Montag, 20. November 2017

27. August 2017 16:57 Uhr

FC Augsburg

Furioses Spiel: FCA gegen Gladbach endet mit 2:2

Was für ein Spiel! Der FC Augsburg holt gegen Gladbach seinen ersten Punkt. Bobadilla wurde verabschiedet. Und: Wieder Ärger mit dem Video-Schiedsrichter.

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Es begann alles mit einem herzlichen Willkommen und einer Verabschiedung. Beifall und lautstarke Rufe brandeten auf, als FCA-Fan Simon, der seit einem fürchterlichen Autounfall im Jahr 2015 bei der Rückfahrt aus Mönchengladbach, bei dem zwei Freunde von ihm ums Leben kamen, im Rollstuhl sitzt, auf den Platz geschoben wurde. "Auf geht's Simon, kämpfen und siegen", skandierte die Kurve. Ein bewegender Moment.

Verabschiedet wurde dann unter tosendem Applaus Raul Bobadilla, der vom FC Augsburg zu Borussia Mönchengladbach gewechselt ist. Er, kam im Schlepptau seiner neuen Kollegen in die Arena. Dabei gab es ja die Abmachung zwischen den beiden Klubs, dass er am zweiten Spieltag an seiner ehemaligen Wirkungsstätte nicht zum Einsatz kommt. "Ich bedanke mich, für die tolle Zeit bei euch", sagte der Stürmer ins Mikrofon. Dann wurde es ernst für den FC Augsburg, der in der vergangenen Woche mit einer 0:1-Niederlage beim Hamburger SV in die Saison gestartet ist. Aber auch ohne Bobadilla  sahen die 29243 Zuschauern ein unglaublich intensives Spiel, in dem sich Augsburg beim 2:2 seinen ersten Saisonpunkt buchstäblich erkämpfte. (Lesen Sie hier die Stimmen zum Spiel.)

Wo war der Video-Schiedsrichter beim Handspiel?

Keine Experimente bei der Aufstellung. Trainer Manuel Baum ließ exakt die Mannschaft auflaufen, die auch beim 0:1 in Hamburg zu Beginn des Spiels auf dem Rasen stand. Der Name Konstantinos Stafylidis, der immer noch auf der Wunschliste des HSV steht, fehlte eneut gänzlich im Kader. Bei den Borussen saß der ehemalige FCA-Spieler Ibrahima Traore zunächst nur auf der Bank.  Und die Partie begann mit einem Paukenschlag. Nach einem schön vorangetragenem Angriff bringt Michael Gregoritsch nach 37 Sekunden seinen Torjäger Alfred Finnbogason in Stellung und der fackelte nicht lange und es stand 1:0. Das Stadion bebte.

 Nach sechs Minuten erneut eine Möglichkeit für den FCA, doch Jonathan Schmid scheiterte knapp. Allerdings wurde der FCA benachteiligt, denn der Gladbacher Jannik Vestergard fabrizierte dabei ein Handspiel. Wo war der Video-Schiedsrichter Tobias Welz in diesem Moment? Nicht anwesend? Dann aber das 1:1. Gladbach konterte den FCA regelrecht aus und Marwin Hitz hatte gegen Zakaria, der frei vor ihm stand, keine Chance.

Es war viel Tempo im Spiel und trotz des Ausgleichs zeigte der FCA zunächst Biss und Willen. Finnbogason hatte dann wieder die Möglichkeit den FCA nach 28 Minuten in Führung zu schießen, doch der brachte den Ball nicht unter Kontrolle. Eine Minute später machte es Gladbach besser. Zunächst konnte Hitz einen Schuss von Herrmann noch abwehren, doch dann stand Wendt goldrichtig und drückte den Ball über die Linie. Glück für den FCA dann als nach 41 Minuten Hazard nur den Innenpfosten traf. Kurz vor der Pause war es erneut Finnbogason, der aus spitzem Winkel über das Tor zielte.

FCA holt ersten Punkt

Gleich nach der Pause war der FCA am Drücker, aber ein Kopfball von Gregoritsch verpasste knapp das Ziel. Eine Zeigerumdrehung später hämmerte Finnbogason aufs Tor, doch Keeper Sommer klärte zur Ecke. Daniel Baier hatte dann anschließend die dritte Chance in Serie und dann scheiterte auch Caiuby knapp mit einem Kopfball. Gladbach im Glück!

Die Borussen kamen dann lange nicht mehr aus der eigenen Hälfte. Es war zum Verzweifleln, auch Jonathan Schmid (64.) scheiterte mit einer guten Möglichkeit an Sommer.  Der FCA blieb drückend überlegen und Gladbach geriet immer mehr ins Schwimmen. Baum brachte mit Cordova, Heller und Khedira noch einen frischen Dreierpack, doch die Zeit rannte dem FCA davon. Aber dann das Happyend. Marcel Heller schlug eine Flanke in den Strafraum und Sergio Cordova traf zum verdienten 2:2. Dann war Schluss. In einem tollen und vor allem dramatischen Spiel holte der FCA seinen ersten Punkt. 

 

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Ein Artikel von
Wolfgang Langner

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


FCA-Trainer
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Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

Der Spielplan des FC Augsburg 2017/16

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