Dienstag, 17. Oktober 2017

21. September 2017 17:14 Uhr

Zoff um Baier

Reuter kritisiert Hasenhüttl: "Schwingt sich zum Moralapostel auf"

Stefan Reuter sieht Leipzigs Trainer als den wahren Unruhestifter. Sein Verhalten am Spielfeldrand sei "überzogen". Reuter erinnert auch an die Schwalbe von Timo Werner.

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Stefan Reuter kritisiert das Verhalten von Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl nach dem Aussetzer von Daniel Baier.
Foto: Ulrich Wagner (Archivbild)

Auch Stefan Reuter äußerte sich heute nach der Spieltagskonferenz noch einmal zur Diskussion um die Verfehlung von Daniel Baier. Der Kapitän des FC Augsburg hatte während des Spiels gegen RB Leipzig eine obszöne Geste Richtung RB-Trainer Ralph Hasenhüttl gezeigt. Der Schiedsrichter hatte die Geste nicht gesehen, Baier wurde aber am Mittwoch vom DFB nachträglich für ein Spiel gesperrt (er fehlt am Samstag beim VfB Stuttgart) und erhielt eine Geldstrafe über 20.000 Euro.

Der Geschäftsführer Sport des FC Augsburg räumte ein, dass er am Dienstag kurz nach dem Spiel die Szene auch falsch eingeschätzt hatte. Er hatte davon gesprochen, dass eine nachträgliche Bestrafung von Baier „lächerlich“ wäre. Reuter dazu: „Auch ich hatte, als ich in der Mixedzone stand, die Bilder noch nicht im TV gesehen. Das Thema wurde erst groß, als man es im Fernsehen sehen konnte und eine Lupe daraufgelegt wurde. Und dann ist einem sofort bewusst, dass es ein Fehler ist.“

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Baier imponierte Reuter

Reuter wollte Geste von Baier nicht entschuldigen, „wenn man die Bilder sieht, ist klar, dass es eine Aktion ist, die gar nicht geht“. Ihm imponierte aber, wie Baier nun im Nachgang zu seinem Fehler steht: „Das  finde ich grandios. Es zeigt, was er für ein Typ er ist und dass er Verantwortung übernimmt.“  Fehler mache jeder mal. Reuter weiter: „Wenn einer dazu steht, finde ich das gut. Dann muss man sich entschuldigen, das gehört sich so, und man hat die Konsequenz zu tragen.“ (hier die Reaktion von Baier)

Dass sich Baier nicht gleich nach dem Spiel öffentlich bei Interviews entschuldigt hat, sieht Reuter nun auch als Fehler an: „Er hätte das vielleicht tun können, vielleicht auch müssen. Ich glaube, in dem Moment war ihm die Situation nicht so bewusst, wie später, als er die Bilder gesehen hat.“

Daniel Baier entschuldigte sich auf der Pressekonferenz des FCA für seine obszöne Geste beim Heimspiel gegen Leipzig.

Was Reuter aber gar nicht gefallen hat, war der Umgang von RB-Trainer Hasenhüttl mit Baier. Reuter erzählt, dass gleich zwei Entschuldigungsversuche scheiterten: „Er hat versucht, sich gleich nach dem Spiel zu entschuldigen, als Ralph Hasenhüttl auf unsere Spieler zugestürmt war. Er will ihm in dann die Hand reichen, das hat Hasenhüttl nicht angenommen. Dann ist Dani in unsere Kabine gekommen und als er sich die Szene angeschaut hatte, wurde ihm noch deutlicher, was passiert war. Da hat er versucht, sich in der Leipziger Kabine zu entschuldigen. Das wurde auch nicht angenommen, was ich schade finde.“

Für Reuter war Hasenhüttl der wahre Unruhestifter

Überhaupt war für Reuter der Leipziger Trainer der wahre Unruhestifter: „Wenn ich sehe, wie Ralph Hasenhüttl sich mit unseren Spielern beschäftigt, mit jedem Foul, dass er Karten für unsere Spieler fordert und dass er teilweise auf das Spielfeld rennt, dann finde ich auch das überzogen.“

Auch die Art, wie Hasenhüttl Baier noch auf dem Platz zur Rede stellte, passte ihm gar nicht: „Wie er nach dem Spiel er auf unsere Spieler zustürmt, finde ich unmöglich. Er soll sich mit seiner Mannschaft beschäftigen und nicht mit unseren Spielern.“

Und er legte noch nach. Er finde es verfehlt, dass sich Hasenhüttl „zum Moralapostel aufschwingt und den Richter spielt“. Reuter: „Wir können uns noch alle an die Schwalbe und den Elfmeter erinnern.“  Im Dezember vergangenen Jahres hatte RB-Spieler Timo Werner gegen Schalke einen Elfmeter geschunden, den er selbst verwandelte. Am Ende hatte RB mit 2:1 gewonnen.

Er hätte sich eine andere Reaktion von Hasenhüttl gewünscht. „Es passiert häufig etwas auf dem Spielfeld, das war auch bei meiner Zeit als Spieler so, man hat sich hinterher die Hand gegeben und einer hat sich entschuldigt. Dann war das Thema vom Tisch.“

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Ein Artikel von
Robert Götz

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


FCA-Trainer
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Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

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