Dienstag, 28. März 2017

16. März 2017 06:31 Uhr

FC Augsburg

Jonathan Schmid freut sich auf den SC Freiburg

In Freiburg formte Trainer Streich den Elsässer Jonathan Schmid zum Bundesligaprofi. Wie würde er bei einem Tor des FC Augsburg reagieren?

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Jonathan Schmid freut sich auf den SC Freiburg.
Foto: Ulrich Wagner

Dass er gegen Schalke keine ansprechende Leistung abgeliefert hat, dessen ist sich Jonathan Schmid bewusst. Trainer Manuel Baum verdeutlichte dies dem Bundesligaprofi des FC Augsburg, indem er ihn in der Pause aus seiner Elf nahm. Über diese Auswechslung zu sprechen sei nicht nötig gewesen, meint Schmid. „Ich weiß selbst, dass ich nicht gut gespielt habe.“ Schmids fehlerbehafteter Auftritt verfestigte sich an der Entstehung des 0:2. Mühelos überlief Schalkes Choupo-Moting den Augsburger Schmid und bereitete den Treffer vor.

Positiv an der deutlichen 0:3-Niederlage des FCA: Sie ließ keine Ausreden zu. Das erleichtert es ungemein, die Begegnung schnell abzuhaken und sich auf das jetzt folgende, im Abstiegskampf bedeutsame Heimspiel gegen den SC Freiburg zu konzentrieren (Samstag, 15.30 Uhr). Schmid wird am Wochenende mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Freiburgs Trainer Christian Streich formte den gebürtigen Elsässer einst zum gestandenen Bundesligaspieler, den gedankenschnelles Umschaltspiel und Torgefahr auszeichneten.

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Schmid kam als Jugendlicher zum SC Freiburg

Schmids Kontakte in die Heimat sind nie abgerissen, mit den Profis Karim Guéde, Maximilian Philipp oder Mike Frantz tauscht er sich weiterhin rege aus. Lediglich am Spieltag ruht die Freundschaft. Gerne erinnert sich Schmid an die Zusammenarbeit mit dem charismatischen, emotionalen Streich. Schmid beschreibt den 51-Jährigen als fußballverrückten Typen, als einen, der diesen Sport liebt und diese Leidenschaft an seine Spieler weitergibt. „Du weißt als Spieler, was er über dich denkt. Das ist sehr wichtig“, betont Schmid.

Der 26-Jährige kam als Jugendlicher zum SC Freiburg, nachdem ihn ein Jugendtrainer in Frankreich nicht für gut genug befunden hatte. An eine seiner ersten Begegnungen mit Streich kann sich Schmid bestens erinnern. Die Ansage des Trainers war damals deutlich: Schmid sollte abnehmen. Sieben Kilo habe er verloren, erzählt der Offensivspieler. Für seine Karriere war das förderlich.

Schmid beteuert, hundert Prozent fit zu sein

Streich gilt in der Bundesliga als authentischer Trainer an der Seitenlinie, der seine Gefühle nach außen trägt und sie auf Spieler überträgt. Er sei geradezu aufgeschreckt, wenn Streich ihn anbrüllte, meint Schmid und grinst. „Das hat mir aber sehr geholfen. Dann warst du auf dem Platz da.“

An die erfolgreichen Zeiten in Südbaden konnte Schmid beim FCA bisher nicht anknüpfen. Der zweifache Vater hat sich mit seiner Familie in Augsburg gut eingelebt, sportlich indes hat er die Erwartungen nicht erfüllt. Er blickt auf eine bislang durchwachsene Spielzeit. Zunächst fehlte ihm körperliche Fitness und er kam zu Kurzeinsätzen. Als Außenbahnspieler sich verletzten, beorderte ihn der damalige Trainer Dirk Schuster in die Startelf. Überzeugen konnte Schmid allerdings seltenst. Er selbst begründet, mit Schusters Defensivtaktik Probleme gehabt zu haben. Schmid verrichtete Abwehraufgaben, musste in der Rückwärtsbewegung Laufarbeit leisten. Ihm fehlte Kraft für Angriffsaktionen.

Trainer Manuel Baums Spielidee mit aktiver Balleroberung und näherem Weg zum gegnerischen Tor kommt Schmid entgegen. Richtig rund läuft es dennoch nicht. Zwar erzielte Schmid gegen Bremen seinen ersten FCA-Treffer, enttäuschte aber danach gegen Mainz und zuletzt Schalke, dazwischen stoppte ihn eine Adduktorenverletzung.

Schmid beteuert, nun wieder hundert Prozent fit zu sein. Gegen Freiburg will er angreifen. Mit seinen Mitspielern wünscht er sich, im Kampf um den Ligaverbleib einen wichtigen Schritt zu machen. Wie er reagieren würde, sollte er am Samstag treffen, weiß Schmid. In Freiburg hätte er aus Respekt still gejubelt. „Jetzt spielen wir in Augsburg“, betont er, „da darf ich mich freuen“.

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Ein Artikel von
Johannes Graf

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


FCA-Trainer
Ist Manuel Baum der Richtige?


Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

Die Torschützenkönige der Bundesliga