Die Erwartungen waren hoch, doch am Ende gingen die Spieler des FC Augsburg als Verlierer vom Platz. Im Top-Spiel der 2. Bundesliga hat der FC St. Pauli das Team aus Augsburg besiegt. Von Robert Götz



Die neue Westtribüne im Stadion des FC St. Pauli nimmt langsam Form an. Und so wie es aussieht, wird man von dort in der kommenden Saison Erstliga-Fußball sehen. Denn gestern Abend gewannen die Hamburger gegen den FC Augsburg verdient mit 3:0 (0:0).
Damit festigte St. Pauli seinen direkten Aufstiegsplatz als Tabellenzweiter.
Vier Punkte beträgt nun der Vorsprung auf den FCA, der jetzt wohl schauen muss, Platz drei zu verteidigen. Dabei waren die Augsburger in der ersten Hälfte die bessere Mannschaft, doch nach dem Wechsel hatten sie der Leidenschaft der Gastgeber nichts mehr entgegenzusetzen.
Das Interesse am Gipfeltreffen zwischen dem Zweiten und dem Dritten war riesengroß. Das altehrwürdige Stadion am Millerntor, das gerade umgebaut wird, war mit 19 500 Zuschauern ausverkauft. Wer keine Karte hatte, versuchte noch vor dem Stadion ein Ticket auf dem Schwarzmarkt zu bekommen. Doch das rare Gut hatte seinen Preis. Die Händler verlangten für eine Stehplatzkarte, die normalerweise elf Euro kostet, 50 Euro.
Doch das Aufeinandertreffen der beiden Konkurrenten war für St.-Pauli-Fans jeden Cent wert. Von Beginn an versuchten beide Teams, dem Naturell ihrer Trainer entsprechend, nach vorne zu spielen. Zwar fehlte dabei manchmal die allerletzte Präzision, doch das machten alle 22 Akteure mit Leidenschaft und Einsatz wett.
FCA Punktsieger in der ersten Halbzeit
Dabei ging der FCA als Punktsieger in die Halbzeitpause, denn die Augsburger hatten die klareren Chancen. In der 20. Minute hatte St.-Pauli-Torhüter Mathias Hain nach einem Freistoß von Marcel Ndjeng große Mühe, den Ball zur Ecke zu klären.
Fünf Minuten später wäre FCA-Stürmer Michael Thurk seinem Kollegen Nando Rafael am liebsten an die Gurgel gegangen, als er zu egoistisch selber versuchte, das Tor zu machen, anstatt auf Thurk quer zu legen. Und wäre Thurk auf dem Weg zum 1:0 nicht fälschlicherweise wegen Abseits zurückgepfiffen worden, wer weiß, wie die Partie ausgegangen wäre.
So rächte sich aber der fahrlässige Umgang des FCA mit seinen Chancen. Auch unter Mithilfe der FCA-Spieler. Jens Hegeler verlor unnötig den Ball in der Vorwärtsbewegung, und mit einem Paß wurde Deniz Naki auf die Reise geschickt, Youssef El-Akchaoui zögerte kurz, und dies nutzte Lehmann mit einem strammen Flachschuss zur 1:0-Führung. "Hier gewinnt nur St. Pauli und sonst keiner", skandierten die St.-Pauli-Fans. Sie sollten recht behalten. Denn die nun wie entfesselt aufspielenden Gastgeber setzten nach. In der 63. Minute nutzte Torjäger Marius Ebbers eine Unachtsamkeit von Dominik Reinhardt aus und erzielte mit feiner Technik die 2:0-Führung.
Dies sollte nicht sein letzter Streich bleiben. In der 83. Minute erhöhte Ebbers auf 3:0 und entschied damit das Duell der Torjäger klar für sich. Denn als die St.-Pauli-Fans Ebbers frenetisch feierten, humpelte Thurk verletzt in die Kabine.
Ein Sinnbild für die Partie. Von Robert Götz
FC St. Pauli - FC Augsburg 3:0 (0:0)
St. Pauli Hain - Rothenbach, Morena, Thorandt, Oczipka - Boll, Lehmann - Bruns, Takyi (81. Hennings), Naki (65. Kruse) - Ebbers (87. Schultz)
Augsburg Jentzsch - Reinhardt, Möhrle, de Roeck, El-Akchaoui - Ndjeng, Brinkmann (54. Baier), Hegeler, Traoré - Thurk (79. da Costa), Rafael (46. Torghelle)
Schiedsrichter Meyer (Burgdorf)
Zuschauer 19.500 (ausverkauft)
Gelbe Karten Lehmann (6), Naki (5) / Möhrle (8), Torghelle (5), de Roeck (4)
Tore 1:0 Lehmann (51.), 2:0 Ebbers (63.), 3:0 Ebbers (83.)
Zuschauer 19.500 (ausverkauft)
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