Dienstag, 20. Februar 2018

07. Februar 2018 06:34 Uhr

FC Augsburg

Zurück in der Startelf: Jan Morávek kann auch austeilen

Nach Monaten des Wartens stand der verletzungsanfällige FCA-Profi in der Startelf. Dabei trat er ungewohnt aggressiv auf. Warum ihm gegen Leipzig dennoch die Ersatzbank droht.

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Jan Morávek stand nach langer Zeit wieder in der FCA-Startformation.
Foto: Peter Fastl

Auf dem zugigen Trainingsplatz des FC Augsburg ist es übersichtlich geworden. Etliche Fußballprofis haben den Bundesligisten in jüngster Zeit verlassen, mit Alfred Finnbogason und Jeffery Gouweleeuw fallen zudem zwei Stammspieler mehrere Wochen aus. Weil sich Daniel Baier, Marco Richter und Caiuby schonen, reduziert sich der Kader zu einem Grüppchen. Auf dem Rasen mit dabei ist hingegen Jan Morávek. Für andere Spieler alltäglich, für den Tschechen alles andere als selbstverständlich.

Keinen FCA-Profi werfen derart häufig Verletzungen zurück. Sie sind nie schwerwiegend, in ihrer Regelmäßigkeit aber ungemein lästig. Seit fünfeinhalb Jahren steht Morávek in Augsburg unter Vertrag, dennoch bringt er es im Schnitt lediglich auf knapp 14 Bundesliga-Einsätze pro Saison. Derzeit fühlt sich der 28-Jährige allerdings fit wie selten zuvor. Seit einem halben Jahr absolviert er nahezu jedes Mannschaftstraining, hat kaum Fehlzeiten. Moráveks Fazit: „Ich fühle mich einfach gut.“

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FCA-Profi Morávek war fast ein halbes Jahr lang nicht in der Startelf

Dennoch musste sich der Mittelfeldspieler annähernd ein halbes Jahr gedulden, ehe er am Sonntag gegen Frankfurt in die Startelf zurückkehrte. Sein bis dahin letzter Einsatz datiert vom 23. September. Es folgten zwei Kurzeinsätze gegen Hoffenheim und Hannover im Oktober, danach wurde Morávek von Trainer Manuel Baum nicht mehr in einer Partie auf den Platz beordert.

Für den Profi keine einfache Zeit, wie er gesteht. In seiner Karriere war er es gewohnt, wenigstens eingewechselt zu werden, wenn er fit war. Das nagte an ihm. Vor allem nach Spielen, in denen er sich einen Einsatz ausgerechnet habe, sei er traurig gewesen. Morávek suchte das Gespräch mit dem Trainer, beschwerte sich aber nicht, weder intern noch öffentlich. „Ich bin kein Typ, der Theater macht“, begründet er 

Inzwischen verbucht Morávek diese schwierige Phase als „Erfahrung, die jeder mal macht“. Neben seinen sportlichen Qualitäten ist diese Zurückhaltung wohl einer der Gründe, warum der FCA den Vertrag des Mittelfeldspielers bis Sommer 2020 verlängert hat. Der Tscheche fügt sich ohne Murren ins Mannschaftsgefüge, ordnet sich unter und meldet keine Ansprüche an.

Opare-Rauswurf: Morávek hat klare Meinung

Entsprechend wenig Verständnis bringt er für seinen ehemaligen Mitspieler Daniel Opare auf, der nach seiner Suspendierung jetzt Einzeltraining bekommt. Der FCA kommt so seinen Arbeitgeberpflichten nach, er bietet Opare ein angemessenes Ersatztraining an.

Morávek will sich, wie seine Mitspieler zuvor, nicht näher zu den Umständen des Rauswurfes äußern, hat aber eine Meinung: „Ich würde das anders machen.“ Morávek hat Opare in der Kabine als „speziellen“ Menschen kennengelernt, der zuletzt ein paar Fehler gemacht habe. Dass der FCA Konsequenzen gezogen hat, empfindet Morávek als nachvollziehbar. Denn: „So funktioniert das Geschäft.“

Während Opare kein Spiel mehr für den FCA bestreiten wird, hofft Morávek im Auswärtsspiel bei RB Leipzig (Freitag, 20.30 Uhr) auf den nächsten Startelfeinsatz. Er verweist auf die Offensivstärken des Gegners, zählt beispielhaft Sabitzer, Bruma, Keita und Werner auf. Chancenlos sieht Morávek seinen FCA nicht, das Selbstbewusstsein ist gewachsen, nachdem der Abstand zu einem internationalen Startplatz lediglich zwei Zähler beträgt. „Gegen uns zu spielen, ist nicht leicht. Ich bin davon überzeugt, dass wir wieder ein gutes Spiel machen werden“, betont Morávek.

Gegen Leipzig droht Morávek ein Platz auf der Ersatzbank

Mit seiner Leistung gegen Frankfurt war der Tscheche zufrieden. Er agierte im defensiven Mittelfeld ungemein aggressiv. Dass er die meisten Augsburger Fouls verbuchte, bestätigte den Eindruck. Morávek lieferte eine ordentliche Partie ab – auch wenn ihm fehlende Spielpraxis anzumerken war.

Seine Chancen auf Startelfeinsätze haben sich nach den jüngsten Abgängen enorm verbessert, dennoch droht ihm gegen Leipzig ein Platz auf der Ersatzbank. Rani Khedira, im bisherigen Saisonverlauf im defensiven Mittelfeld gesetzt, kann nach seiner Gelb-Sperre wieder mitwirken. Trainer Baum setzt den 24-Jährigen oft als Pendler zwischen Mittelfeld und Abwehr ein, bei gegnerischem Ballbesitz komplettiert Khedira als zentraler Spieler eine Dreierkette.

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Ein Artikel von
Johannes Graf

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


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Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Präsident des FC Augsburg ist Klaus Hofmann, kaufmännischer Vorstand ist Jakob Geyer. Der Aufsichtsratvorsitzende des FCA ist Peter Bircks. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Robert Schraml (Marketing), Michael Ströll (Finanzen) und Stefan Reuter (Sport). Der FCA trägt seine Heimspiele in der 30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

Der Spielplan des FC Augsburg 2017/16

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