Samstag, 1. November 2014

02. Februar 2013 09:02 Uhr

FC Augsburg

Zwei gehen, einer bleibt

Der FC Augsburg spielt heute in Wolfsburg. Nicht mit dabei sind Stephan Hain und Gibril Sankoh. Sie gehen am Ende der Saison - und durften nicht mit in die Autostadt.

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Stephan Hain und Gibril Sankoh sind in Wolfsburg nicht dabei.
Foto: Fred Schöllhorn

Als ihre Kollegen gerade den Bus, der sie von der SGL-Arena zum Bahnhof bringen sollte, bestiegen, zogen Stephan Hain, 24, und Gibril Sankoh, 29, ihre kleinen Rollkoffer mit gesenktem Kopf die steile Auffahrt zum Parkplatz hinauf. Beide Profis des FC Augsburg hatte Trainer Markus Weinzierl kurz vorher die Dienstfahrt zum VfL Wolfsburg gestrichen. Für sie ist kein Platz im 18er-Kader, der heute ab 15.30 Uhr in der Volkswagen-Arena versucht, die Aufholjagd aus dem Tabellenkeller fortzusetzen.

FC Augburg: Die zweite Enttäuschung

Die zweite Enttäuschung für Sankoh, der schon gegen Schalke den Anforderungen nicht genügte. Das Verhältnis zwischen Spieler und Trainer scheint erkaltet. Sankoh, dessen Vertrag am 30. Juni ausläuft, hat seine Schlüsse daraus gezogen. Er bricht am Saisonende seine Zelte ab: „Der FCA hatte eine Option auf eine Vertragsverlängerung bis zum 31. Januar. Die wurde nicht gezogen. Jetzt bin ich frei und ich werde Augsburg im Sommer verlassen.“

Dass mit Hain (für ihn rückt Knowledge Musona nach) und Sankoh (für ihn ist Marcel de Jong dabei) zwei Spieler pausieren müssen, die in diesen Tagen erklärt haben, dass sie den FCA am Saisonende verlassen werden, ist sicherlich Zufall. Es ist nachvollziehbar, dass Weinzierl in Wolfsburg mit Musona lieber einen schnellen Konterspieler auf die Bank setzt als Strafraumwühler Hain. Und dass Weinzierl in der Innenverteidigung Jan-Ingwer Callsen-Bracker und Ragnar Klavan vertraut, ist auch verständlich. Sie stehen für Konstanz und Zuverlässigkeit, Sankohs Leistungen gehen rauf und runter wie ein Jo-Jo.

Sankoh: "Ich trainiere gut, mehr kann ich nicht tun"

„Für mich läuft es nicht gut. Es ist eine Entscheidung des Trainers. Ich trainiere gut, mehr kann ich nicht tun“, sagt Sankoh, der keine Zukunft mehr in Augsburg sieht. „Ich hatte drei gute Jahre hier, aber ich werde nicht bleiben.“

FCA in Wolfsburg - wer soll spielen? Hier geht es zum Teamchef

Sankoh, den Trainer Jos Luhukay im Sommer 2010 vom FC Groningen zum FCA holte, war eine der Defensiv-Stützen im Aufstiegsjahr. Doch schon damals brachte er die FCA-Fans und auch seinen Trainer manchmal mit seiner teilweise schon an Arroganz grenzenden leichtsinnigen Spielweise an den Rand des Wahnsinns. Einmal Weltklasse, einmal Kreisklasse. So spielt Sankoh.

Was in Liga zwei meist nicht bestraft wurde. In der Bundesliga aber schon. Luhukay verordnete Sankoh nach dem Aufstieg einige Denkpausen, brachte ihn aber immer wieder. So viel Geduld hat Weinzierl anscheinend nicht.

Callsen-Bracker freut sich

Sankoh auch nicht. Sehr zur Überraschung von FCA-Manager Stefan Reuter: „Wir haben eigentlich vereinbart, dass wir Ende Februar über seine Zukunft reden.“ Zu Vertragsinhalten nehme er grundsätzlich keine Stellung. „Es gibt Verschwiegenheitsklauseln, die eigentlich auch für Spieler gelten.“

Jan-Ingwer Callsen-Bracker, 28, stieg mit guter Laune in den Bus ein. Den Grund für das Stimmungshoch veröffentlichte der FCA einige Stunden später auf der eigenen Homepage. Callsen-Bracker hat seinen auslaufenden Vertrag um drei Jahre bis 2016 verlängert, ligaunabhängig. So ist das Geschäft: Der eine bleibt, andere gehen.

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Robert Götz

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Ressort: Sport

 


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