Sonntag, 19. November 2017

08. November 2017 14:18 Uhr

FC Augsburg

FCA bereitet sich auf das Duell gegen den FC Bayern vor

Nach der Länderspielpause muss der FCA beim FC Bayern München antreten. Trainer Manuel Baum braucht dort ausgeruhte Spieler. Darum verzichtet er bewusst auf ein Freundschaftsspiel.

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Für Manuel Baum ist nach dem Spiel schon vor dem Spiel. Nun muss er den FC Augsburg auf das Duell gegen den FC Bayern München vorbereiten.
Foto: Ulrich Wagner

Manchmal geht FCA-Trainer Manuel Baum nach dem Training mit seinen Profis noch zum Joggen. Direkt hinter den Trainingsplätzen an der WWK-Arena. Er hat zwei Strecken über die weiten Felder. Für die eine braucht er ungefähr eine halbe Stunde und für die andere rund 50 Minuten. Welche er läuft, entscheidet er kurzfristig und je nach dem, wie viel er nachzudenken hat.

Denn dazu nützt der Bundesligatrainer diese Zeit für sich, ohne Termine, ohne Handy, ohne Ansprache. Dabei scheint es derzeit doch gar nicht so viele Dinge beim FCA zu geben, über die sich Baum den Kopf zerbrechen müsste.

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Vor der Länderspielpause spielte seine Mannschaft gegen Bayer Leverkusen 1:1, steht nach elf Spieltagen mit 16 Punkten auf Platz zehn. Der Abstand nach unten, auf Platz 17 beträgt er acht Punkte, ist deutlich größer als nach oben. Baum bilanziert: "Ich bin mit den Punkten und auch der Art und Weise, wie wir sie geholt haben, zufrieden. Aus Trainersicht hätte es aber auch das eine oder andere Pünktchen mehr sein können, aber grundsätzlich bin ich schon zufrieden. Aber es ist noch ein weiter Weg bis zum Klassenerhalt."

FCA-Trainer Baum baut auf die Eichhörnchen-Methode

Den will er weiter unbeirrt gehen. Dass sein Team aus den letzten sechs Spielen von 18 möglichen "nur" sechs Punkte holte, ist ihm egal. "Man kann sagen, 16 aus elf, sechs aus sechs oder aber vier aus zwei. Das ist doch wurscht." Er baut auf die Eichhörnchen-Methode: "Wir nehmen jeden Punkt mit, den wir nur kriegen können. Wir schauen darauf, möglichst wenig Gegentore zu bekommen und möglichst viel zu schießen. Ein gutes Torverhältnis kann am Ende wichtig sein."

Baum warnt davor, die derzeit noch sieglosen Kellerkinder 1. FC Köln (zwei Punkte) und   Werder Bremen (fünf Punkte) schon abzuschreiben. "Köln hat nur zwei Zähler, aber wer weiß, wie es bis zur Winterpause aussieht. Und wer weiß, was im Winter auf dem Transfermarkt passiert? Köln und Bremen haben genügend finanzielle Mittel, um nachzulegen."

Und dann gibt es ja noch das eigene Beispiel, als der FCA in der Saison 12/13 fast aussichtslos mit nur neun Zählern in die Rückrunde ging. Baum: "Wir haben es geschafft, mit neun Punkten die Liga zu halten." Deshalb gilt für den Trainer: Ja nicht zurücklehnen.

FC Augsburg schont seine Kräfte

Aber jetzt erst einmal Kräfte sammeln vor dem Liga-Endspurt. Deshalb war der Trainingsbetrieb zu Beginn der Woche überschaubar. Die Nationalspieler sind auf Reisen, strapazierte Stammspieler wie Daniel Baier, Jeffrey Gouweleeuw und Rani Khedira blieben zum Regenerieren in den Katakomben. Sergio Córdova drehte nach seiner Sprunggelenksverletzung seine Runden und Jan Morávek absolvierte eine individuelle Trainingseinheit. "Wir haben noch sechs Spiele vor der Brust und ich brauche eine erholte Mannschaft", sagt Baum.

Seine Art, spielen zu lassen, ist kräftezehrend und intensiv. Aggressives Pressing und schnelles Umschalten erfordern hohe Laufbereitschaft. Mit 1257,90 gelaufenen Kilometern liegt der FCA auf Platz elf der Lauftabelle.

Baum will in dieser Phase auch kein Verletzungsrisiko mehr eingehen. Deshalb verzichtet er auch bewusst auf Freundschaftsspiele. Er befürchtet übermotivierte Gegner. "Wir geben so Vollgas in den Phasen. Und für die Spieler machen Einsätze in der U23 mehr Sinn."

Spielpraxis sammelt der FCA im Training

Ganz verzichtet Baum aber auf Spielpraxis auch so nicht. Er lässt im Training elf gegen elf spielen. Dort, so ist er überzeugt, kommen auch die Spieler besser zur Geltung, die derzeit in seinen Planungen gar keine Rolle spielen. Er sagt. "Mir reicht der Trainingseindruck und die Leistungen in der U23."

Das nächste Punktspiel muss der FCA am 18. November beim FC Bayern München bestreiten. Der Gästebereich für die Augsburger Fans ist bereits ausverkauft.

Doch trotz des Durchschnaufens in diesen Tagen hat die Vorbereitung auf das Treffen mit der derzeit besten Mannschaft der Liga schon angefangen. Gestern schnitt das Videoteam erste Sequenzen zusammen, die das taktische Vorgehen des Tabellenführers verdeutlichen sollen. Und Baum beschäftigte sich damit ganz bestimmt beim Joggen.

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Ein Artikel von
Robert Götz

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


FCA-Trainer
Ist Manuel Baum der Richtige?


Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

Der Spielplan des FC Augsburg 2017/16

Die Torschützenkönige der Bundesliga