. „Ich will möglichst schnell wieder Fußball spielen und Spaß haben.“
Daran war seit dem 21. November 2010 nicht mehr zu denken. Es lief die 60. Minute im Spiel gegen den Karlsruher SC (Endstand 3:1). Der schnelle Mittelfeldspieler aus Guinea machte auf der linken Außenbahn ein gutes Spiel. In der 38. Minute hatte er das 1:0 von Tobias Werner vorbereitet, als er nach einer Stunde auf dem Rasen der Impuls-Arena plötzlich zusammensackte. „Es war gar niemand in der Nähe, ich bin einfach umgeknickt“, erinnert sich Traoré.
Die Diagnose in der Hessingpark-Clinic war niederschmetternd. Traoré musste am linken Sprunggelenk nach einer komplexen Innen- und Außenbandverletzung operiert werden. Danach lernte der Sonnyboy die Schattenseiten seines Berufes kennen. Die Schufterei in der Reha-Abteilung der Augsburger Nobelklinik. „Ich bin jeden Tag bis zu fünf Stunden dort“, sagt Traoré.
Drei Monate nach seiner OP zeichnet sich ein Ende des Leidenswegs ab. Zuletzt durfte Traoré im Rosenaustadion bereits joggen, und heute steht eine ganz wichtige Testreihe für sein operiertes Sprunggelenk auf seinem Tagesplan. „Wenn mir die Ärzte die Freigabe geben, dann kann ich mit dem Rekonvaleszenz-Training beginnen“, sagt Traoré und ein Lächeln huscht über sein Gesicht. Endlich wieder auf dem Rasen stehen und mit dem Ball arbeiten – ein Traum für Traoré.
Ob er grünes Licht erhält, Traoré ist sich nicht so sicher. Denn sein Körper signalisiert noch – Vorsicht: „Ich kann jetzt beschwerdefrei joggen. Bei jeder neuen Belastung, zum Beispiel wenn ich schneller laufe, tut es aber wieder weh. Der Anpassungsprozess dauert zwei bis drei Tage. Dann geht es wieder.“
Die Frage nach dem Zeitpunkt, wann er wieder spielen kann, stellt sich für Traoré (noch) nicht. Er freut sich über kleine Fortschritte. „Ich will gar keine Prognose abgeben. Ich will nicht den Fehler machen, zu schnell zu beginnen. Ich warte den Zeitpunkt ab, wenn ich wieder ganz schmerzfrei bin.“
Für Traoré war es die erste größere Verletzung, die eine OP notwendig machte. Eine neue Erfahrung, die ihn geprägt und auch nachdenklich gemacht hat.
Dabei befand er sich nach seinem Wechsel von Hertha BSC Berlin zum FC Augsburg im Sommer 2009 auf der Überholspur. In seiner ersten Saison erzielte er in 30 Spielen sieben Tore und spielte sich auf der linken Außenbahn nicht nur in die Herzen der FCA-Fans, sondern auch in die Notizbücher der Bundesliga-Scouts. Der VfB warb in der Sommerpause heftig um ihn, man konnte sich aber nicht einigen und so pochte der FCA auf die Einhaltung des Vertrages. Dabei hatte Traoré keinen Hehl daraus gemacht, dass er gerne in die Bundesliga wechseln würde.
Das vom VfB in Gang gesetzte wochenlange Tauziehen ging nicht spurlos an Traoré vorbei. Er konnte an die Top-Leistungen nicht mehr anknüpfen. Deshalb gibt sich Traoré, angesprochen auf seine sportliche Zukunft, zugeknöpft: „Im Sommer habe ich den Fehler begangen, darüber zu reden. Danach hatte ich eine schwere Zeit.“ Seine Verhandlungsposition hat sich aufgrund seiner Verletzung auch nicht verbessert.
Der FCA steht aber weiter zu seinem Highspeed-Offensivakteur. Manager Andreas Rettig sagt: „Wir hatten Ibo und seinem Berater bereits im Herbst deutlich gemacht, dass wir seinen Vertrag gerne verlängern wollen und ein entsprechendes Angebot abgegeben. Leider kam dann seine Verletzung dazwischen. So haben wir verabredet, dass wir abwarten, bis es ihm wieder besser geht. Unser Ziel ist es, mit Ibo zu verlängern.“
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