Sonntag, 17. Dezember 2017

29. November 2017 15:34 Uhr

FC Augsburg

Verhandlung verloren: FCA muss weiter für Ex-Spieler Ottl zahlen

Der FC Augsburg klagte vor dem Landgericht erfolglos gegen eine Spielerberatungsagentur. Nun muss der Bundesligist weiter für Ottl zahlen - vielleicht bleibt das noch lange so.

i

Der FC Augsburg muss eine Schlappe vor Gericht hinnehmen. Das Landgericht Augsburg hat die Klage der „FC Augsburg 1907 GmbH & Co. KGaA“ gegen eine Spielerberatungsfirma abgewiesen. In dem Zivilprozess hatte der Verein Schadenersatz von der Agentur verlangt und dies mit „fehlerhafter Beratung“ begründet. Hintergrund des Streits ist ein Transfer des Fußball-Bundesligisten, der bereits einige Jahre zurückliegt.

Andreas Ottl, ehemaliger Spieler des FC Bayern, war 2012 von Hertha BSC nach Augsburg gewechselt. Der Mittelfeldspieler kämpfte beim FCA mit Verletzungen und machte in zwei Jahren nur 13 Bundesligaspiele, sein 2014 auslaufender Vertrag wurde nicht verlängert. Heute ist Ottl kein aktiver Fußballer mehr – und war von der Angelegenheit vor dem Landgericht nur am Rande betroffen. Die Klage des FC Augsburg drehte sich um das damalige Vertragsverhältnis.

ANZEIGE

Als Ottl 2012 nach Augsburg kam, begann der FC Augsburg mit den Zahlungen

Konkret ging es um eine spezielle Form der Altersvorsorge. Die vom FCA erfolglos verklagte Agentur berät Profikicker hinsichtlich ihrer Geldanlage und tritt dabei auch als Versicherungsmaklerin auf. So auch bei Ottl, der in einer früheren Station eine Form der betrieblichen Altersversorgung abgeschlossen hatte, eine sogenannte Unterstützungskasse.

Als der Fußballer nach Augsburg kam, wollte er, dass die Unterstützungskasse weiterlief, und der FCA stimmte zu, nachdem die Agentur für den Spieler angefragt hatte. Bestandteil der Unterstützungskasse ist, dass der Arbeitgeber Beiträge in einen „Pensionssicherungsverein“ einzahlt, der dafür Sorge tragen soll, dass die Versorgungsansprüche gesichert sind, sollte die Unterstützungskasse pleite gehen. Um jene Beiträge zu dem Pensionssicherungsverein dreht sich der Prozess.

Theoretisch muss der FCA noch sehr lange zahlen

Der FCA war der Meinung, die Agentur hätte den Verein darauf hinweisen müssen, dass die Beiträge auch nach dem Ende des Vertragsverhältnisses weitergezahlt werden müssen. In der Klage geht es um die Beiträge der Jahre 2013 und 2014, insgesamt um 4700 Euro, nicht viel Geld nach den Maßstäben des Fußballsports. Der FC Augsburg muss diese Beiträge theoretisch so lange zahlen, bis der Versicherungsfall eintritt oder sie auf einen neuen Arbeitgeber übertragen wird.

Der Anwalt der Agentur, Michael Lentzen, argumentierte während der Verhandlung, dass zwischen seiner Mandantin und dem Fußballverein überhaupt kein Vertragsverhältnis bestehe, sondern nur zwischen dem Fußballer und der Agentur. Zudem zweifelte er daran, dass der Verein von den strittigen Beiträgen nichts gewusst haben will – schon alleine deshalb, da es bei einem früheren Spieler des FC Augsburg ein gleiches Konstrukt gegeben habe, das ebenfalls von der Spielerberatungsagentur vermittelt worden sei.

Richter Michael Schneider ließ damals bereits durchblicken, dass die Erfolgsaussichten der Klage des Vereins eher gering seien. Letztlich wies er die Klage nach Auskunft des Landgerichtes ab, da zwischen dem Kläger und dem Beklagten keine Vertragsbeziehung bestehe.

Lesen Sie auch:

Warum der FC Augsburg vor Gericht zieht 

i

Mehr zum Thema

Schlagworte

Andreas Ottl | Augsburg

Mehr zum Thema
Ein Artikel von
Jan Kandzora

Augsburger Allgemeine
Ressort: Lokalnachrichten Augsburg


FCA-Trainer
Ist Manuel Baum der Richtige?


Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

Der Spielplan des FC Augsburg 2017/16

Die Torschützenkönige der Bundesliga