Dienstag, 12. Dezember 2017

05. Oktober 2017 16:52 Uhr

Kommentar

Heynckes zurück zum FC Bayern: Ein gelungener Schachzug

Rummenigge und Hoeneß haben alle Experten auf die falschen Fährten geschickt. Weder Tuchel noch eines der anderen Talente sitzt künftig auf der Trainerbank, sondern Jupp Heynckes.

i

Angeblich ist Fußball-Rentner und Triple-Gewinner Jupp Heynckes der neue Trainer von FC Bayern München.
Foto: Andreas Gebert, dpa (Archivbild)

Alle Experten, die sich in den vergangenen Tagen den Kopf darüber zerbrochen haben, wer der Bayern-Führung geeignet erscheint, den Rekordmeister wieder auf Kurs zu bringen, haben Rummenigge und Hoeneß offenbar auf die falschen Fährten geschickt. Nicht Thomas Tuchel, der Top-Favorit auf die Ancelotti-Nachfolge, auch keines der Talente, die immer mehr Trainerbänke in der Bundesliga belegen, auch keine der bayern-üblichen Welt-Größen, die gerade ein Sabbatical absolviert, sondern ein 72-jähriger Rentner kehrt voraussichtlich zum FC Bayern zurück.

Jupp Heynckes, seit vier Jahren im Ruhestand, hat sich noch einmal überreden lassen, in München einzuspringen. Wenn Heynckes kommt, dann als Halbjahres-Platzhalter. Wohl nicht für den schwer zu führenden Tuchel. Den hätten die Münchner schon jetzt haben können. Eher für Julian Nagelsmann, von dem sie in diesen Tagen die Finger gelassen haben, um es sich nicht mit der TSG Hoffenheim zu verscherzen. Kommenden Sommer ist der "Trainer des Jahres 2016" im Kraichgau aber nicht mehr zu halten.

ANZEIGE

Heynckes weiß, wie er der Mannschaft Struktur und Stabilität zurückgibt

Bis dahin soll Jupp Heynckes die Dinge beim Rekordmeister wieder ordnen. Der Mannschaft Stabilität und Struktur zurückgeben. Darin ist Heynckes Meister. Darum haben ihn Rummenigge und Co. zum vierten Mal an die Säbener Straße gerufen. An Heynckes wissen die Bayern, was sie haben. Einen spröden Rheinländer, der gerade Wege geht, Spektakel meidet, lieber weniger als mehr redet und niemals vor einem wichtigen Champions League-Spiel die Mannschaft auf den Kopf stellt.

Heynckes steht für Vertrautes und Altbewährtes. Dinge, die Rummenigge und Co. in diesen wieder Mal unruhigen Bayern-Tagen besonders schätzen. Heynckes selbst kennt die handelnden Personen seit Jahrzehnten. Uli Hoeneß ist sein Freund und Heynckes schon lange ein Mitglied der FC-Bayern-Familie. Ganz nebenbei umgibt den Senior die Aura des einzigen Trainers, der mit den Münchnern das Triple gewonnen hat, was seinem Nachfolger Pep Guardiola eine ewige Bürde war, die er in seinen drei Münchner Jahren nie stemmen konnte.

Sollte sich also bestätigen, was sich abzeichnet, dann ist den Münchnern zu diesem Schachzug zu gratulieren. Vielleicht läuft der Alte ja noch einmal zu großer Form auf und holt das Triple zum zweiten Mal. Dann möchte man nicht sein Nachfolger sein.

i

Das ist der FC Bayern

Der FC Bayern ist der erfolgreichste Fußballverein Deutschlands. Am 27. Februar 1900 wurde der Verein gegründet. Er geht aus der Fußballabteilung des MTV München hervor. Der FC Bayern gewann in seiner Geschichte bislang 26 Mal die deutsche Meisterschaft und 18 Mal den DFB-Pokal. Außerdem waren die Münchner in allen internationalen Wettbewerben erfolgreich. So gewann man fünf Mal die Champions League (ehemals: Pokal der Landesmeister), ein Mal den Pokal der Pokalsieger (1967) und den Uefa-Pokal (1996). In den Jahren 1976 und 2001 gewannen die Münchner den Weltpokal, 2013 die Fifa-Klub-Weltmeisterschaft.

Für den FC Bayern München spielten unter anderem: Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Sepp Maier, Uli Hoeneß, Paul Breitner, Karl-Heinz Rummenigge, Klaus Augenthaler, Lothar Matthäus, Stefan Effenberg, Oliver Kahn, Mehmet Scholl und Michael Ballack.

Vorstandsvorsitzender des FC Bayern ist Karl-Heinz Rummenigge. Trainer der Mannschaft ist seit Juli 2016 Carlo Ancelotti.


Der Spielplan des FC Bayern 2016/17

Wer wird deutscher Meister 2017/18?
Wer wird deutscher Meister?

Die Rückennummern der Bayern-Stars

Die Torschützenkönige der Bundesliga