Samstag, 24. Juni 2017

16. April 2017 21:06 Uhr

FC Augsburg

Kommentar: Warum erst jetzt, FCA?

Die Erleichterung darüber, dass das Team noch gewinnen kann, ist nach dem 2:1 gegen Köln groß. Die FCA-Profis zeigten Leidenschaft und Siegeswillen. "Warum erst jetzt?" fragen sich viele.

i

Der FC Augsburg besiegte den 1. FC Köln mit 2:1.
Foto: Stefan Puchner (dpa)

Die Erleichterung war am Samstagabend nach dem Schlusspfiff überall im Stadion zu spüren: Puh, der FC Augsburg kann in der Fußball-Bundesliga noch gewinnen. Die Profis zeigten jene Leidenschaft, jenen Siegeswillen und jene Einstellung, die im Kampf gegen den Abstieg vorausgesetzt werden darf.

Eine Frage muss daher erlaubt sein: Warum erst jetzt? Die Mannschaft hat etliche Gelegenheiten ungenutzt verstreichen lassen, die sie vor der jetzigen, weiterhin äußerst prekären Lage bewahrt hätten. Sie hat unnötig eine komfortable Ausgangslage im Kampf gegen den Abstieg verspielt, weil sie keine Leistung brachte. Den Spielern musste spätestens vor dem Spiel gegen Ingolstadt bewusst sein, was auf dem Spiel steht. Sie enttäuschte nicht nur in diesem Heimspiel, sondern auch danach in Berlin.

ANZEIGE

Was ein Abstieg für den FC Augsburg bedeuten würde

Die Leidtragenden sind nicht immer zwingend die Spieler selbst, in der Regel finden sie nach einem möglichen Abstieg einen anderen Klub. Nein, der Absturz in die Zweitklassigkeit trifft meist Fans, Klubangestellte, das Umfeld und letztlich die Wirtschaft bedeutend härter. Ein Bundesligastandort stellt für eine Stadt und eine Region und für deren Selbstverständnis einen wichtigen Faktor dar. Die sportliche Leitung und die Vereinsführung des FC Augsburg haben spät rettende Maßnahmen ergriffen. Womöglich noch nicht zu spät.

Der Erfolg gegen Köln nährt die Hoffnung auf den Klassenerhalt. Mehr jedoch nicht, weil die Konkurrenten gepunktet haben und der FCA ein anspruchsvolles Restprogramm zu bewältigen hat. Aufgabe der Mannschaft und des Trainers besteht nun darin, aus dem Ende der Talfahrt und dem Erfolg gegen Köln zu lernen, die positiven Erlebnisse und Erfahrungen zu konservieren. Die Mannschaft hat gesehen, wie sie sich Stück für Stück vom Abgrund entfernen kann: mit Mentalität und Teamgeist. Diese beiden Komponenten haben den FCA in der Vergangenheit stark gemacht. Diese haben ihn zu Siegen, zum mehrmaligen Klassenerhalt und sogar in den Europapokal getragen. Und diese können die Saison zu einem guten Ende führen. 

Lesen Sie auch:

FC Augsburg zittert sich zum 2:1 gegen 1. FC Köln 

Einzelkritik: Hinteregger glänzt, Usami enttäuscht 

Stimmen zum Spiel: "Das war für die Psyche wichtig"

FCA bangt nach Knieverletzung um Koo 

i

Ein Artikel von
Johannes Graf

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


FCA-Trainer
Ist Manuel Baum der Richtige?


Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

Die Torschützenkönige der Bundesliga