Das 4:4 in der Europa League gegen Valencia zeigt, was Werder Bremen auszeichnet: Eine furiose Offensive, aber auch eine anfällige Defensive. Wir haben den Gegner des FCA unter die Lupe genommen. Von Benjamin Schäling

Der FC Valencia zeigte beim 4:4 in Bremen am Donnerstagabend, wie Werder Bremen zu knacken ist: Mit schnellem und kompaktem Spiel. Eine Analyse des Pokalgegners des FC Augsburg am kommenden Dienstag.
Das zeichnet Werder Bremen aus
Eine taktisch und technisch gute Mannschaft, die schnelles und direktes Spiel nach vorne bevorzugt. In der Offensive rochieren die wendigen und schussstarken Mesut Özil, Marko Marin und Aaron Hunt ständig um Torjäger und Anspielstation Claudio Pizarro. Auch die Defensive um Per Mertesacker und Naldo ist meist gut organisiert und in Normalform schwer zu knacken. Torhüter Tim Wiese ist in Topverfassung - reaktionsschnell und stark im Eins-gegen-Eins.
Hier hat Bremen Schwächen
Besonders über die Außenverteidigerpositionen ist Werder anfällig. Linksverteidiger Petri Pasanen wirkt unbeweglich, sein Pendant Clemens Fritz hat Mängel im Stellungsspiel und leistet sich oft Abspielfehler in der Vorwärtsbewegung. Dadurch ergeben sich Räume in seinem Rücken. Wenn der Gegner, so wie Valencia am Donnerstagabend über weite Strecken, die Räume extrem eng macht, beginnt Werder sich zu öffnen. Das Spiel wird breiter und die Abstände zwischen den Spielern größer.
Das muss der FCA machen
Valencia zeigte beim 4:4 in Bremen, wie es geht: Die Mannschaft stand (zumindest in den ersten 20 Minuten) konsequent eng zusammen und knüpfte ein engmaschiges Netz. Werder verfing sich darin und Valencia spielte schnelle Konter über Silva und Villa. Auch die FCA-Spieler müssen die Abstände zueinander einhalten und dürfen sich nicht verleiten lassen, mit den schnellen Dribblern mitzugehen. Das heißt: Strikte Deckung im Raum. Aus der Kompaktheit heraus sind Konter über die flinken Außen ein wirksames Mittel. Allerdings müssen sie schnell und mit hoher Präzision gespielt werden, sonst sind die laufstarken Bremer Verteidiger wieder zur Stelle.
Weitere taktische Möglichkeiten des FCA
David Silva, zugegeben ein Spieler von internationaler Klasse, hat es vorgemacht: Er spielte den Wanderer zwischen den Welten. Er bewegte sich zwischen Mittelfeld und Angriff und entzog sich so häufig der Bremer Defensive. Michael Thurk kann diese Rolle spielen, das hat er in dieser Saison oft bewiesen. Er muss sich fallen lassen und so die entstehenden Lücken zwischen dem häufig aufrückenden Torsten Frings und den Innenverteidigern nutzen.
Die schnellen Außen Ibrahima Traoré und Marcel Ndjeng dürfen die Flanken nicht hoch und von der Grundlinie, sondern scharf und aus dem Halbfeld hinter die Verteidiger schlagen. In ihrem Rücken sind die großen Verteidiger Mertesacker und Naldo verwundbar.
Das spielt am Dienstag ebenfalls eine Rolle
Werder Bremen hat am Dienstag bereits 41 Saisonspiele absolviert. Auch wenn die Mannschaft fit wirkt und meist hohes Tempo bis zum Schluss geht, kann die Müdigkeit eine Rolle spielen. Der Kader der Bremer ist zwar gut besetzt, doch bei Weitem nicht jeder Akteur kann adäquat ersetzt werden. Benjamin Schäling
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