Montag, 20. Mai 2013

30. April 2012 08:27 Uhr

Kommentar

FCA: Leidenschaft versetzt Berge

Dass der FCA jetzt bereits einen Spieltag vor Schluss den Klassenerhalt geschafft hat, ist vielleicht kein Wunder - aber es ist nicht weit davon entfernt.

Bundesliga, 33. Spieltag: Die Augsburger Spieler feiern in Mönchengladbach den Klassenerhalt.
Foto: dpa

Vorurteile sind schnell gefasst. Eines lautet, dass der Augsburger zum Lachen und Feiern in den Keller geht. Das liegt vielleicht daran, dass für Augsburg die Faschingszeit ein Tabuthema ist. Lediglich ein geheimer Zirkel feiert dort im Untergrund mit Pappnasen. Doch Fasching ist im Leben nicht alles. Der Augsburger hat sich zum Jubeln, Feiern und Lachen auch eine echte Alternative geschaffen: den Bundesliga-Aufsteiger FC Augsburg. Was die Fans in dieser Saison mit und für den Verein veranstalteten, der vor über zehn Jahren noch als Synonym für eingeschlafene Füße galt, war sensationell. Augsburg lebt – und wie.

Die Medien zwischen Berchtesgaden und Flensburg überschlugen sich in Superlativen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung adelte die FCA-Fans, indem sie die Stimmung in der Augsburger Arena mit der an der Anfield Road in Liverpool verglich.

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Dass der FCA jetzt bereits einen Spieltag vor Schluss den Klassenerhalt geschafft hat, ist vielleicht kein Wunder, aber es ist nicht weit davon entfernt. Trainer Jos Luhukay machte aus einer Mannschaft, die von der Konkurrenz lange Zeit nur müde belächelt wurde, einen verschworenen Haufen, der bewies, dass die „Großkopferten“ auch nur mit Wasser kochen. Dafür steht auch das eigens fertiggestellte „Klassenerhalts-T-Shirt“ mit der Aufschrift „Leidenschaft versetzt Berge“. Das Motto der Saison.

Es gibt noch ein paar Ungereimtheiten

Der Traum sollte nun eigentlich in die nächste Runde gehen. Aber es gibt Ungereimtheiten, die nicht ins Bild passen und die große Party um den Klassenerhalt stören. Dass die Verträge der Co-Trainer Markus Gellhaus, Rob Reekers und Zdenko Miletic (laufen jetzt aus) noch immer nicht verlängert wurden, ist merkwürdig. Warum ziert sich der Verein so lange?

Die Verantwortlichen wollten angeblich erst verlängern, wenn der Klassenerhalt fix ist. Das wirft Fragen auf: Hätte sich Trainer Jos Luhukay bei einem eventuellen Abstieg einen neuen Trainerstab zusammenstellen müssen? Das wäre ein Novum im deutschen Profifußball, wenn sich ein Cheftrainer seine eigenen Leute nicht aussuchen dürfte. Und Luhukay möchte gerne mit Miletic, Reekers und Gellhaus weiterarbeiten. Medien und Fans sprechen derzeit mit Hochachtung vom FCA. Die Verantwortlichen sollten die Vertragsangelegenheiten schnell klären, damit kein Schatten auf eine ansonsten wunderbare Geschichte fällt. Dem finalen Gespräch steht jetzt jedenfalls nichts mehr im Weg.

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