Donnerstag, 22. Februar 2018

04. Februar 2018 21:37 Uhr

FC Augsburg

"Lügengeschichten": Das sagt FCA-Manager Reuter zu Opares Rauswurf

Der FCA behauptet, der Profi habe mehrfach gelogen und gegen Werte des Vereins verstoßen. Der Sport-Geschäftsführer äußert sich dazu, wie es mit dem Spieler weitergeht. Von Robert Götz, Johannes Graf und Florian Eisele

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Diese Nachricht am Samstagabend hat eingeschlagen: Der Bundesligist hatte kurz vor dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt erklärt, Rechtsverteidiger Daniel Opare werde nicht mehr für den FCA auflaufen und solle sich einen anderen Verein suchen. „Opare hat uns bewusst und trotz der Konfrontation mit Fakten wiederholt belogen. Des Weiteren hat er mehrfach gegen den Verhaltenskodex innerhalb der Mannschaft verstoßen“, begründete Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter die Maßnahmen in einer Pressemitteilung. Der FCA stehe für „Bodenständigkeit, Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit“.

Nach dem 3:0-Heimerfolg gegen Eintracht Frankfurt äußerte sich Reuter näher zu den Hintergründen. Der 51-Jährige erläuterte, warum eine weitere Zusammenarbeit mit Opare unmöglich geworden sei. Der Vertrag des Ghanaers läuft im Sommer aus. Reuter räumte ein, Opares Treffen am Montag mit Schalke-Trainer Domenico Tedesco und Schalke-Sportvorstand Christian Heidel sei legitim gewesen – wenn auch unglücklich wegen der entlarvenden Bilder. Reuter störte sich aber vielmehr an Opares Version, das Treffen in Düsseldorf sei Zufall gewesen – obwohl Heidel gegenüber Reuter bestätigte, es sei ein Kennenlerngespräch gewesen.

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Reuter: "Wegen Kleinigkeiten verabschieden wir keinen Spieler, der Qualität hat"

Am Sonntagabend legte Reuter, der vor dem Spiel bei Sky von „Lügengeschichten“ Opares gesprochen hatte, nach. „Er hat uns an den Haaren herbeigezogene Geschichten aufgetischt. Trotz Fakten ist er immer dabei geblieben. Irgendwann ist der Bogen überspannt.“ Auch dass in ghanaischen und englischen Medien Gerüchte auftauchten, Opare hätte mit dem Premier-League-Klub Leicester City über einen Wechsel im Winter verhandelt, rechnete Reuter Opare und dessen Berater zu. „Da ist nullkommanull Wahrheitsgehalt dahinter. Das ist ärgerlich.“

Opares Transfergebaren allein trugen laut Reuter nicht dazu bei, den 27-Jährigen auszuschließen. Opare sei in den letzten Wochen in „alte Muster“ verfallen. Reuter sprach von Vorfällen in der Kabine und auf dem Trainingsplatz, konkreter wurde er nicht. Nur so viel: „Wegen Kleinigkeiten verabschieden wir keinen Spieler, der Qualität hat.“ Nach mehreren Gesprächen mit Opare und internen Beratungen beschloss der FCA am Freitagmittag die Trennung. Opare räumte am Samstag seinen Spind, darf aber weiterhin individuell beim FCA trainieren. So kommt der Klub seinen Pflichten als Arbeitgeber nach. Fraglich indes, ob Opare dieses Angebot annimmt.

Baier über Opare: "Grundlos wird es nicht gewesen sein"

Manche FCA-Spieler wussten mehr über die Hintergründe, andere weniger. Darüber sprechen wollte keiner so recht. Kapitän Daniel Baier sagte lediglich: „Grundlos wird es nicht gewesen sein.“ Philipp Max erklärte, er könne die Gründe nachvollziehen und fügte hinzu, alles andere bleibe intern. Auch der gesperrte Rani Khedira äußerte sich während der Halbzeitpause. Auf die Verfehlungen Opares in der Kabine angesprochen, sagte der Mittelfeldspieler: „Es waren viele Kleinigkeiten, die er sich geleistet hat. Da hat der Verein konsequent reagiert, denn keiner steht über dem Team. Daniel Opare ist jetzt leider Geschichte bei uns.“

In europäischen Top-Ligen ist das Transferfenster geschlossen, nicht aber in der Schweiz, Russland oder China. Reuter jedenfalls zeigt sich gesprächsbereit.

Eine Auswahl in Sachen Transferfenster:

  • Österreich (bis 6.2., 17 Uhr)
  • Schweiz (bis 15.2.)
  • Kroatien (bis 15.2.)
  • Russland (bis 24.2.)
  • China (bis 28.2.)
  • Polen (bis 28.2.)
  • Norwegen (bis 31.3.)
  • Schweden (bis 31.3.)
  • USA (vom 7.2. bis 1.5.)

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Muss Philipp Max mit zur WM fahren?
Soll Philipp Max mit zur WM fahren?


Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Präsident des FC Augsburg ist Klaus Hofmann, kaufmännischer Vorstand ist Jakob Geyer. Der Aufsichtsratvorsitzende des FCA ist Peter Bircks. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Robert Schraml (Marketing), Michael Ströll (Finanzen) und Stefan Reuter (Sport). Der FCA trägt seine Heimspiele in der 30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

Der Spielplan des FC Augsburg 2017/16

Die Torschützenkönige der Bundesliga