Freitag, 23. Februar 2018

05. Februar 2018 19:58 Uhr

FC Augsburg

Video: Daniel Opare trainiert nach seinem Rauswurf alleine

Es ist das erste Training nach dem Aus beim FCA: Der suspendierte Verteidiger begann am Montagnachmittag mit seinem individuellen Training. Wie lange bleibt er noch?

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Opare muss alleine trainieren.
Foto: Ulrich Wagner

Um 15.14 Uhr betritt Daniel Opare an diesem Montag mit Co-Trainer Jonas Scheuermann den Trainingsplatz. Allerdings keinen, auf dem die Bundesligaprofis des FC Augsburg sich auf die nächste Partie am Freitag in Leipzig vorbereiten, sondern einen, auf dem der Augsburger Nachwuchs übt. Opare wird sich daran gewöhnen müssen, nicht im Süden der Stadt, nahe der WWK-Arena, Fußball zu trainieren, sondern im Norden an der Donauwörther Straße. Allein. Ohne Mitspieler. Weil der FCA das so will.

Innerhalb einer Woche hat der 27-Jährige einen enormen Absturz erlebt – vom Stammspieler zu einer unerwünschten Person. Kurz vor dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt hatte der Bundesligist den Spieler suspendiert. Er soll nie wieder für den Klub auflaufen. „Opare hat uns bewusst und trotz der Konfrontation mit Fakten wiederholt belogen. Des Weiteren hat er mehrfach gegen den Verhaltenskodex innerhalb der Mannschaft verstoßen“, begründete Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter. Der Vertrag des Ghanaers läuft im Sommer aus.

Nach FCA-Angaben verstrickte sich Opare in Unwahrheiten

Als sich der Profi mit Schalke-Trainer Domenico Tedesco und Schalke-Sportvorstand Christian Heidel getroffen hatte, war davon ein Bild aufgetaucht. Opare erklärte, das Treffen am Düsseldorfer Flughafen sei zufällig erfolgt; Heidel bestätigte indes gegenüber Reuter, es habe sich um ein geplantes Kennenlerngespräch mit Opare gehandelt. „Er hat uns an den Haaren herbeigezogene Geschichten aufgetischt“, ärgerte sich Reuter. Dabei sei die Schalke-Posse allein nicht der Grund für den Ausschluss gewesen. Konkreter wurde der Manager nicht. Ebenso wenig wollten sich FCA-Spieler genau zu Opares Verfehlungen äußern.

Der Ghanaer soll unter anderem zu einem Training und zu einer Teambesprechung zu spät erschienen sein. Opare könnte sich zu den Vorwürfen äußern, könnte seine Sicht der Dinge darstellen. Will er aber nicht. Ihm scheint die ganze Sache unangenehm zu sein. Als er vor seiner Trainingseinheit einen Fotografen erblickt – abgelichtet zu werden, ist eigentlich Alltag eines Profis –, reagiert er gereizt. Mit dem Arm verdeckt er sein Gesicht, sagt: „Keine Bilder.“

Wechselt Opare noch?

Nach dem knapp einstündigen Training wirkt der Abwehrspieler entspannter. Zumindest lächelt er, als er Interviewfragen abblockt. Er bittet um Verständnis, wolle man mehr erfahren, müsse man Reuter fragen, meint er. Ehe er in seinen silbergrauen Mercedes-Jeep einsteigt, sagt er noch: „Ich will dazu nichts sagen.“ Ein Training unter professionellen Bedingungen steht ihm arbeitsrechtlich zu.

Wie lange der Ghanaer an der Seite von Jonas Scheuermann läuft, hängt wohl davon ab, ob sich noch ein Wechsel ergibt. In europäischen Top-Ligen ist das Transferfenster geschlossen, nicht aber in der Schweiz, Russland, China, Kroatien oder den USA.

Eine Auswahl in Sachen Transferfenster:

  • Österreich (bis 6.2., 17 Uhr)
  • Schweiz (bis 15.2.)
  • Kroatien (bis 15.2.)
  • Russland (bis 24.2.)
  • China (bis 28.2.)
  • Polen (bis 28.2.)
  • Norwegen (bis 31.3.)
  • Schweden (bis 31.3.)
  • USA (vom 7.2. bis 1.5.)

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Ein Artikel von
Johannes Graf

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


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Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Präsident des FC Augsburg ist Klaus Hofmann, kaufmännischer Vorstand ist Jakob Geyer. Der Aufsichtsratvorsitzende des FCA ist Peter Bircks. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Robert Schraml (Marketing), Michael Ströll (Finanzen) und Stefan Reuter (Sport). Der FCA trägt seine Heimspiele in der 30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

Der Spielplan des FC Augsburg 2017/16

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