Sonntag, 19. November 2017

10. November 2017 06:40 Uhr

FC Augsburg

Warum der FC Augsburg vor Gericht zieht

Der Verein klagt vor dem Landgericht gegen eine Spielerberatungsagentur, offenbar mit nur geringer Erfolgsaussicht. Was das mit einem ehemaligen Spieler zu tun hat.

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Die Zeit in Augsburg lief für Andreas Ottl eher unglücklich. Im Sommer 2012 war er von Hertha BSC zum FCA gewechselt. Die Erwartungen in den damals 27-Jährigen waren hoch, schließlich hatte der Mittelfeldspieler früher beim FC Bayern drei Mal das Double aus Meisterschaft und Pokal geholt. Doch in Augsburg fand er nie so richtig in die Spur, kämpfte mit Verletzungen und machte in zwei Saisons nur 13 Bundesligaspiele für den Verein. Sein 2014 auslaufender Vertrag wurde nicht verlängert.

Das ist mehr als drei Jahre her, und Ottl, heute 32, ist längst kein aktiver Fußballer mehr. Dennoch ist das damalige Vertragsverhältnis des gebürtigen Müncheners und dem FC Augsburg nun Gegenstand eines Zivilstreites vor dem Landgericht in Augsburg, wenngleich Ottl selbst von der Angelegenheit nur am Rande betroffen ist.

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Geklagt hat der FCA, genauer: die „FC Augsburg 1907 GmbH & Co. KGaA“, und das gegen eine Spielerberatungsagentur. Dieses Unternehmen berät Profikicker hinsichtlich ihrer Geldanlage und tritt dabei offenbar auch als Versicherungsmakler auf, so auch bei Ottl. Der hatte in einer früheren Station eine Form der betrieblichen Altersversorgung abgeschlossen, eine sogenannte Unterstützungskasse. Als der Fußballer nach Augsburg wechselte, wollte er, dass die Unterstützungskasse weiterlief, und die Agentur fragte für ihn beim FCA an. Der FCA stimmte zu. Folge dessen ist dabei, dass der Arbeitgeber Beiträge in einen „Pensionssicherungsverein“ einzahlt – dieser soll Sorge dafür tragen, dass die Versorgungsansprüche gesichert sind, sollte die Unterstützungskasse pleitegehen.

Um jene Beiträge zu dem Pensionssicherungsverein dreht sich der Zivilprozess. Der FCA klagt auf Schadenersatz wegen fehlerhafter Beratung; der Verein sei der Meinung, die Agentur hätte den FCA darauf hinweisen müssen, dass die Beiträge auch nach dem Ende des Vertragsverhältnisses weitergezahlt werden müssen, heißt es vom Landgericht.

Es geht um rund 4700 Euro

In der Klage geht es um die Beiträge zur Insolvenzsicherung des Jahres 2013 und 2014. Um viel Geld geht es nach den Maßstäben des Fußballsports nicht, sondern nach Auskunft des Landgerichtes um eine Summe von etwa 4700 Euro. In der Verhandlung machte der Anwalt der Spielerberateragentur, Michael Lenzen, geltend, dass zwischen seiner Mandantin und dem Fußballverein überhaupt kein Vertragsverhältnis bestehe, sondern nur zwischen dem Fußballer Andreas Ottl und der Agentur. Zudem zweifelte er daran, dass der Verein von den strittigen Beiträgen nichts gewusst haben will – schon alleine deshalb, da es bei einem früheren Spieler des FC Augsburg ein gleiches Konstrukt gegeben habe, das ebenfalls von der Spielerberatungsagentur vermittelt worden sei.

Mit einem Urteil ist Ende November zu rechnen. Die Erfolgsaussichten der Klage des Vereins sind nach dem, was Richter Michael Schneider während der Verhandlung durchblicken ließ, aber offenbar ziemlich gering.

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Schlagworte

Augsburg | Andreas Ottl

Ein Artikel von
Jan Kandzora

Augsburger Allgemeine
Ressort: Lokalnachrichten Augsburg


FCA-Trainer
Ist Manuel Baum der Richtige?


Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

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