Beide spielten schon zusammen in der Nationalmannschaft und holten in Seoul bei den Olympischen Spielen Bronze. Jetzt gab es im FCA-Trainingslager ein Wiedersehen zwischen Holger Fach und Karl-Heinz Riedle. Von Herbert Schmoll Von Herbert Schmoll

Von Herbert Schmoll
Sie hatten sich lange Zeit nicht gesehen, doch natürlich gleich wieder erkannt. Für Holger Fach wurden am Montag sehr angenehme Erinnerungen an seine aktive Zeit wach.
An sein erstes Länderspiel im August 1988 (4:0) gegen Finnland etwa, oder die Teilnahme an den Olympischen Spielen im selben Jahr in Seoul, die mit dem Gewinn der Bronzemedaille einen herausragenden Abschluss für den heutigen Trainer des FC Augsburg fand. Bei beiden Ereignissen spielte Fach mit Karl-Heinz Riedle im Team, wobei die beiden zusammen gegen die Finnen ihr Debüt im DFB-Trikot gaben. Seit Freitagabend logiert der Fußball-Zweitligist in Riedles Hotel evviva in Oberstaufen. Im Allgäu bereitet sich der FCA im Trainingslager auf seine dritte Saison in der zweiten Liga vor.
"Ich finde es gut, dass der FCA wieder zu uns kommt, denn auch im Allgäu interessieren sich immer mehr Leute für den Verein", freute sich Riedle über den Besuch seines ehemaligen Klubs, bei dem er selbst von 1983 bis 1986 seine fußballerischen Sporen verdiente. "Hoffentlich verläuft die kommende Saison besser", ist es auch dem Weltmeister von 1990, der seinen Hauptwohnsitz in Zürich hat, nicht entgangen, dass sein früherer Verein mit der vergangenen Spielzeit nicht sehr glücklich sein konnte.
Dass es in der kommenden Runde besser läuft, dafür will Holger Fach mit seinen Trainerkollegen sorgen. Und da spielen die Tage in Oberstaufen eine sehr wichtige Rolle. Mit dem bisherigen Verlauf der Vorbereitung ist Fach durchaus einverstanden. "Wir haben kaum verletzte Spieler, fast alle sind körperlich auf einer Stufe." Dass es im spielerischen Bereich noch Steigerungsmöglichkeiten gibt und dass noch nicht jedes Rädchen perfekt in das andere greift, das ist für den Coach normal, "denn die Mannschaft wird auf einigen Positionen neu formiert werden". Trotz der 0:2-Niederlage seiner Mannschaft im Testspiel beim FC St. Gallen zeigte sich Fach mit der Leistung gegen die Eidgenossen, die aus der ersten Liga abgestiegen sind, nicht unzufrieden. "Für unsere Gegner war es die Generalprobe vor dem Meisterschaftsstart, wir sind noch mitten in der Vorbereitung." Kritisch registriert hat Fach allerdings die Chancenverwertung gegen St. Gallen. "Es kann nicht sein, dass wir sieben, acht gute Tormöglichkeiten vergeben."
Auch daran soll bis zum Saisonstart am 9. August mit dem DFB-Pokalmatch beim SC Paderborn noch intensiv gearbeitet werden. Positiv sieht der Fußball-Lehrer den im Team herrschenden gesunden Konkurrenzkampf. "Das merkt man in jeder Einheit." Als Beispiel nennt der Coach Tormann Sven Neuhaus. "Er arbeitet sehr gut und befindet sich in einer guten Verfassung." Diese Äußerung will der Trainer allerdings nicht als eine Vorentscheidung im Kampf um die Nummer eins zwischen den Pfosten verstanden haben. "Nicht dass dies Vasili Khamutouski in den falschen Hals bekommt."
Am Montag konnten die Profis nach anstrengenden Tagen etwas durchatmen. Nach einem Lauf über die Hügel rund um den Schrothkurort und vorbei an den staunenden Urlaubern, durften die Spieler am Nachmittag die Beine hochlegen. Regeneration und Massage stand auf dem Dienstplan. "Man muss aufpassen, dass man nicht überzieht", achtet Fach streng auf die richtige Dosis. Diese wird am Dienstag wieder erhöht, am Mittwoch steht nach zwei Trainingseinheiten am Abend (18.30 Uhr) in Weiler das Freundschaftsspiel gegen den brasilianischen Zweitligisten Operario auf dem Programm.
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