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17. März 2010 20:26 Uhr

Interview mit Ex-Spieler Kern

FC Augsburg: "Wir kommen nicht, um zum Aufstieg zu gratulieren"

Sein neues Team galt lange als sicherer Absteiger, doch soweit ist es noch nicht: Benjamin Kern von Rot-Weiss Ahlen will bei seiner Rückkehr zum FC Augsburg Punkte entführen. Von Wolfgang Langner

Benjamin Kern kehrt mit RW Ahlen zu seinem alten Verein FC Augsburg zurück.
Foto: Fred Schöllhorn

Benjamin Kern hat lange auf diesen Augenblick warten müssen. Als er noch beim FC Augsburg unter Vertrag stand, war es ihm nicht vergönnt, einmal in der neuen Arena zu spielen. Das geschieht nun unter etwas anderen Vorzeichen. Kern kehrt mit Rot-Weiss Ahlen, dem Schlusslicht der 2. Liga, nach Augsburg zurück und kämpft am Samstag (13 Uhr) für seine Mannschaft um wichtige Punkte für den Klassenerhalt.

Ein "kleiner Fanklub" wird Kern empfangen: "Es werden 30 oder 40 Freunde im Stadion sein. Außerdem die Familie und ein paar Bekannte. Ich freue mich auf diese Partie", sagt Kern. Doch der 26-Jährige will nicht nur den "Grüßonkel" machen und dann dem FCA großzügig das Feld überlassen. Der Abstiegskandidat hat sich einiges vorgenommen: "Natürlich ist der FC Augsburg Favorit, aber wir kommen nicht, um zum Aufstieg zu gratulieren. Schließlich brauchen wir dringend Punkte."

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Der Abgang von Augsburg hat wehgetan. Kern, der 2006 vom SV Darmstadt kam und 74 Spiele für den FCA absolviert hat, gibt das auch ehrlich zu: "Ich bin nicht gern aus Augsburg gegangen. Unter den Trainern Hörgl, Loose und Fach war ich immer eine feste Größe. Als ich dann nicht mehr gespielt habe, war das eine neue Erfahrung für mich. Die neue sportliche Leitung hat keine Zukunft für mich gesehen. So funktioniert der Fußball nun mal. Da braucht man auch nicht nachkarten. Das ist das gute Recht von einem Trainer und einem Manager."

Augsburg wird Meister oder Zweiter

Wenn man mit Kern spricht, hört man auch heraus, dass er meint, was er sagt. Den Blick zurück im Zorn gibt es bei ihm nicht. Im Gegenteil. Er prophezeit dem FC Augsburg eine goldene Zukunft. Sowohl im Kampf um den Bundesliga-Aufstieg wie auch im Halbfinale des DFB-Pokals am kommenden Dienstag beim SV Werder Bremen: "Im Pokal, das ist ein Spiel. Da kann viel passieren. Ich denke, es tut dem FCA mal ganz gut, nur auf Konter zu spielen. Sie haben die Qualität dazu, auch dieses Spiel zu gewinnen. Außerdem bin ich mir sicher, dass der FCA aufsteigt. Die Mannschaft muss auch nicht in die Relegation. Sie wird entweder Meister oder Zweiter."

Seine Zukunft steht dagegen noch in den Sternen. Bei Rot-Weiss Ahlen hat der Mittelfeldspieler noch einen Vertrag bis zum Ende der Saison. Wie geht es dann weiter? "Wir werden uns nach dieser Saison zusammensetzen. Zunächst müssen wir unsere Ziele erreichen und den Klassenerhalt schaffen. Alles andere muss sich dann zeigen", meint Kern.

Bis es so weit ist, gibt es noch viel zu tun in Ahlen. Ausgerechnet gegen den Abstiegskonkurrenten TuS Koblenz gab es zuletzt eine 0:2-Niederlage. "Das war ein ganz bitteres Wochenende für uns. Dann hat auch noch der FSV Frankfurt gewonnen. Es ist alles gegen uns gelaufen", meint der gebürtige Göppinger.

Für Kern selbst war seine jetzige Station Ahlen nach seinen schweren Verletzungen (zweimal dreifacher Bänderriss) aber auch ein sportlicher Fortschritt. Ahlens Trainer Christian Hock ist absolut von Kern überzeugt: "Vorher ohne Kern war das auf dem Platz eher eine Totenveranstaltung. Jetzt ist wieder mehr Leben in der Mannschaft."

Entscheidendes Tor gegen 1860 München

Auch seine Torgefahr stellte Kern in Ahlen schon unter Beweis. Ausgerechnet beim Erzrivalen des FC Augsburg, dem TSV 1860 München, erzielte Kern vor ein paar Wochen den entscheidenden Treffer für Ahlen zum 1:0-Sieg. Zumindest in diesem Spiel hatte Kern die Fangemeinde des FC Augsburg wieder einmal ganz hinter sich.

Mit einem Sieg in Augsburg rechnet in Ahlen zwar keiner so richtig, allerdings kann sich der eine oder andere schon vorstellen, dass einige FCA-Spieler schon mit dem Kopf ein bisschen beim Pokal in Bremen sind. Das schließt auch Kern nicht ganz aus: "Als kleiner Verein hofft man natürlich darauf, aber ich denke nicht, dass uns der FCA unterschätzen wird. Die haben ja mitbekommen, dass wir zuletzt auch ein paar Punkte geholt haben." Wolfgang Langner

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