Freitag, 20. Oktober 2017

21. September 2017 15:25 Uhr

FC Augsburg

Jetzt redet Baier: Habe als Mensch einen Fehler gemacht

Nach seiner obszönen Geste beim Spiel gegen Leipzig hat Daniel Baier auf der Pressekonferenz des Clubs sein Verhalten bedauert. Was der FCA-Kapitän sagte.

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Daniel Baier hat sich für seine obszöne Geste gegenüber Ralph Hasenhüttl entschuldigt.
Foto: Stefan Puchner, dpa

Die Überraschung war groß, als sich heute bei der Pressekonferenz des FC Augsburg vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart auf einmal zwei Spieler auf dem Podium saßen. Normalerweise wählt  der FCA immer einen Spieler aus, diesmal war es Philipp Max, doch Kapitän Daniel Baier wollte die Chance nützen, um sich noch einmal persönlich für seine obszöne Geste im Spiel am Dienstag  gegen  RB Leipzig gegen den Gästetrainer Ralph Hasenhüttl zu entschuldigen. 

„Mir war es wichtig, noch mal persönlich Stellung zu nehmen", erklärte  der Kapitän des FC Augsburg und sprach von einer „dummen Aktion“, die er sich auch zwei Tage nach dem Spiel nicht wirklich erklären könne. „Ich bin ein Mensch und ein Fußballer, der einen Fehler gemacht hat und stelle mich der Verantwortung. Ich war kein Vorbild als Mensch, als Familienvater und als Fußballer." Mit seiner Rolle als Kapitän habe die Sache allerdings "nichts zu tun."

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Er entschuldigte sich ausdrücklich noch einmal bei allen „Leipzigern, die sich betroffen fühlen, bei allen im Stadion und vor dem Fernseher".

Baier, 33,  wird dem FCA am Samstag beim Spiel in Stuttgart fehlen, da ihn der Kontrollausschuss des DFB nachträglich  zu einem Spiel Sperre und 20.000 Euro Geldstrafe verurteilt hatte. Baier und der FCA nahmen das Urteil auch an. Baier: „Ich habe das Urteil akzeptiert, weil ich zu der Strafe stehe und sie antreten will. Natürlich brauchen wir nicht darüber zu reden, dass das viel Geld ist."

RB-Trainer Hasenhüttl nicht zur Versöhnung bereit

Baier, 33, erzählte aber auch, dass sehr viele Menschen schon seine  Entschuldigung akzeptiert hätten.  RB-Trainer Ralph Hasenhüttl , 49, war am Mittwoch noch nicht zur Versöhnung bereit:  „Es gab keinen Kontakt mit Daniel Baier – und den brauche ich auch nicht“, sagt der Österreicher am Tag nach der Niederlage. Das Thema sei „erledigt“.

Nach dem gestrigen Spiel habe ich in der letzten Nacht kein Auge zugetan, mir auch die Zusammenfassungen unseres Spiels angesehen und mir viele Gedanken gemacht. Dabei bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass ich in einer Szene meiner Vorbildfunktion als Kapitän des FCA nicht gerecht geworden bin. Aus der Emotion heraus habe ich mich zu einer Geste hinreißen lassen, von der ich selbst nicht weiß, wie ich dazu komme. Dafür entschuldige ich mich bei all denjenigen, die dies als Beleidigung aufgefasst haben. Ich habe mich heute vor dem Training auch bei unserer Mannschaft entschuldigt, weil nun meine sinnlose Geste die tolle Leistung der Mannschaft in den Hintergrund rücken lässt. Ich hoffe, dass auch die Verantwortlichen von RB Leipzig nach einer Nacht anders denken, nachdem ich bereits auf dem Platz und auch später in der Leipziger Kabine versucht habe, mich zu entschuldigen und das Missverständnis aus der Welt zu räumen. Liebe Grüße Daniel

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Baier selbst will vorerst auch keinen neuen Versuch wagen:  „Darum geht es jetzt nicht mehr. Ich habe direkt nach dem Spiel auf dem Feld versucht, meine Hand anzubieten und Entschuldigung zu sagen. Als ich die Szene dann in Ruhe gesehen hatte, habe ich gefragt, ob ich mich persönlich äußern kann. Zu diesem Gespräch ist es leider nicht gekommen."

Daniel Baier entschuldigte sich auf der Pressekonferenz des FCA für seine obszöne Geste beim Heimspiel gegen Leipzig.

Denn Baier  hatte in den Katakomben noch einmal versucht, sich bei Hasenhüttl zu entschuldigen. Doch er wurde nicht in die Leipziger Kabine gelassen, obwohl ihm das vorher zugesichert wurde.

Ob  eine Aktion von Hasenhüttl der Auslöser seiner  Geste war, diese Frage wollte Baier nicht beantworten: „Es kommt in jedem Fußballspiel vor, dass man sich bekämpft und sich die Meinung sagt, mal mehr, mal weniger. Nach 90 Minuten ist das vorbei. Ich bin auf eine Provokation eingegangen und habe mich hinreißen lassen. Das darf mir nicht passieren", sagte er.

Die Frage, ob er daran gedacht habe, sein Kapitänsamt zur Verfügung zu stellen, verneinte Baier: „Ich habe als Mensch einen Fehler gemacht, das hat nichts damit zu tun, ob ich Kapitän bin.“ (Anmerkung der Redaktion: Im ursprünglichen Text wurde Baier mit den Worten zitiert "Ich habe als Mensch versagt". Dabei  haben wir das Zitat leider falsch wiedergegeben. Wir bitten, dies zu entschuldigen).

Für FCA-Trainer Manuel Baum stand Baier in keiner Sekunde zur Debatte. „Verein und Mannschaft zeichnet es  aus, Fehler nicht unter den Tisch zu kehren oder irgendwo anders Fehler zu suchen, sondern dass man offensiv damit umgeht und geradesteht.“  Dass sein Routinier sich schon am Tag nach dem Vorfall im Spiel gegen Leipzig (1:0) öffentlich gemeldet habe und am Donnerstag erneut mit einer Entschuldigung vor die Presse trat, das zeuge von Charakter.

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Ein Artikel von
Robert Götz

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


FCA-Trainer
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Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

Der Spielplan des FC Augsburg 2017/16

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