Montag, 23. Oktober 2017

10. Oktober 2017 18:55 Uhr

WM-Qualifikation

FCA-Stürmer Finnbogason feiert mit Island

Huh! Island nimmt erstmals an einer Fußball-WM teil. Mittendrin ist der FCA-Stürmer Alfred Finnbogason. Die Sympathie der Fans ist ihm und seiner Truppe schon jetzt sicher.

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Alfred Finnbogason feiert mit der isländischen Nationalmannschaft die WM-Teilnahme 2018 in Russland.
Foto: Haraldur Gudjonsson, afp

Manuel Baum wusste, dass er schnell reagieren musste. Nur wenige Minuten nach dem Schlusspfiff in Reykjavik schickte der Trainer des FC Augsburg seine Glückwünsche per WhatsApp an Alfred Finnbogason. Sein isländischer Stürmer antwortete kurze Zeit später. Bevor er sich in die Feierlichkeiten stürzte, postete Finnbogason dann auf seinem Instagram-Account noch ein Selfie mit seinen Teamkollegen und schrieb dazu: „Wo wir hinfahren? Nach Russland, Baby.“

Ja. Island fährt zur Weltmeisterschaft nach Russland. Das Land mit 330.000 Einwohnern kann nun seine sagenhafte Geschichte vom EM-Sommer 2016 und dem Einzug ins Viertelfinale beim Weltturnier in Russland fortsetzen. Finnbogason war beim entscheidenden 2:0 -Heimsieg gegen den Kosovo in der 61. Minute eingewechselt worden. Da führte Island durch ein Tor des ehemaligen Hoffenheimers Gylfi Sigurdsson (40.). In der 67. Minute machte Johann Gudmundsson mit dem 2:0 alles klar. Danach stiegen Leuchtraketen in den nasskalten Abendhimmel von Reykjavik.

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In der Arena stimmten Islands Fußballhelden zusammen mit den begeisterten Fans den legendären „Huh“-Schlachtruf an. Auch auf den Straßen der Hauptstadt feierten die Bewohner bis in den frühen Dienstagmorgen die erste WM-Teilnahme in der Geschichte Islands. Es ist das kleinste Land, das je an einer WM teilgenommen hat. Der bisherige Rekordhalter Trinidad & Tobago, der sich 2006 für Deutschland qualifiziert hatte, hat rund 1,3 Millionen Einwohner. Island hat etwa 335.000, ein Drittel davon lebt in der Hauptstadt.

FCA: Coach Baum staunt über Island

„Es ist schon etwas überraschend, dass dieses kleine Land das hinbekommen hat“, staunte auch Baum. Allerdings, so Baum weiter, „haben sie bei der EM schon gezeigt, zu was sie in der Lage sind. Und wenn man die einzelnen Spieler anschaut, haben sie auch Qualität.“ Eine Qualität, die Nationaltrainer Heimir Hallgrimsson nun nach Russland führte. Zufall war dies aber nicht.

Island investierte in den letzten Jahren massiv in Fußballplätze und -hallen, um auch im langen Winter trainieren zu können. Die Trainerausbildung wurde vorangetrieben und derzeit ist die goldene Fußballer-Generation um Superstar Sigurdsson, der im Sommer für 40 Millionen Euro von Swansea zu Everton wechselte, auf dem Zenit ihrer Leistungsfähigkeit. Und dazu kommen noch die unglaublichen Fans. Eine fast magische Mixtur. Nationaltrainer Hallgrimsson konnte sein Glück zunächst gar nicht richtig in Worte fassen: „Das ist so verrückt.“

Island bei Fußball-WM: Ein Traum wird wahr

Der 50-Jährige vergaß nicht, die Aufbauarbeit seines Vorgängers Lars Lagerbäck zu würdigen. „Er hat die Basis dessen geschaffen, was wir hier machen“, sagte der frühere Assistent Lagerbäcks, der nach der EM Cheftrainer wurde. TV-Reporter Haukur Hardarson übermannten nach dem Schlusspfiff die Gefühle. „Als ich noch ein kleiner Junge war, habe ich diesen albernen Traum gehabt, dass Island eines Tages zur WM fährt. Jetzt ist dieser Traum wahr geworden“, sagte er mit ergriffener Stimme.

Torschütze Sigurdsson erinnerte zu Recht daran, dass Island in einer starken Gruppe mit Kroatien, der Ukraine oder der Türkei Platz eins erreicht hat. „Wir können sehr stolz auf uns sein“, meinte der Mittelfeldspieler des FC Everton. Danach feierten die Spieler mit ihren Fans gemeinsam auf dem Ingolfur-Platz. Spätestens am Donnerstag wird Alfred Finnbogason aber die Bundesligarealität wieder eingeholt haben. Dann steht er bei der Pressekonferenz vor dem Spiel am Samstag (15.30 Uhr) in Hoffenheim Rede und Antwort. Er wird dann hoffentlich erzählen, wie es war, in der historischen Nacht von Reykjavik. mit dpa

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Ein Artikel von
Robert Götz

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


FCA-Trainer
Ist Manuel Baum der Richtige?


Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

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