Freitag, 22. September 2017

06. September 2017 18:52 Uhr

FC Augsburg

Welche Rolle sich Kilian Jakob beim FCA verspricht

Der FC Augsburg hat Kilian Jakob vom TSV 1860 München geholt, um ihn langfristig aufzubauen. Vor ihm stehen Max und Stafylidis - kann der 19-Jährige mit dieser Rolle leben?

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Der FC Augsburg hat mit Kilian Jakob einen Spieler geholt, um ihn langfristig aufzubauen.
Foto: Ulrich Wagner

Sein erstes Spiel im Trikot des FC Augsburg hat Kilian Jakob schon am vergangenen Donnerstag absolviert. Einen Tag nach seinem Wechsel vom TSV 1860 München zum FCA stand der 19-Jährige beim internen Dreier-Turnier im grünen Team.

Wann sein wirklich erster richtiger Einsatz für den Bundesligisten sein wird, weiß der junge Linksverteidiger nicht. Seine Chancen sind nach dem Verbleib von Konstantinos Stafylidis nicht gerade gestiegen. Philipp Max und der Grieche werden sich in dieser Saison wohl um den Platz auf der linken Abwehrseite streiten. Jakob ist ein Wechsel auf die Zukunft (hier alles zum Transfer).

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Das weiß er auch selbst. „Ich habe keine so großen Erwartungen. Ich weiß, dass Max und Stafylidis auf meiner Position vorne sind. Ich will von den beiden lernen.“ Doch wenn sich eine Chance ergibt, will der Musterschüler da sein. „Ich mache mir da keinen Druck.“ Darum hat er auch einen Fünf-Jahres-Vertrag beim FCA unterschrieben. „Das Wichtigste ist, dass ich Zeit habe, um mich zu entwickeln. Aber ich bin schon hierhergekommen, um irgendwann mal erste Bundesliga zu spielen“, sagt er.

Mölders riet Jakob zum FC Augsburg

Darum hat er auch keine Sekunde gezögert, als der FCA mit dem Werben um ihn begann. Den Verantwortlichen beim TSV 1860 München machte er dann schnell klar, dass er seinen Vertrag, der im Juni 2018 geendet hätte, nicht verlängern würde. Das Feilschen um Jakob begann und endete am letzten Tag der Transferperiode. Der FCA bekam für geschätzte 300.000 Euro den Zuschlag.

Es könnte ein Schnäppchen gewesen sein für den Bundesligisten. Denn junge, schnelle deutsche Spieler für die linke Außenbahn sind gesucht. Jakob hat all diese Anlagen. Nach knapp einer Woche Training ist der erste Eindruck von Trainer Manuel Baum positiv: „Kilian ist technisch gut, hat eine schnelle Auffassungsgabe. Er muss sich aber noch an die Geschwindigkeit der Bundesliga anpassen.“ Beim FCA, so ist der langfristige Plan, soll er mit den Bundesliga-Profis trainieren und in der U23 weiter Spielpraxis sammeln. Man will Jakob in Ruhe aufbauen. Kein Problem für den Abiturienten. Im Mai 2016 legte er am Michaeli-Gymnasium in München sein Abitur ab, mit den Fächern Deutsch, Mathe, Englisch, Erdkunde und Kunst. „Es geht besser, aber Abi ist Abi“, sagt Jakob.

Seine erste große sportliche Reifeprüfung legte er dann Ende Oktober 2016 ab. Beim Zweitliga-Heimspiel der Löwen gegen Erzgebirge Aue gab er sein Profi-Debüt. 60 gewann 6:2. Es sollte das einzige Zweitliga-Spiel bleiben. Die Löwen rüsteten auf, trotzdem stieg man ab. Der Exodus begann. Jakob blieb und Neu-Trainer Daniel Bierofka baute in der Regionalliga auf den U18-Nationalspieler. Bis das Angebot des FCA kam. Ex-FCA-Spieler Sascha Mölders riet ihm, es anzunehmen. Der FCA sei der richtige Verein für ihn.

Noch wohnt Jakob im Hotel

Geboren wurde Jakob in Bad-Neuenahr-Ahrweiler in der Nähe von Bonn. Als Jakob ein Jahr alt war, zog die Familie, sein Vater ist Berufssoldat, nach München. Der Linksfuß begann mit vier Jahren beim FC Dreistern Neutrudering und wechselte als Zwölfjähriger zur damaligen U13 der Junglöwen. Jetzt wagt er den Sprung Richtung Bundesliga. Noch wohnt er im Hotel, will aber bald eine eigene Wohnung beziehen. „Für jedes Training eine Stunde hin und dann wieder eine Stunde zurück mit dem Auto, geht auf die Dauer nicht“, erklärt er.

Jakob will sich ganz auf den Fußball konzentrieren. Denn der Niveau-Unterschied zwischen Regionalliga und Bundesliga ist schon gewaltig, gesteht er ein. „Da geht schon alles noch viel schneller. Aber es ist für mich eine Ehre, bei den Profis zu trainieren. Und die Spielpraxis hole ich mir in der U23.“ Das Derby gegen die Löwen steht am 14. Oktober auf dem Spielplan. Die Profis spielen am gleichen Tag bei der TSG 1899 Hoffenheim (mehr zu den Spielterminen hier).

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Ein Artikel von
Robert Götz

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


FCA-Trainer
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Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

Der Spielplan des FC Augsburg 2017/16

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