Freitag, 24. November 2017

09. September 2017 07:33 Uhr

FC Augsburg

FCA kämpft mit Pilzbefall auf dem Rasen der WWK-Arena

Das Wetter hat dafür gesorgt, dass sich ein Pilz auf dem Rasen der WWK-Arena breitmachte. Ein Unternehmer aus der Region will das Problem nun einfach wegpusten.

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Der FC Augsburg hatte in der WWK-Arena mit Pilzbefall auf dem Rasen zu kämpfen. Jetzt sucht der Verein nach Lösungen.
Foto: Ulrich Wagner (Symbolbild)

Zwei Wochen hatten die Greenkeeper des FC Augsburg Zeit, den Rasen in der WWK-Arena zu pflegen. Doch noch sind die braunen Stellen, die schon beim ersten Bundesliga-Heimspiel in dieser Saison gegen Borussia Mönchengladbach aufgefallen waren, nicht verschwunden. Sie werden auch bei der Begegnung zwischen dem FC Augsburg und dem 1. FC Köln sichtbar sein (Samstag, 15.30 Uhr).

Ein Pilz hatte den Rasen während der Sommerpause befallen. Dass der Rasen bei der Partie gegen Mönchengladbach in einem schlechten Zustand war, gab FCA-Geschäftsführer Stefan Reuter schon kurz nach dem Spiel offen zu: „Wir hatten ein schwieriges Klima mit sehr viel Feuchtigkeit und dann wieder Temperaturen über 30 Grad. Das hat dem Rasen zu schaffen gemacht. Er hat auch nicht die Stabilität, die wir uns wünschen.“

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Die Schwierigkeiten traten schon vor der Generalprobe gegen den PSV Eindhoven (0:0) zutage. Danach entfernten die Greenkeeper das alte, abgestorbene Gras. Und in der Länderspielpause pflegten und hegten sie das Grün, säten neu an, düngten, versuchten die Feuchte aus dem Untergrund zu bringen.

Denn der Pilz entsteht, wenn der Rasen nicht abtrocknen kann. Er verbreitet sich und zerstört die Grasnarbe, die sich ablöst. Ein Problem, das nicht nur der FCA hat. Die Verantwortlichen in Hoffenheim, Wolfsburg und zum Beispiel in Köln kämpfen ebenso gegen den gleichen Schädling.

Der Hybridrasen des FC Augsburg kostete 350.000 Euro

In den neuen, engen Stadien mit steilen Tribünen gibt es kaum noch Luftaustausch, liegen Teile des Spielfeldes ganztägig im Schatten, die Rasenfläche bleibt dort immer feucht. Ein ideales Klima für den schädlichen Pilz. Das man auch bei sorgfältiger Planung oft nicht verhindern kann. Denn wie sich das Klima innerhalb des Stadions entwickelt, sieht man erst nach der Fertigstellung.

Der Pilzbefall, macht auch vor dem Hybridrasen, der erst im Juni 2016 in Augsburgs Arena verlegt wurde, nicht halt. Dabei werden natürliche Grashalme durch Millionen von künstlichen Fasern verstärkt. Die Verlegung des Hybrid-Rasens hat damals rund 350.000 Euro gekostet. Reuter schwört auf die Kombination von Kunststoff und Natur, war er doch vor seiner FCA-Zeit unter anderem für eine Agentur tätig, die exklusiv Hybridrasen in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreibt.

Die Beseitigung der anhaltenden Feuchtigkeit ist kostenintensiv. Wird der Rasen rund um die Uhr mit Lichtleisten, die auch der FCA besitzt, beleuchtet, fallen immense Stromkosten an, die im sechsstelligen Bereich liegen. Die partielle Beleuchtung ist arbeitsaufwendig. Den Rasen ein bis zweimal im Jahr auszutauschen, geht ebenfalls ins Geld und ist in Augsburgs Stadion kompliziert. Da die Kunstfasern und der Naturrasen nicht mehr voneinander getrennt werden können, ist die Entsorgung als Sondermüll schwierig.

Hilfe könnte vielleicht von einer Firma kommen, die direkt vor der Haustüre des FCA zu finden ist: der Rußwurm (ruwu) Ventilatoren GmbH in Meitingen. Deren Inhaber Hans-Jörg Rußwurm ist überzeugt, die richtige Lösung zu haben: einen elektrisch betriebener Hochleistungsventilator, der den Rasen extrem schnell abtrocknet. „Wir können dem FCA helfen“, ist sich Rußwurm sicher.

Ein riesiger Ventilator soll in der WWK-Arena helfen

Sein Ventilator ist in der Praxis schon im Einsatz. Er trocknet, wenn nötig, den Rasen im Stadion des österreichischen Erstligisten RB Salzburg. „Die Salzburger hatten in ihrem Stadion vor sechs Jahren ähnliche Probleme wie der FCA“, erzählt Rußwurm. Teile des Rasens waren immer feucht.

Zuerst behalf sich RB mit einem riesigen Ventilator der Salzburger Feuerwehr. Das funktionierte, doch das Gerät war benzinbetrieben. „Die Abgase bleiben im Stadion, da dort keine Thermik herrscht“, beschreibt Rußwurm das Problem, das er lösen konnte.

Er entwickelte einen abgasfreien elektrobetriebenen Ventilator. Rußwurm preist sein Gerät, das rund 90.000 Euro kostet. „Der Ventilator ist so leistungsstark, den stellen Sie an eine Eckfahne, und der Luftstrom reicht diagonal über den Platz bis zur anderen Eckfahne.“ Zudem sei er kinderleicht zu bedienen, da er auf einem Anhänger steht, fügt Rußwurm hinzu. Eine Steckdose im Stadioninneren reicht, innerhalb von zehn Minuten ist der Ventilator verschoben.

Der FCA scheint interessiert zu sein. Der Chef-Greenkeeper des FCA habe ihn schon angerufen, verrät Rußwurm.

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Ein Artikel von
Robert Götz

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


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Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

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