Der ehemalige Kapitän des FCA gab am Montag in München seinen Einstand bei seinem neuen Arbeitgeber Energie Cottbus und ist trotz der Niederlage optimistisch. Von Herbert Schmoll

Die Nachricht kurz vor Weihnachten kam überraschend. „Uwe Möhrle verlässt den FC Augsburg und wechselt zu Energie Cottbus“, lautete der Text einer dürren Pressemitteilung aus der Medienabteilung des FC Augsburg. Einen Tag, nachdem der FCA die Vorrunde in der Fußball-Bundesliga mit einem viel beachteten 1:1-Unentschieden beim Hamburger SV beendete. An der Elbe ging eine Ära zu Ende, der zuvor lange verletzte Kapitän und Abwehrchef der Schwaben gab in der Schlussphase der Partie seinen Abschied im Trikot des Aufsteigers.
Am Montagabend begann für Uwe Möhrle eine neue Epoche in seiner sportlichen Laufbahn. In der Partie beim TSV 1860 München feierte er seinen Einstand beim FC Energie Cottbus. Der allerdings nicht nach seinem Wunsch verlief. Denn die „Löwen“ waren an diesem eiskalten Abend in der Tiefkühltruhe Allianz-Arena wesentlich bissiger als das Team aus der Lausitz und schickten den Gast mit einer 0:2-Niederlage nach Hause. So hatte sich der ehemalige Augsburger Abwehrchef seine Premiere bei seinem neuen Arbeitgeber nicht vorgestellt. Bereits nach acht Minuten sah er nach einem Foul an Löwen-Talent Kevin Volland die Gelbe Karte, vier Minuten vor dem Ende vergab er den möglichen Ausgleich. „Uns hat die letzte Qualität gefehlt, die beiden Gegentreffer waren unnötig“, zeigt sich Möhrle selbstkritisch.
Seit rund vier Wochen wohnt der gebürtige Baden-Württemberger in der Lausitz, Ende Januar zogen auch seine Frau Mareike und Sohn Leon Joel nach. Das Familienglück ist nun wieder komplett, das Trio hat sich offenbar schon gut eingelebt. Privat ist alles in Ordnung, „wir haben schon Kontakte geknüpft, auch die Mannschaft hat es mir leicht gemacht“, beschreibt der 32-Jährige seine private Situation. Sein neuer Trainer Rudi Bommer sieht Möhrle als Führungsspieler, „er hat eine gute Vorbereitung absolviert, er ist lautstark und kann reden“. Seit 2007 spielte der Innenverteidiger in Augsburg, war einer der Aufstiegshelden und beim Publikum sehr beliebt. Er zählte in den vergangenen Jahren zu den Gesichtern des FCA.
So überraschend das Angebot aus Cottbus kam, so schnell ging auch der Wechsel vonstatten. „Innerhalb weniger Tage war das Ganze perfekt“, sagt der mittlerweile 32-jährige Profi, dessen Vertrag in Augsburg am Saisonende ausgelaufen wäre und der sich bis 2014 an den Zweitligisten band. Zudem scheinen die Cottbusser dem ausgebildeten Bankkaufmann auch beruflich eine Perspektive zu bieten. War dies in Augsburg nicht möglich? „Es wurden zwar Andeutungen gemacht, mehr aber nicht“, erklärt er. Nichts Konkretes eben.
Doch im Groll ist er nicht geschieden. Und so drückt er seinen ehemaligen Kollegen im Abstiegskampf die Daumen. Am kommenden Sonntag wird er zum Derby gegen den 1. FC Nürnberg an seinen alten Arbeitsplatz zurückkehren. Hoffentlich als Glücksbringer.
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