Ein fröhliches Spiel aus ernstem Anlass. Eine All-Star Mannschaft spielte gegen die Nationalmannschaft Haitis in Augsburg. 20.000 Zuschauer bleiben nach dem FCA-Sieg im Stadion. Wie viel für das von einem Erdbeben verwüstete Land gespendet wurde, wird Mitte der Woche klar sein. Von Wolfgang Langner



Es ging dabei um mehr als nur um den Fußball. "Es ist wichtig, dass wir nach dieser schrecklichen Katastrophe auf Haiti Solidarität zeigen und den Menschen dort zeigen: Wir sind auch mit dem Herzen bei euch", sagte Reiner Calmund, der ehemalige Manager von Bayer Leverkusen, der am gestrigen Sonntag Teambetreuer von Haiti war.
Der Empfang der Gäste war warmherzig und die Augsburger Zuschauer schlugen sich mit "Haiti"-Sprechchören sofort auf deren Seite.
Die von Sat.1 organisierte Veranstaltung hatte auch Slapstick-Charakter. Das verwunderte nicht, wenn neben Ex-Nationalspieler wie Mehmet Scholl, Krassimir Balakow, Andreas Brehme oder Guido Buchwald auch Oliver Pocher oder Stefan Raabs Praktikant Elton auf den Rasen dürfen. In Anspielung auf den Schiedsrichterskandal tätschelte Pocher schon mal das Hinterteil des Linienrichters.
Ansonsten war das All-Star-Team hoffnungslos unterlegen. Bereits zur Halbzeit führte Haiti mit 4:0. "Ich bin total platt. Die sind ja 20 Jahre jünger als wir", schnaufte Ex-Nationalspieler Andreas Brehme, der seit seiner aktiven zeit auch ein wenig zugelegt hat.
FCA-Manager Andreas Rettig freute sich, dass nach dem Zweitliga-Spiel noch so viele Besucher im Stadion geblieben waren: "Das ist eine tolle Sache, wenn die Fans bei diesen Temperaturen so lange dableiben." Wie viel Geld dieser Nachmittag für den so schwer gebeutelten Inselstaat gebracht hat, konnte Rettig noch nicht sagen: "Zahlen werden wir erst Mitte dieser Woche nennen können." Der FC Augsburg spendet von jedem verkauften Ticket (außer Dauerkarte) die Hälfte des Preises. Außerdem werden pro verkauften Getränk oder Speise 50 Cent der Aktion zugeführt. Zudem hatten die Fernseh-Zuschauer die Möglichkeit, mit einem Anruf fünf Euro zu spenden.
Nach der Halbzeitpause wurden die Ränge ziemlich leer. Vielleicht 5000 Besucher waren noch im Stadion. Auch Haitis Fußballer schalteten einen Gang zurück. Oliver Pocher lief neben dem Rasen eine Ehrenrunde und stellte sich dann noch als Oliver-Kahn-Double in den Kasten.
Am Ende reichte es für Haiti zu einem lockeren 6:2-Sieg. Das Ergebnis interessierte aber niemand. Auch nicht den ehemaligen Stuttgarter Stürmer Fredi Bobic: "Die Hauptsache ist, dass wir viel Geld für Haiti sammeln konnten." Wolfgang Langner
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